Bildbearbeitung: So setzen Sie Photoshop-Effekte ein

Von Olaf Giermann

Blendenflecke setzten, Lichteffekte erzeugen oder Gitterschrift einsetzen - für solche Bearbeitungen will Photoshop gekonnt benutzt sein, damit der Eingriff nicht billig wirkt. "Docma", das Fachmagazin für Bildbearbeitung, zeigt an Beispielen, wie man Vorgaben in Photoshop eindrucksvoll einsetzen kann.

Gebogene Ecken

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Olaf Giermann / DOCMA

Einen Umblättereffekt erzeugen Sie mit dem hier herunterladbaren Aktionssatz. Nach dem Laden in Photoshop finden Sie vier Aktionen vor: "bottom left", "bottom right", "top left" und "top right", mit denen Sie eine angehobene Ecke unten links, unten rechts, oben links beziehungsweise oben rechts erstellen. Die Aktionen benötigen zum Funktionieren eine Hintergrundebene, die durch den Ablauf in eine normale Ebene vor transparentem Hintergrund umgewandelt wird.

Lens flares

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Olaf Giermann / Shahadat Rahman / DOCMA

Zur Erzeugung von Lichteffekten bietet Photoshop unter anderem die Renderfilter "Blendenflecke" und "Beleuchtungseffekte". Doch gerade den Effekt des ersten Filters erkennt man bei einfacher, direkter Anwendung schon auf zehn Meilen Entfernung. Eine Alternative zu teuren Plug-ins ist der Einsatz von Texturen aus dem Internet, wie Sie sie zum Beispiel hier finden. Setzen Sie Blendenflecke vor schwarzem Hintergrund als Ebene mit der Füllmethode "Negativ multiplizieren" ein.

Bildstilisierung mit Textur

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Olaf Giermann / Enchantedgal Stock / DOCMA

Sowohl Pinselspitzen als auch Texturen sind nichts anderes als Pixelbilder: Pinselspitzen sind reine Graustufenbilder, Texturen können dagegen auch Farbfotos sein. Durch flächigen Einsatz von Pinselspitzen oder Texturfotos lassen sich Bilder sehr schnell und effektiv stilisieren. Eine Textur wie im Beispiel finden Sie auf dieser Seite. Platzieren Sie sie als eigene Ebene in Ihrer Ausgangsdatei und probieren Sie dann verschiedene Ebenenfüllmethoden aus. Hier führt der Modus "Differenz" zu einer interessanten Verrechnung und einer invertierten Farbpalette. Per Maske wurde die Wirkung auf das Model teilweise ausgeschlossen.

Sonnenlicht-Effekt

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Olaf Giermann / DOCMA

Mit der unter www.docma.info ladbaren Aktion "sun light" verleihen Sie Ihren Fotos eine dramatische Gluthitze. Ihr Bild darf hier nur aus einer Hintergrundebene bestehen. Leider reduziert die Aktion die während des Ablaufs erstellten Ebenen mehrfach zu einer Hintergrundebene. Möchten Sie den Effekt auf einer eigenen Ebene, können Sie das Resultat der Aktion mit "Strg-/Cmd-A" auswählen, mit "Strg-/Cmd-C" kopieren, dann über "Datei > Zurück zur letzten Version" ("F12") die Aktion rückgängig machen und das Ergebnis mit "Strg-/Cmd-C" einfügen.

Color Lookup

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Olaf Giermann / DOCMA

In Photoshop CS6 gibt es eine neue Einstellungsebene "Color Lookup". In den drei dort zu findenen Dropdown-Feldern erhalten Sie eine Vielzahl verschiedener Vorgaben, die zur farblichen Stilisierung Ihrer Fotos (und Videos) eingesetzt werden können. Probieren Sie die verschiedenen Presets aus, die sich oft an beliebten Kinofilm-Looks orientieren. Durch Absenken der Deckkraft fügen Sie die Effekte subtiler hinzu, und durch die Füllmethoden der Einstellungsebene variieren Sie die Wirkung.

Gitterschrift

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Olaf Giermann / DOCMA

Oft werden Photoshops Ebenenstile nur als billiger Effekt vergleichbar zu "Word-Art" eingesetzt. Dabei erlauben diese bei feiner Abstimmung sehr eindrucksvolle Ergebnisse, die dann mit nur einem einzigen Klick zugewiesen werden können. Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Ebenenstil "Free Grill Style PLS" von Designercrow, den Sie hier herunterladen können. Nach einem Doppelklick auf "Free_Grill_Style_PLS.asl" finden Sie das Preset ganz unten in der "Stile"-Palette. Geeignet ist es vor allem für fette Schriftschnitte.

