Bildbearbeitung Wie man kleine Bilder größer rechnet

Das Bild ist zu klein, die Auflösung zu niedrig? Da kann moderne Bildbearbeitungssoftware helfen. Neben Photoshop gibt es weitere Programme oder Plug-ins zur sogenannten Interpolation, durch die sich Bilder größer rechnen lassen. Das Fachmagazin "Docma" hat mehrere getestet.

Von Sven Fischer


Testkandidaten: onOne Perfect Resize, Benvista PhotoZoom, Akvis Magnifier, AlienSkin BlowUp

Testkandidaten: onOne Perfect Resize, Benvista PhotoZoom, Akvis Magnifier, AlienSkin BlowUp

Bei der Auswahl der Testkandidaten haben wir nur Programme berücksichtigt, die es sowohl für Windows-Systeme wie auch für den Mac gibt. Einige sind nur als Plug-in verfügbar, eins auch als Stand-Alone-Produkt. Im Bereich der Plug-ins steht Alien Skin Blow Up zur Verfügung. Die Programme Akvis Mag_nifier, Benvista Photozoom und onOne Perfect Resize lassen sich als eigenständige Programme wie auch als Plug-Ins installieren.

Die Hauptfrage ist zunächst einmal, was die zusätzlichen Programme anders machen als Photoshop, und welche Technologie dahintersteckt. Wichtig ist auch die Frage, ob alle Kandidaten die Ergebnisse von Photoshop erreichen.

Als Testbilder haben wir drei typische Beispiele ausgewählt, wie sie in der Praxis häufig vorkommen. Bild 1 ist die JPG-Aufnahme einer Handy-Kamera mit einer Auflösung von knapp 2600_x_1900 Pixel. Daraus soll ein Ausschnitt (ca. 1/3 des Bildes) auf das Format DIN A4 vergrößert werden. Bei Bild 2 handelt es sich um das RAW-Foto einer digitalen Spiegelreflex-Kamera (ca. 5600_x_3700 Pixel), das auf das Format DIN A0 hochgezogen wird. Bild 3 ist ein stark komprimiertes, niedrig aufgelösten JPG-Webbild (Kantenlänge 500 Pixel), das auf knapp 3500 Pixel Kantenlänge hochinterpoliert werden soll.

Was bietet Photoshop?

Die Ausgangsbilder: Ein JPG einer Handy-Kamera (Bahnhof), das RAW-Foto aus einer digitalen Spiegelreflex (Dame mit Maske) (Canon EOS 5D Mark II) und ein Web-JPG mit 500 Pixel Kantenlänge (Speisen).

Die Ausgangsbilder: Ein JPG einer Handy-Kamera (Bahnhof), das RAW-Foto aus einer digitalen Spiegelreflex (Dame mit Maske) (Canon EOS 5D Mark II) und ein Web-JPG mit 500 Pixel Kantenlänge (Speisen).

Die qualitativ beste Interpolationsmethode, die in Photoshop zu finden ist, nennt sich "bikubische Interpolation". Zwar bietet Photoshop auch eine einfache Pixelwiederholung und eine "bilineare" Interpolation, beide sind aber unter qualitativen Aspekten nicht empfehlenswert.

Bei der bikubischen Interpolation werden die Werte benachbarter Pixel verglichen und weiche Tonabstufungen errechnet (bilinear mittelt lediglich die Werte benachbarter Pixel). Photoshop bietet bei der bikubischen Variante neben der Standard-Interpolation auch die Optionen "optimal" (gedacht für Verläufe), "glatter" (Vergrößerung) und "schärfer" (Verkleinerung). Diese Empfehlungen sollte man nicht zu eng interpretieren. Auch bei Vergrößerungen kann man durchaus mit der Methode "bikubisch schärfer" sehr gute Ergebnisse erzielen, obwohl sie eigentlich für Verkleinerungen gedacht ist. Abhängig vom jeweiligen Motiv kann bei der Methode "bikubisch glatter" bei Vergrößerungen - bewirkt durch die damit verbundene Weichzeichnung - das Ergebnis recht unscharf erscheinen. In diesem Fall sollte man besser die Variante "bikubisch schärfer" verwenden.

Was ist bei Interpolationen zu beachten?

Der beste Algorithmus zur Vergrößerung der Bildauflösung in Photoshop ist die Methode "bikubisch", die in drei Varianten angeboten wird.

Der beste Algorithmus zur Vergrößerung der Bildauflösung in Photoshop ist die Methode "bikubisch", die in drei Varianten angeboten wird.

Zum Thema Bildvergrößerung liest und härt man viele "Mythen". Oft wird die Möglichkeit der Interpolation beispielsweise prozentual angegeben, manchmal ist da von bis zu 1000 Prozent zu lesen. Solche Aussagen berücksichtigen eine wichtige Grundlage nicht - die optische Qualität des Ausgangsbildes.

Es spielt bei jeder Interpolationsmethode eine große Rolle, ob eine kleine Pixelmenge zur Verfügung steht, wie bei einem Webbild, oder eine große Menge an "Ausgangsmaterial" wie bei einem Raw-Foto. Je größer die Masse an Pixeln ist und je besser sie strukturiert ist (in Form von klaren Helligkeits- und Farbkontrasten), umso besser kann das interpolierte Ergebnis sein. Es ist also unmöglich, pauschal festzulegen, eine Software könne um 1000 Prozent vergrößern, zumindest nicht, wenn es um die visuelle Qualität des skalierten Fotos geht.

