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Bewegungssteuerung für Xbox 360: Microsoft verblüfft mit Fuchtel-Interface

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Computer und Elektronik werden noch immer bedient wie in der Technik-Steinzeit. Nun will Microsoft mit "Project Natal" für die Xbox 360 Gestensteuerung vor den Fernseher bringen. SPIEGEL ONLINE hat das Fuchtel-Interface ausprobiert - und in die Zukunft geblickt.

AFP

Der Moment, der wie ein Blick in die Zukunft wirkt, ist dieser: Auf dem Bildschirm ist nichts zu sehen außer einem Schieberegler, ein kugeliger Schalter in der Mitte, je eine Schiene rechts und links. Steht ein Spieler vor dem Fernseher und hebt die Hand, erscheint auf dem Schirm ein bierdeckelgroßer Kreis. Dieser Cursor folgt präzise den eigenen Handbewegungen. Es fühlt sich innerhalb von Sekundenbruchteilen richtig und sinnvoll an, den Kringel mit der Hand zu steuern, schließlich den Schaltknubbel zu "greifen" und nach rechts oder links zu schieben. Wie Tom Cruise in "Minority Report". Als gebe es eine unsichtbare Verbindung zwischen Hand und Bildschirm.

Ausgerechnet Microsoft hat womöglich ein Problem gelöst, das Entwickler und Nutzer von Unterhaltungs- und Informationselektronik schon lange nervt: Computer können uns heute fast alles zeigen, wir aber sind nach wie vor auf umständliche Prothesen angewiesen, um uns ihnen verständlich zu machen. All die fantastischen Entwicklungen auf der Ausgabeseite - fotorealistische Grafiken, 3-D-Landschaften, digitale Aufzeichnung und Wiedergabe, Internet auf dem Fernseher, kristallklarer Digitalsound - haben auf der Eingabeseite so gut wie keinen Widerpart gefunden. Wir drücken auf Fernbedienungen herum, schieben Mäuse hin und her, hämmern auf Tastaturen ein, wie vor 30 Jahren.

Nintendos Wii und die rasante Verbreitung von Touchscreen-Geräten haben dem Zwiegespräch zwischen Mensch und Maschine zwar ein bisschen mehr Eleganz verliehen. Aber für die Wii-Bedienung muss man immer noch ein Stück Plastik in der Hand halten. Touchscreens sind zwar praktisch, aber immer fettverschmiert. Außerdem lassen sie sich nur in manchen Lebenslagen sinnvoll nutzen: Auf dem Schreibtisch stehend sind sie bloß Trainingsgeräte für die Schultermuskulatur, Touch-Funktionen auf Fernsehgeräten einfach Humbug - wer will schon vom Sofa aufstehen, um den Sender zu wechseln?

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Project Natal: Fuchteln vor dem Fernseher

Microsoft schickt sich nun an, den Dialog zwischen Schirm und Sofasitzer auf eine neue Stufe zu heben. Die Bewegungssteuerung mit Arbeitstitel "Project Natal" für Xbox 360 könnte es schaffen: Interaktive digitale Medien so auf den Fernseher bringen, dass man sie dort tatsächlich nutzen will.

Auf der Videospielmesse E3 im Juni in Los Angeles will der Konzern die ersten Anwendungen und Spiele für Natal präsentieren, gerade erst hat ein Microsoft-Manager aus Saudi-Arabien ausgeplaudert, dass das System im Oktober auf den Markt kommen soll. Und dazu, glaubt man Gerüchten, eine neue kleinere, hoffentlich auch leisere Version der Spielkonsole Xbox 360. Bislang macht die Konsole so viel Krach, dass sie als Wohnzimmergerät für Nicht-Gamer nur wenig geeignet ist. Gedacht ist auch Natal in erster Linie für Videospiele, als Antwort auf den Erfolg von Nintendos Wii, als Konkurrent für Sonys ebenfalls für die E3 heiß erwartetes Bewegungskonzept mit dem Namen Move. Sony und Nintendo haben sich aber, anders als Microsoft, vom Videospiel-Controller nicht verabschiedet: Beide Systeme kommen nicht ohne ein Stück Plastik in der Hand aus.

