Passwörter: Blackberry funkt E-Mail-Zugangsdaten nach Hause

Blackberry liest mit - zumindest das Passwort für das E-Mail-Konto: IT-Experten warnen davor, dass der Blackberry-Hersteller sich Zugangsdaten der Nutzer nach Kanada schickt. Das Unternehmen bestreitet Hintertüren für Regierungen.

Blackberry Q10: E-Mail-Zugriff für Behörden durch die Hintertür? Zur Großansicht
DPA

Blackberry Q10: E-Mail-Zugriff für Behörden durch die Hintertür?

Zwei Sicherheitsexperten werfen unabhängig voneinander Blackberry vor, die Zugangsdaten für E-Mail-Konten an Server des Unternehmens in Kanada zu übermitteln. Richtet sich ein Nutzer mit Hilfe des Konfigurationsassistenten im aktuellen Betriebssystem Blackberry 10 sein E-Mail-Konto ein, landen die Logindaten offenbar bei Blackberry in Kanada.

Aufmerksam auf die Ausspähung wurden Marc Heuse, der in einem Bericht bei heise.de zitiert wird, sowie Frank Rieger, der einen Blogbeitrag verfasste. Die Übermittlung soll möglicherweise dem Komfort bei der Einrichtung dienen - zumindest theoretisch könnte es aber möglich sein, dass bei Blackberry Behörden oder Mitarbeiter auf diese Daten zugreifen.

Nutzt man das "erweiterte" Setup des E-Mail-Kontos, werden die Login-Daten offenbar nicht zusätzlich zu Blackberry übertragen. Dafür muss man sich um die richtigen Protokolle und Ports des E-Mail-Servers selbst kümmern. Bei Firmen-Blackberrys soll das Problem nicht auftreten.

Zu der kritisierten Funktion machte Blackberry zunächst keine Angaben. Gegenüber heise.de betonte ein Firmensprecher, es gebe keine "Hintertür" zu dieser Plattform.

ore

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wieso nur Blackberry?
Niamey 18.07.2013
Zitat von sysopDPABlackberry liest mit - zumindest das Passwort für das E-Mailkonto: IT-Experten warnen davor, dass der Blackberry-Hersteller sich Zugangsdaten der Nutzer nach Kanada schickt. Das Unternehmen bestreitet Hintertüren für Regierungen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/blackberry-soll-e-mail-zugangsdaten-ausspaehen-a-911882.html
Wenn man sich eMailkonten mit iPhones und Co. einrichtet, funktionniert das ganz ähnlich! Ob dabei auch die Passwörter zu Apple gefunkt werden, müsste mal ein Informatiker überprüfen!
2.
gorkamorka 18.07.2013
Zitat von sysopDPABlackberry liest mit - zumindest das Passwort für das E-Mailkonto: IT-Experten warnen davor, dass der Blackberry-Hersteller sich Zugangsdaten der Nutzer nach Kanada schickt. Das Unternehmen bestreitet Hintertüren für Regierungen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/blackberry-soll-e-mail-zugangsdaten-ausspaehen-a-911882.html
Natürlich haben Regierungen vollzugriff auf Blackberry Handys. Im Falle von Indien hat Backberry dies auch bereits eingeräumt: "I can confirm that RIM is providing an appropriate lawful access solution that enables India’s telecom operators to be legally complaint with respect to their BlackBerry consumer traffic. Correspondence reviewed by ET, however, shows that the solution demonstrated by RIM can intercept all BlackBerry services. A telecom department official also confirmed that corporate emails would form part of the services that the government will be able to monitor." Wenn selbst Indien das kann, können das NSA, BND, GCHQ, und Co. schon lange.
3. Zugang zum eMail-Konto als Generalschlüssel
Velociped 18.07.2013
Wer Zugang zum eMail-Konto hat, hat über die Funktion "Passwort vergessen" Zugang zu praktisch allen Diensten, die ein Nutzer nutzt. Nicht zuletzt deshalb wurde der Polizei und dem Verfassungsschutz in vielen Bundesländern per Gesetz die Zugangsdaten ausgeliefert - auch ohne richterliche Genehmigung. Eigentlich ein Unding, da Webanbieter, die Passwörter im Klartext speichern, grob fahrlässig handeln. Dass die Geheimdienste diese auch über Google, Apple und Blackberry abgreifen möchten, verwundert ebenso wenig wie das von Knebelgesetzen erzwungene Demento von Blackberry.
4. Industriespionage
sunrise1873 18.07.2013
Zitat von sysopDPABlackberry liest mit - zumindest das Passwort für das E-Mailkonto: IT-Experten warnen davor, dass der Blackberry-Hersteller sich Zugangsdaten der Nutzer nach Kanada schickt. Das Unternehmen bestreitet Hintertüren für Regierungen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/blackberry-soll-e-mail-zugangsdaten-ausspaehen-a-911882.html
das ist wirklich eine Ungeheurlichkeit! Alle Serversicherheit ist damit für die Katz, wenn die Endgeräte einfach heimlich die Paßwörter "nach hause" funken. Einladung zur Industriespionage! Die Meldung gestern mit den W-Lan Paßwörtern die im Klartext zu Google geschickt werden reiht sich da nur ein. Keine Feierwall nutzt etwas, wenn der Geheimdienst einfach über Wlan in das Firmennetz rein kommt (z.B. vom VW-Bus auf der Straße vor der Firma oder ein olles Wohnmobil). Das zeigt wieder mal, daß solche Geräte im Grunde genommen im geschäftlichen Umfeld nichts zu suhen haben und ganze Unternehmensinfrastrukturen kompromittieren können. Das betrifft auch z.B. auch Apps wie "Whatsapp" die bei jedem Zugriff das komplette Adreßbuch in die USA laden... Auf die Art weiß man dort dann schon, wer vermutlich Teil z.B. einer Forschungsgruppe ist oder welche Quellen der Journalist hat, welche Mandanten der Anwalt in sein Handy gespeichert hat uvm. Oftmals sind die Smartphones z.B. über CardDAV oder CalDAV auch noch direkt in die Firmeninfrastruktur eingebunden, d.h. beinhalten sämtliche Firmenkontakte. Auch Blackberry gilt insbesondere als ehemaliges Handy v.a. der Manager... Hier geht es nicht um Terrorbekämpfung sondern Industriespionage!
5. Kalter Kaffee...
agent-p. 18.07.2013
Die Fa. RIM (jetzt Blackberry) hatte von Beginn an das Pentagon als Hauptsponsor und alle emails konnten stets dort mitgelesen werden. Das ging ohne Prism und jeder "Business"- Kunde hat sich der US- "Intelligence" anvertraut. Das ist natürlich keine Industriespionage, sondern schlichtweg Dummheit. Ebenso hätten Industrieunternehmen ihre vertraulichen Dokumente gleich auf Facebook posten können. Die Empörung in dieser Marginalie ist mir daher recht unverständlich. Aber die Tage von Blackberry sind ja eh gezählt....
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gadgets
RSS
alles zum Thema Blackberry
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 18 Kommentare

Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.