Blackberry-Pad und Galaxy Tape: Neue Konkurrenz für iPhone und iPad

Die Finger-Flachmänner kommen näher. Einem Zeitungsbericht zufolge plant jetzt auch Blackberry-Hersteller Research in Motion einen Tablet-Rechner, dessen Konzept allerdings an einen berühmten Flop erinnert. Und auch bei Samsung steht offenbar ein bemerkenswerter Touch-PC bereit.

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Blackberry OS 6: Grundlage für ein Blackberry-Tablet?

Kommt nach dem iPad das Blackberry-Pad? Einen Bericht des " Wall Street Journal" zufolge arbeitet Blackberry-Hersteller Research in Motion bereits eifrig an einem solchen Gerät, das als Tablet-Rechner den Smartphones des kanadischen Unternehmens beistehen soll. Und auch der koreanische Elektronikriese Samsung scheint das Erfolgskonzept des Apple-Rechners adaptieren zu wollen, werkelt ebenfalls an einem großen Touchscreen-Gerät, das noch im Sommer in den Handel kommen soll.

Dass den Blackberrys eine große Überarbeitung bevorsteht, hatte sich angedeutet. Erst vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen eine neue Version seines Handybetriebssystems, das Blackberry OS 6, angekündigt. Dessen Stärken sollen vor allem in verbesserten Multimedia-Fähigkeiten und einer stärkeren Spezialisierung auf die Nutzung mit einem Touchscreen liegen. Research in Motion will damit offensichtlich verlorene Marktanteile zurück erobern. In den USA liegen die Blackberry-Smartphones zwar noch mit 35 Prozent auf dem ersten Platz, Apples iPhones holen aber schnell auf, haben sich der Marktforschungsagentur Nielsen zufolge bereits 28 Prozent des Marktes gesichert, dicht gefolgt von Android-Handys.

Das neue Modell soll diesen Abstand nun wieder vergrößern. Dem "Wall Street Journal" zufolge wird es zusätzlich zum Touchscreen mit einer Schiebe-Tastatur ausgestattet sein - wohl, um langjährige Blackberry-User nicht zu vergraulen, die ihr Tastenfeld lieb gewonnen haben. Zusätzlich aber arbeite das Unternehmen an einem Blackberry-Tablet ähnlich dem iPad.

Erinnerung an einen alten Flop

Ganz anders als Apples Flachrechner werde Blackberry Gegenentwurf allerdings kein echter Standalone-Tablet-PC werden. Die Internet-Verbindung werde nicht wie beim iPad über ein eingebautes UMTS-Modul hergestellt, sondern soll über einen Blackberry erfolgen. Ein solches vorgehen hätte zumindest den Vorteil, dass man keine zusätzliche Sim-Karte und keinen weiteren Datenvertrag für ein solches Gerät bräuchte. Ob in das Blackberry-Pad auch ein W-Lan-Modul eingebaut werden soll, ist offensichtlich noch nicht klar.

Interessant sind bei diesem Konzept jedenfalls die Parallelen zu einem Produkt das Handy-Hersteller Palm bereits 2007 angekündigt hatte. Der Palm Foleo war als "mobiler Begleiter" für die Smartphones des Unternehmens gedacht. Er war besonders flach und leicht, sollte ebenfalls die Datenverbindung des Handys nutzen und in erster Linie als Bildschirm mit Tastatur für unterwegs dienen. Nur vier Monate nach der Ankündigung stampfe der Hersteller das Gerät kurz vor der geplanten Auslieferung wieder ein.

Samsungs Android-Pad

Dass dem Blackberry-Pad, so es denn mehr als nur ein Gerücht ist, dasselbe Schicksal droht, ist kaum anzunehmen, schon weil die Kanadier mit einem solchen Gerät in einen bereits vorbereiteten Markt eintreten würden. Dasselbe gilt auch für den Tablet-PC, den sich Samsung ausgedacht hat. Ähnlich wie Apples iPad bei manchem den Eindruck erweckt, es handele sich um ein vergrößertes iPhone, wirkt das Samsung-Tablet wie eine aufgeblasene Variante der Galaxy-Smartphones.

Und mit diesen Handys teilt das angeblich als Galaxy Tape bezeichnete Gerät einige Eigenschaften, die es ausgesprochen interessant aussehen lassen. Das betrifft vor allem den Bildschirm, der auf Samsungs Super-AMOLED-Technik basieren soll, die den Handys bereits herausragende Bildqualität beschert. Als Prozessor soll ein Samsung-Chip mit 1,2 GHz zum Einsatz kommen, dem 16 GB Speicher zur Seite stehen, die per Steckkarte auf bis zu 48 GB aufgestockt werden können. Das Gewicht des 7-Zoll-Geräts soll in etwa dem des iPad entsprechen (870 Gramm). Als Betriebssystem verwendet Samsung den bisherigen Angaben zufolge Googles aktuelle Android-Version 2.2. Mit welcher Netzwerktechnik das Tape ausgerüstet wird, ist bislang nicht bekannt.

Gerüchten zufolge soll Samsung das Gerät schon Ende August auf den Markt bringen. Vorerst allerdings nur in seinem Heimatland Südkorea und zu einem bislang ungenannten Preis. Wann und ob das Gerät auch in Europa angeboten wird, ist noch vollkommen unklar. Die Internationale Funkausstellung in Berlin, Anfang September, wäre allerdings das passende Ereignis, um ein solches Gerät für den internationalen Markt vorzustellen.

mak

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