Microsofts Ansatz dagegen ist puristisch: Ein komplexes System aus Kameras, Infrarotsensor und Mikrofonen soll die Lage des Spielers und einzelner Körperteile im Raum erfassen, freihändig gewissermaßen. In einem ersten Test funktionierte das bereits erstaunlich gut: Ein auf dem Bildschirm dargestellter Avatar folgte jeder Körperbewegung des Spielers mit nur sehr geringer Verzögerung. Tritt ein zweiter Spieler neben den ersten, wird auch seine Körperposition innerhalb von Sekunden erkannt. Das nur zur Demonstration mitgebrachte Spiel ist eine "Breakout"-Variante namens "Ricochet": Mit dem Körper, Armen, Beinen oder auch dem Kopf müssen Bälle gegen einen Wand geschubst und aufgestapelte Kisten abgeschossen werden. Das funktioniert ordentlich, wenn auch nicht völlig verzögerungsfrei, bringt einen auf jeden Fall ins Schwitzen.

Facebook-Bilder mit einem Wedeln durchblättern

Besonders beeindruckend an Natal aber ist, so seltsam das klingt, die Bedienung der Menüs: Die Bewegung eines Cursors mit bloßen Händen, das Auswählen und Aktivieren von Menü-Objekten klappt so intuitiv, als habe man seinen Fernseher schon immer so bedient. Bei Bedarf soll das System nicht nur die Bewegungen der Gliedmaßen, sondern auch die einzelner Finger erfassen können, Stimmen im Raum lokalisieren. Eine einfache Gesichtserkennungssoftware soll es außerdem ermöglichen, jedem Spieler gleich das richtige Benutzerkonto zuzuweisen. Von Anfang an soll Natal als Eingabemöglichkeit für die gesamte Xbox-Benutzeroberfläche einsetzbar sein. Das würde heißen, dass man künftig etwa seine Facebook-Bildergalerien mit einem Handwedeln durchblättern könnte.

Nahezu jede bereits erprobte Eingabemethode für Touchscreens ließe sich mit dieser Technologie gewissermaßen in den Luftraum über dem Couchtisch verpflanzen. Warum nicht Internet-Landkarten mit Handbewegungen über den Fernsehschirm schieben, mit Fingergesten hineinzoomen? Online-Shops oder Videodateien durchblättern? Filme starten und stoppen, Ausschnitte vergrößern?

Andere haben ähnliche Ideen - aber nicht Microsofts Marktmacht

"Control everything, by touching nothing", alles kontrollieren, ohne irgendetwas zu berühren - so formuliert es Janine Kutliroff. Die arbeitet allerdings nicht bei Microsoft, sondern ist die Chefin des Start-Ups Omek Interactive aus Israel. Das Unternehmen entwickelt eine Technologie, die Ähnliches leisten soll wie Microsofts Natal - aber basierend auf 3-D-Webcams und normaler PC-Hardware. Omek strebt an, seine Technologie an die Hersteller von Fernsehern, Settop-Boxen und anderen Unterhaltungselektronikgeräten zu lizensieren. Konkurrenz gibt es also, andere Unternehmen arbeiten an ähnlichen Konzepten - die Marktmacht von Microsoft allerdings hat keines von ihnen. Bleibt die Frage, wie viel Konsolenrechenkraft "Natal" wirklich braucht, wie viel es für sich genommen kosten müsste.

Der Windows-Konzern ist den Konkurrenten Sony und Nintendo in diesem Fall voraus - zumindest was die Breite der Anwendungsmöglichkeiten angeht. Es ist durchaus möglich, dass Sonys Move Bewegungen präziser und schneller erfasst als Natal es kann, weil Sonys Technologie auf Bewährtem aufsetzt: Der Erfassung eines bestimmten, klar definierten Objektes im Raum, nämlich einer beleuchteten Kugel am Controller-Ende. Zudem haben sowohl der Wii- als auch der Move-Controller den Vorteil, dass man sie eben mit Knöpfen bestücken kann, um die zeitlich hochpräzisen Eingaben zu machen, die Videospiele von heute oft erfordern.

Kontrolle für Menschen, die sich lieber wenig bewegen

Für mindestens zwei Gruppen wird Microsofts Kandidat aber der attraktivste sein: Menschen, die vor allem auf der Suche nach einem persönlichen Trainer fürs Wohnzimmer sind - und Nichtspieler. Für alle Fernsehsportler sind Wii-Controller, Balance Board, Sonys Konsolenkamera und all die anderen Bewegungsmelder derzeit lästige Krücken. Natal kann ohne zusätzlichen Schnickschnack erfassen, ob die Rumpfbeuge korrekt ausgeführt wurde, die Haltung beim Aufwärtskick wirklich korrekt war.

