Bizarrer Bug Netzwerkfehler lässt Handys SMS-Spam verschicken

Kunden eines französischen Mobilfunkunternehmens erlebten in der Silvesternacht eine bizarre Fehlfunktion: Ihre Handys verschickten Dutzende SMS und MMS, bei einigen Kunden liefen Kosten von mehreren Hundert Euro auf.

Neujahrs-SMS: Eine französische Mobilfunkfirma verschickte einige Nachrichten zu oft
AFP

Neujahrs-SMS: Eine französische Mobilfunkfirma verschickte einige Nachrichten zu oft


Schätzungen zufolge sollen die Franzosen in der letzten Nacht des Jahres 2010 zwischen 400 und 930 Millionen Textnachrichten verschickt haben - das wären sechs bis 14 SMS-Nachrichten pro Franzose. Einige Hundert Mobilfunkkunden haben diesen Schnitt in der Silvesternacht allerdings unwillentlich gehoben, wenn man einem Bericht der BBC folgt: Mehrere Hundert französische Mobilfunkkunden sollen eine bizarre Fehlfunktion erlebt haben, die die SMS-Eingänge ihrer Freunde und Kontakte füllte, ihre Konten aber leerte.

Nach Auskunft des Mobilfunkunternehmens Orange habe der Fehler auf Netzwerkebene gelegen und bei einer begrenzten Anzahl von Kunden dazu geführt, dass bis zu 130 SMS- oder MMS-Nachrichten abgingen, wo nur eine verschickt werden sollte. Einzelne Kunden legten Beschwerden ein, weil ihre Konten mit bis zu 400 Euro belastet wurden.

Ein Nutzer klagte in einem Supportforum von Orange, er habe dank der Fehlfunktion angeblich über 300 kostspielige Bildnachrichten verschickt. Während SMS erst bei Überschreitung eines freikontingents kostenpflichtig, aber preiswert sind, sind MMS-Nachrichten kostspielig. Bei Orange werden pro MMS um die 30 Cent fällig.

Der technische Fehler führte augenscheinlich zu einer Vervielfältigung tatsächlich gesendeter Nachrichten, die dann nicht einmal, sondern dutzende Male beim Empfänger aufliefen. Nach Informationen der Zeitung "Le Parisien" entstand das Problem nur beim Übergang von Textnachrichten von Orange zu einem anderen, namentlich nicht genannten Mobilfunkbetreiber - also im Netzwerk-überschreitenden Textnachrichten-Verkehr.

Orange hat bereits zugesichert, dass den Betroffenen durch die Fehlfunktion keine Kosten entstehen sollen. Die Beschwerden würden geprüft, eventuell überhöhte Gebührenforderungen zurückgezogen oder zurückgezahlt.

pat

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