Ein Bild als viele - viele als eine Collage

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Olaf Giermann / DOCMA

Auf der Webseite von PanosFX können Sie aufwendige Aktionen zur Erstellung von Bild-Collagen beziehen. Die Polaroid- und Matrix-Aktionen im 5 × 5-Bilder-Raster sind ohne Registrierung herunterzuladen und für private Zwecke kostenlos einsetzbar. Mit der Aktion "25 curled polaroids" erzeugen Sie aus einem einzelnen Bild das abgebildete Ergebnis. Hierbei erlaubt die Aktion durch zwischengeschaltete Abfragen sowohl die zufällige Streuung der virtuellen Polaroids als auch eine Variation der Perspektive. Die Aktion "25 photos matrix" ermöglicht eine vergleichbare Rasteransicht, die jedoch nicht aus Teilen eines einzelnen Bilder zusammengesetzt, sondern aus 25 zuvor in Photoshop geöffneten Fotos generiert wird. Die auch kommerziell einsetzbaren Kaufversionen erlauben viele weitere Präsentationsraster und -stile.

Brüchiger Stein

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Olaf Giermann / DOCMA

Der unter www.docma.info ladbare Ebenenstil "Free Roman Style PhotoshoplayerstyleCom" erzielt einen Steineffekt durch eine Kombination der Effekte "Kontur", "Glanz", "Verlaufsüberlagerung", "Schein nach außen" und "Schlagschatten" - die "Hauptlast" des Effekts trägt hier jedoch "Abgeflachte Kante und Relief". Dort wurde über den "Kontur-Editor" eine Mehrfachkontur erzeugt, welche für die abgestufte Kante verantwortlich ist. Die Risse des Steinmaterials resultieren aus dem unter "Struktur" festgelegten Muster.

Dieser Artikel stammt aus DOCMA, DocBaumanns Magazin für Bildbearbeitung 3/2013.

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Kein Link
blowup 28.04.2013
Es wäre schön, wenn wenigstens einer der Links in dem Artikel funktionieren würde.
2. Mehr davon
martin2011ac 28.04.2013
Endlich mal ein Artikel über Internet Technologien in SPON der auf den Punkt kommt, wobei Photoshop wohl nicht nur für Webmaster zum Einsatz kommt. Trotzdem klasse, weil ich mir Photoshop jetzt sowieso mal näher ansehen wollte. Die Seite vom Autor werde ich mir mal näher anschauen werde, weil da scheint ja noch einiges mehr zu sein was ich gut gebrauchen kann um meinen Templates in www.jb-webs.com einen extra touch geben zu können. Würde mich freuen wenn Sie mehr solcher Artikel bringen könnten, leider funktionieren die Links hier nicht, macht aber nichts, werde mich schon durchfinden.
3. Redaktionelle Werbung...
Akbatur 28.04.2013
Da immer mehr Menschen Ad-Blocker einsetzen, muss man eben die Werbung als redaktionelle Arbeit verkaufen und den Begünstigten oft genug erwähnen. Beim Fernsehen würde man das entweder als Schleichwerbung oder "Dauerwerbesendung" bezeichnen. Hier wird auch kein neues Produkt vorgestellt, was eine Rezension rechtfertigen würde, nein hier wird schlicht und einfach für eine Zeitschrift geworben. Die Photoshop-"Tips und Tricks" sind nur das Vehikel.
4. optional
fesch 28.04.2013
Wär schon toll, wenn es links geben würde, die einen zu den beschriebenen Effekten leiten.
5. Lens Flair
thorsten wulff 28.04.2013
Blendenflecke erfreuen sich ja großer Beliebtheit. Während die Fotografen in nanalogen Zeiten noch fleissig Gegenlichtblenden auf ihre Objektive schraubten bastelt man heute eifrig künstliche Lens Flares in die Bilder. Als JJ Abrams sein Star Trek 2009 mit gigantischen Blendeneruptionen zuballerte entstand ein Trend, diese auch im Kono vermehrt als Gestaltungselement einzusetzen. Schwarze Ebene und Negativ Multiplizieren funktioniert gut, zumal man den Flare durch verschieben der Ebene gezielt positionieren kann. Ich benutze meist den standard filter und bearbeite ihn mit verzerrung, Unschärfe und ähnlichem, um ihm einen natürlicheren Look zu geben. Bei Star Trek hat ILM übrigens in einem dunklem Saal mit Taschenlampen in die Objektive geleuchtet und dann die Flares dem Filmmaterial in der postproduction hinzugefügt. So geht das auch.
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