Das größte Geschenk aber dürfte die Bewegungssteuerung für all jene sein, die sich lieber wenig bewegen: Jeder Couchkartoffel könnte Natal ermöglichen, mit der Medienzentrale im Wohnzimmer künftig fast ebenso präzise und vielseitig zu interagieren wie mit einem Computer - ohne ein Stück Plastik in der Hand halten zu müssen.

Microsoft müsste sehr schnell handeln, um sein offenbar marktreifes, aber auf die Spielkonsole beschränktes Produkt zum neuen De-Facto-Standard zu machen. Das aber würde bedeuten, dass das eigene System erstens auch ohne subventioniere Hardware erschwinglich sein müsste - und dass der Konzern aus Redmond das Baby seiner Spieleabteilung sehr schnell hinaus in die weite Welt der Unterhaltungselektronik entlassen müsste. Eins ist sicher: Der Kampf ums Wedel-Interface fürs Wohnzimmer hat begonnen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 57 Beiträge
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1. Fuchteltainment
Pnin, 11.05.2010
Zitat von sysopComputer und Elektronik werden noch immer bedient wie in der Technik-Steinzeit. Nun will Microsoft mit "Project Natal" für die Xbox 360 Gestensteuerung vor den Fernseher bringen. SPIEGEL ONLINE hat das Fuchtel-Interface ausprobiert - und in die Zukunft geblickt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,694016,00.html
Keine Ahnung was die Leute an der Hopserei und Fuchtelei vor dem Bildschirm finden. Wenn ich mal was spiele, will ich mich dabei entspannen.
2. alles alt
jim_nihilist 11.05.2010
"Microsoft müsste sehr schnell handeln, um sein offenbar marktreifes," Hat SPON jetzt Hand angelegt oder nicht? Ob Natal so funktioniert wie man sich das vorstellt, weiss man nach dem Lesen immer nocn nicht. Die Idee ist gut, die Ausführung alles andere als trivial. Die Kameras die da verwendet werden, müßten schon sehr speziell sein, andernfalls hat man schnell Fehlinterpretationen sobald das Zimmer nicht voll ausgeleuchtet ist. Im Endeffekt faßt dieser Artikel auch nur zusammen, was Microsoft schon vor einem Jahr als Pressemeldung heraus gegeben hat. Und die XBox ist also etwas zu laut für Nicht-Gamer? A ha. Und welcher Nicht-Gamer kauft sich so ein Gerät? Kommt Leute, das könnt ihr besser.
3. Brüllt mich meine Frau an
FastFertig, 11.05.2010
"Jetzt halt doch mal still du Zappelaffe, ich will das sehen". Dabei kann ich gar nichts dafür, es hat so gejuckt, da musste ich mich einfach am Kopf kratzen. Aber die Art wie ich mich am Kopf kratze führt regelmässig dazu, dass auf ARD umgeschalten wird. Jetzt fuchtelt meine Frau über den Wohnzimmertisch herum und versucht den vorherigen Sender wieder einzustellen. Das ist die Gelegenheit von meinem Bier zu trinken. Ich versuche meine Hand heimlich an den Tisch heranzuschieben, ohne dass Natal es merkt. Funktioniert fast nie. Man muss das positiv sehen. Seit wir Natal haben, trinke ich weniger und Chips essen geht gar nicht mehr. Habe die Flasche fast erreicht. "Stillhalten, kannst du nicht EINE Minute still halten."
4.
nurEinGast 11.05.2010
Zitat von sysopComputer und Elektronik werden noch immer bedient wie in der Technik-Steinzeit. Nun will Microsoft mit "Project Natal" für die Xbox 360 Gestensteuerung vor den Fernseher bringen. SPIEGEL ONLINE hat das Fuchtel-Interface ausprobiert - und in die Zukunft geblickt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,694016,00.html
Wird nicht funktionieren. Möglicherweise für begrenzte Einsatzgebiete und Nischen (Militär, Fernsehserien, extreme Arbeitsbedingungen) interessant, aber für den Massenmarkt wohl zu technisch aufwendig (und zu bewegungsintensiv für den Nutzer?) Naja, man wird sehen...
5. ...
Celegorm 11.05.2010
Zitat von PninKeine Ahnung was die Leute an der Hopserei und Fuchtelei vor dem Bildschirm finden. Wenn ich mal was spiele, will ich mich dabei entspannen.
Die Frage ist definitiv nicht unberechtigt. Die ganzen Steuerungsinnovationen mögen ja grundsätzliche witzige Spielereien sein und in manchen Bereichen auch ihren Zweck erfüllen, aber für vieles sind sie gleichzeitig auch relativ untauglich. Weshalb diese in Artikeln wie diesem zelebrierte Hybris gegenüber vermeintlich obsoleten Steinzeit-Produkten wie Maus, Keyboard oder Controller auch eher unangebracht ist. Komplexe Spiele und Anwendungen wie letztlich auch die meisten Aktivitäten im Arbeitsbereich lassen sich mit diesen halt immer noch am effizientesten und angenehmsten bedienen und daran dürfte sich auch nicht so schnell etwas ändern..
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Spielkonsolen: Die aktuelle Generation
Wii
AP
Der kleine Konkurrent kann im Gegensatz zu den Konsolen der Rivalen keine hochauflösende Grafik bieten, sondern liefert herkömmliche Fernsehauflösung. Trotzdem ist das Gerät so beliebt, dass der Hersteller bisher keine Preissenkung angekündigt hat. In den USA überholte die Wii im Juli 2008 Microsofts Xbox 360, was die Verkaufszahlen angeht. Die Konsole zeichnet sich durch einen bewegungssensitiven Controller und bewegungsorientierte Zusatzgeräte wie das "Balance Board" aus. Mit simplen Sport- und Spaß-Spielen hat sie für die Branche neue Zielgruppen erobert. 2009 führte Nintendo eine Erweiterung für den Controller namens Wii Motion Plus ein, die Bewegungen der Spieler noch präziser erfassen helfen soll. Einen ausführlichen Wii-Test finden Sie hier .
Playstation 3 und 2
AP
Der direkte Konkurrent von Microsofts Xbox 360 - die beiden Konsolen konkurrieren um die Hardcore-Gamer, die auch bereit sind, für hochauflösende Spielgrafik einen entsprechenden Fernseher zu kaufen. Im März 2007 kam die Konsole in Europa auf den Markt. Im Juli 2008 gab es sie entweder mit 40- oder mit 60-GB-Festplatte - im August 2009 wurde die PS3 slim vorgestellt, mit 120-GB-Festplatte und für einen niedrigeren Preis als das Vorgängermodell. Damit ist sie immer noch die teuerste unter den aktuellen Modellen. Die PS3 gibt ein hochauflösendes Videosignal über einen HDMI-Ausgang aus. Als einzige, momentan erhältliche Spielkonsole enthält sie ein Blu-ray-Laufwerk, mit dem sich auch hochauflösende Blu-ray-Discs abspielen lassen. Einen ausführlichen Test des ersten PS3-Modells finden Sie hier.