Ein weiterer Aspekt, der oft völlig außer Acht gelassen wird, ist der Betrachtungsabstand. Je größer das Format eines Fotos ist, umso größer ist Üblicherweise auch der Abstand, aus dem es betrachtet wird. Je weiter der Betrachter vom Bild entfernt ist, umso weniger kann er kleine Details erkennen. Dann spielt eher die Grundschärfe des Bildes eine Rolle. Und die ist bei einer DSLR mit guten Objektiven sicherlich erheblich höher als bei einem Webbild mit deutlichen Artefaktstrukturen. Übertrieben formuliert, werden beim JPG-Webbild lediglich die Störstrukturen vergrößert, und das kann nicht den gleichen optischen Schärfeeindruck ergeben wie bei einem Bild aus einer DSLR.

Es ist also in der Praxis viel wichtiger zu fragen, woher das Bild kommt und wie viel Pixel es als Ausgangsmaterial bietet, als mit hohen Prozentwerten zu jonglieren.

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insgesamt 17 Beiträge
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kognitive-dissonanz 01.05.2011
1. Lustiges Apfel-mit-Birnen-Vergleichen
Zitat: "Bevor man relativ viel Geld in eine spezialisierte Software steckt, sollte man erst einmal die Möglichkeiten von Photoshop ausreizen" Schon mal geschaut, was Photoshop so kostet? Muss man heutzutage nicht mehr kaufen? Ja dann ....
Aragorn, 01.05.2011
2. Fazit ist völlig falsch. Jedes der Programme ist deutlich billiger als PS.
Photoshop dürfte der mit Abstand teuerste Testkanidat sein. Warum wird das nirgends erwähnt? Mir scheint das eine einzige Indirekte Werbung für Photoshop zu sein. Wer hat den Artikel geschrieben? Adobee? Als alternative hätte man z.B. GIMP (erhältlich für Mac,Windows,Linux u.a.) nehmen können. DAs kostet wirklich nichts. Und da wäre ein Vergleich wirklich sinnvoll nach dem Motto "muss ich Geld ausgeben oder geht es auch so". Denn so heisst es kaufe ich besser für 1000€ Photoshop oder für 100€ ein Bildvergrösserungsprogramm. Das Fazit ist weil die Information des Photoshoppreises fehlt völlig falsch. Wer nur Bilder vergrössern will und sonst nichts (oder sonst Gimp o.ä. verwendet) ist mit jedem der Bildvergrösserungsprogramme besser beraten als mit dem Kauf von Photoshop.
Kapnix, 01.05.2011
3. kT
Zitat von kognitive-dissonanzZitat: "Bevor man relativ viel Geld in eine spezialisierte Software steckt, sollte man erst einmal die Möglichkeiten von Photoshop ausreizen" Schon mal geschaut, was Photoshop so kostet? Muss man heutzutage nicht mehr kaufen? Ja dann ....
Nö bei den durch den Artikel angesprochen Personenkreis kann man PS wohl voraussetzen, für den Rest reichen die resize Funktionen diverser Grafikprogramme.
homeuser 01.05.2011
4. Lustiger Artikel
Zitat von AragornPhotoshop dürfte der mit Abstand teuerste Testkanidat sein. Warum wird das nirgends erwähnt? Mir scheint das eine einzige Indirekte Werbung für Photoshop zu sein. Wer hat den Artikel geschrieben? Adobee? Als alternative hätte man z.B. GIMP (erhältlich für Mac,Windows,Linux u.a.) nehmen können. DAs kostet wirklich nichts. Und da wäre ein Vergleich wirklich sinnvoll nach dem Motto "muss ich Geld ausgeben oder geht es auch so". Denn so heisst es kaufe ich besser für 1000€ Photoshop oder für 100€ ein Bildvergrösserungsprogramm. Das Fazit ist weil die Information des Photoshoppreises fehlt völlig falsch. Wer nur Bilder vergrössern will und sonst nichts (oder sonst Gimp o.ä. verwendet) ist mit jedem der Bildvergrösserungsprogramme besser beraten als mit dem Kauf von Photoshop.
Ich denke der Artikel richtet sich an Profis, und setzt das vorhandensein von Photoshop quasi voraus. Warum sollte man für Photoshop noch Werbung machen? Wird ohnehin überall benutzt ;-) Es gibt in meiner Branche durchaus die Diskussion Mac oder Windows, Nvidia-Grafik oder Ati? Aber Photoshop ist meist recht alternativlos...
bodenseekoenig 01.05.2011
5. Photoshop vs. Spezialsoftware?
[QUOTE=kognitive-dissonanz;7743347 Schon mal geschaut, was Photoshop so kostet? Muss man heutzutage nicht mehr kaufen? Ja dann ....[/QUOTE] An Photoshop führt für Profis und engagierte Amateure ohnehin kein Weg vorbei. Es ist sozusagen eine Art Grundwerkzeug, das sowieso da ist, bei den Bildbearbeitern, an die der Artikel und die Spezialprogramme gerichtet sind. Man kann damit Kontrast- Sättigungs- und Helligkeitswerte auch in einzelnen Bereichen optimieren, Fotomontagen und Retuschen durchführen, optimale SW-Bilder aus Farbvorlagen erstellen und sehr viel mehr, unter anderem eben auch Interpolation. Es ging in dem Artikel also darum, ob und für wen es sich lohnen könnte, zusätzlich zum ohnehin vorhandenen PS auch noch so ein Spezialtool anzuschaffen. Meine Meinung nach diesem Artikel: Für fast niemanden.
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