Mit Android-Betriebssystem: Via kündigt 49-Dollar-PC an
Dieser PC ist anders: Er soll nur 49 Dollar kosten, ist so groß wie eine Hand und arbeitet mit dem Handy-Betriebsystem Android statt mit Windows oder Linux. Der Billig-Computer ist aber nur mit etwas Nacharbeit einsatzbereit.
Die Symbolik ist eindeutig, das Bild wirft trotzdem Fragen auf: Haben das neuen PC-Mainboard von Via und die Banane tatsächlich so nebeneinander gelegen, wie sie auf dem obigen Bild zu sehen sind? Dann nämlich wäre es ein ausgesprochen großes Exemplar der gelben Südfrucht gewesen, denn die rot lackierte Platine ist 17 Zentimeter lang. Das ist für eine Banane recht groß, aber für einen PC-Platine sehr kompakt.
49 Dollar soll der 17 Zentimeter lange PC kosten. Der sensationelle Preis des APC genannten Mini-Rechners wird auch dadurch erreicht, dass den Kunden nur die mit Chips bestückt Hauptplatine und ein Netzteil zugeschickt werden. Um das Gehäuse muss sich der Anwender selbst kümmern. Passende Modelle dürften leicht zu finden sein, denn die Platine hat Standard-Maße (Mainboards in dieser Größe werden als Neo-ITX bezeichent).
Abgesehen vom Gehäuse soll aber alles dabei sein bei dem kleinen Rechner. Als Betriebssystem soll nicht das teure Windows oder ein PC-taugliches Linux dienen, sondern Googles Smartphone-Betriebssystem Android. Der Name APC steht für Android-PC. Via verspricht ein Android in einer "optimierten Version", diese soll auf Android 2.3 basieren und wird auf dem APC vorinstalliert sein.
Die Hardware selbst geizt mit großen Zahlen. Als Antrieb dient ein mit 800 Megahertz getakteter Wondermedia-Arm-Prozessor mit nur einem Rechenkern. Ein Chip also, der erheblich langsamer ist als die Dual- und Quadcore-Prozessoren in vielen aktuellen Smartphones.
Zu langsam und zu gierig?
Ihm zur Seite stehen 512 Megabyte Arbeitsspeicher und zwei Gigabyte Flash-Speicher. Eine Festplatte oder ein optischen Laufwerk sind nicht vorgesehen, ein Speicherkartenleser und vier USB-2.0-Ports sind die einzige Möglichkeit, externe Medien anzubinden. Per Fast-Ethernet nimmt der APC Kontakt zum Netzwerk auf.
Als Spiele-PC taugt er also nicht, zumindest nicht für Hardcore-PC-Gamer. Android-Spiele wie "Angry Birds" sollten aber problemlos laufen. Das Abspielen von Videos werde per Hardwarebeschleunigung unterstützt, sagt der Hersteller. Das ist auch sinnvoll, da Videosignale unter anderem per HDMI in der HD-Auflösung 720p ausgegeben werden können.
Genau das könnte ein typischer Anwendungsfall für einen APC sein: Als Videozuspieler am Fernseher, der Filme von einer USB-Festplatte oder einem Netzwerkspeicher abspielt. Ganz so genügsam, wie man es sich wünschen würde, ist der Mini-Computer dabei leider nicht, schreibt "Hardware Hacks". Zwar gibt er sich im Leerlauf mit sparsamen vier Watt zufrieden und verbraucht selbst unter Volllast nur 13,5 Watt, was gegenüber Windows-PC sehr wenig ist. Verglichen mit anderen Mini-Rechnern sei das Verhältnis zwischen Strombedarf und Leistungsausbeute aber ungünstig.
Überdies lässt die Via-Pressemitteilung viele Fragen offen. Etwa die nach dem Zugang zu Android-Apps. Den Zugang zu Google Play, dem App-Store für Android, beschränkt Google gewöhnlich auf Geräte, die bestimmte Standards erfüllen, was dem APC kaum gelingen wird.
mak
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- Mittwoch, 23.05.2012 – 17:28 Uhr
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