Im September 2010 kam in Deutschland die Erweiterung Playstation Move auf den Markt. Das Bewegungssteuerungs-System basiert auf der Konsolenkamera Playstation Eye und Controllern, die leuchtende Kugeln an der Spitze tragen. Die Kamera verfolgt die Bewegungen dieser Kugeln, gleichzeitig sorgen Lage- und Bewegungssensoren für ein noch genaueres Bewegungs-Abbild. Ein sogenanntes Starter-Pack enthält die Kamera und einen Move-Controller, es kostete im Herbst 2010 etwa 80 Euro. Weitere Controller sowie die mit einem Joystick ausgestatteten "Navigation Controller" müssen jeweils extra gekauft werden. Eine Ausrüstung für vier Spieler kann schnell so viel kosten wie eine ganze Konsole. Es sind jedoch auch im Preis reduzierte Bündel-Angebote erhältlich.

Sony hat als einziges der großen Unternehmen noch eine zweite Wohnzimmer-Konsole im Rennen: Die Playstation 2 verkauft sich noch immer, und es geht auch nach wie vor eine Menge Software für das Gerät weg, das in seiner Ur-Version im Jahr 2000 auf den Markt kam. In erster Linie verkaufen sich für das inzwischen geschrumpfte Gerät Partyspiele wie "SingStar" und das Quiz-Spiel "Buzz".
Xbox 360
REUTERS
Microsofts High-Definition-Konsole ist von den drei aktuellen Konkurrenten am längsten auf dem Markt, nämlich seit Ende 2005. Microsoft schraubte seitdem mehrmals an Preis und Ausstattungsmerkmalen. Die 360 hat ein normales DVD-Laufwerk.

Die aktuellen Modelle geben HD-Bilder über einen HDMI-Ausgang aus. Im Juni 2010 stellte Microsoft eine neue, kleinere, nun durchgägnig schwarze Xbox 360 vor, die serienmäßig mit einem HDMI-Ausgang und einem Wifi-Modul für drahtlosen Netzzugang ausgestattet ist. Das Gerät soll zudem deutlich leiser sein als die vorangegangenen Modelle. Sie kostete in Deutschland zunächst gut 300 Euro. Eine preiswertere Version mit nur vier Gigabyte Flashspeicher, aber ohne Festplatte kostete im Herbst 2010 etwa 180 Euro. Einen ausführlichen Test der ursprünglichen Xbox 360 finden Sie hier.

Im November 2010 kam Micorosofts Bewegungssteuerungs-System Kinect auf den Markt. Es funktioniert ohne physische Controller, erfasst werden die Bewegungen der Spieler von zwei Kameras. Zudem sind in die balkenförmige Kinect-Erweiterung Mikrofone eingebaut. Das System erfasst Bewegungen des ganzen Körpers und kann außerdem auf gesprochene Anweisungen reagieren. Mit Kinect lassen sich nicht nur Spiele steuern, sondern auch die Benutzeroberfläche der Konsole bedienen, Filme starten, pausieren und stoppen und Videochats führen. Kinect kostete bei der Einführung etwa 150 Euro, inklusive eines Spiels. Diverse Bündel-Angebote mit samt einer Konsole sind ebenfalls erhältlich.
Sony PSP
REUTERS
Die Playstation Portable, auf dem Markt seit 2005, ist Sonys erster Versuch, von dem traditionell von Nintendo ("Gameboy") beherrschten Markt für mobile Spielgeräte ein Stückchen abzuzwacken. Seit 2007 gibt es eine etwas dünnere Version namens Slim and Lite. Die Mobilkonsole kann nicht nur Spiele darstellen, sondern auch Filme und Musik abspielen. Außerdem lässt sie sich per W-Lan mit dem Internet verbinden. Filmdownloads und andere Inhalte können von der PS3 auf die PSP verschoben werden, außerdem kann die Mobilkonsole über einen Internetzugang als eine Art Fernbedienung für die PS3 benutzt werden. Die PSP ist auf dem Markt für mobile Spielgeräte Zweiter hinter Nintendos DS. Im Juni 2009 wurde das neue Modell PSP go vorgestellt, das ein herausschiebbares Unterteil mit den Bedienelementen darauf aufweist und deshalb deutlich kleiner ist, dafür aber kein Laufwerk mehr für Sonys UMD-Disk-Format hat. Spiele, Bilder, Filme und Musik sollen darauf direkt heruntergeladen werden. Die 2008 eingeführte PSP 3000 mit UMD-Laufwerk soll aber weiterhin produziert werden. Einen ausführlichen Test der ursprünglichen PSP finden Sie hier .
Nintendo DS
Der Nintendo DS ist seit 2005 in einer ersten Version auf dem Markt, seit 2006 in einer schlankeren Ausgabe namens DS Lite (abgebildet). DS steht für "dual screen". Die Konsole hat einen normalen und in der unteren Hälfte einen Touch-Screen. Spiele werden über Tasten oder aber einen Stylus, mit dem der Touchscreen bearbeitet wird, gespielt. Der DS lässt sich wie die PSP über W-Lan mit dem Internet verbinden, auch Online-Spiele und Spielereien wie Bilder-Chat sind so möglich. Mit Spielen wie "Nintendogs" und "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" erschloss der DS neue Zielgruppen für Mobilkonsolen. Der DS ist das derzeit meistverkaufte mobile Spielgerät. Seit der Markteinführung wurden der kleinere DS Lite und zuletzt, Ende 2008 bzw. Anfang 2009 der DSi nachgeschoben. Letzterer weist als Neuerung unter anderem zwei etwas größere Bildschirme und zwei VGA-Kameras auf (eine auf der Bildschirm-Seite, eine auf der Gehäuse-Außenseite). Einen Testbericht über die erste Version des Nintendo DS finden Sie hier , einen Bericht über den aktuellen DSi finden Sie hier . Seit März 2010 gibt es den DSi XL, der einen größeren Bildschirm (4,2 Zoll) verfügt. Bei der Electronic Entertainment Expo im Juni 2010 in Los Angeles stellte Nintendo ein neues Gerät namens 3DS vor, das dreidimensionale Darstellungen auf einem der beiden Bildschirme erlaubt, ohne eine Spezialbrille erforderlich zu machen. Preis und Erscheinungstermin wurden zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht genannt.

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