Von Matthias Kremp

iPad-Tastaturen: Unterschiedliches Aussehen, unterschiedliche Preise, ähnliche Technik
Denn mittlerweile gibt es etliche Hersteller, die iPad-Cases mit integrierter Tastatur anbieten. Manche sind eher elegant, einige auf Stabilität getrimmt und wieder andere konsequent für Vieltipper ausgelegt. Und es gibt auch jene Varianten, die einfach nur billig sind und gerade mal für Gelegenheitsnutzer ausreichen.
Allen gemein ist, dass sie nur bedingt für Vielflieger geeignet sind. Statt per Kabel über den sogenannten Dock-Connector verbinden sie sich drahtlos per Bluetooth mit dem Apple-Tablet. Doch die Nutzung von Bluetooth ist bei vielen Fluggesellschaften an Bord der Flugzeuge verboten.
Im Zug, im Café oder auf dem Sofa stört das aber niemanden. Angst, dass einem dabei der Strom ausgeht, muss man kaum haben. Die Hersteller geben zwischen acht (Trekstor) und 60 (Belkin) Stunden Ausdauer für ihre Funktastaturen an. Die Standby-Zeit beträgt bis zu drei Monate (Belkin).
Welche Unterschiede es bei iPad-Tastaturen sonst noch gibt, zwischen den edlen und den robusten, zwischen den billigen und den teuren, zeigt unser Gerätevergleich.
Ein Fall für Vielschreiber: Belkin Keyboard Folio
Die Tastaturtasche von Belkin ist so etwas wie der Mercedes seiner Klasse. Mit ihren dicken Nähten und dem gelochten Außenmaterial hat sie die Anmutung von Sportwagensitzen, wirkt robust und langlebig. Mit der Zeit wird sie sicher eine interessante Patina ansetzen.
Unter dieser stabilen Außenhülle ist das iPad jedenfalls gut geschützt. Ein Nachteil: Apples schlankes Tablet wird durch die Schutzhülle zu einem dicken Klopper, mächtiger noch als viele Notebooks. Ein weiterer Nachteil: Das iPad in diese Hülle zu stecken, erfordert einige Mühe. Ist es einmal drin, will man es nur ungern wieder herausreißen.
Für alle Schalter, Anschlüsse und die Kamera sind Aussparungen in die Hülle eingearbeitet. Das ist ein Pluspunkt. Belkins Highlight aber ist die Tastatur. Obwohl vergleichsweise klein, lässt sich darauf ebenso flink tippen wie auf einer normalen PC-Tastatur. Die Tasten sind einzeln gefedert, bieten ein sehr gutes Schreibgefühl und arbeiten exakt. Bemerkenswert sind die Zusatztasten, die verschiedene Funktionen zum Auswählen von Texten im Schnellzugriff bieten.
Für Vielschreiber ist Belkins Schutzhülle allein der Tastatur wegen eine gute Empfehlung. Noch etwas besser verspricht die für das neue iPad gestaltete YouType-Schutzhülle zu werden, bei der sich die Tastatur von der Hülle abnehmen lässt.
Website: Belkin Schutzhülle mit integrierter Tastatur für iPad 2
Preis: 100 Euro
H ier klebt das iPad: Kensington KeyFolio Expert
Bei Nichtbenutzung empfiehlt der Hersteller, man solle die Schutzfolie wieder auf das Saug-Pad auflegen. Ist es verschmutzt und funktioniert nicht mehr, soll eine sanfte Reinigung die Klebekraft wiederherstellen. Erfreulich: Rückstände auf dem iPad-Rücken hinterlässt diese Methode nicht.
Das Kensington KeyFolio zeichnet aus, dass es einerseits schnell auseinander gefaltet werden kann, andererseits eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufstellmöglichkeiten und damit Blickwinkel bietet. Je nachdem, wie man es installiert, kann man es an die beengten Verhältnisse im ICE oder den heimischen Schreibtisch anpassen.
Die Tastatur selbst gefällt mir grundsätzlich. Das Schreibgefühl ist gut, die Tasten sind problemlos ertastbar. Eine Reihe von Sondertasten bietet schnellen Zugriff auf Funktionen wie die Bildschirmhelligkeit, die Lautstärke oder die systemweite Suchfunktion. Eine schöne Idee ist die Statusanzeige für die Feststelltaste. Wäre die noch etwas größer oder heller, wäre sie tatsächlich nützlich.
Website: Kensington KeyFolio Expert
Preis: 100 Euro
Günstig mit Makeln: GeneralKeys iPad 2 Tasche mit Tastatur
Dasselbe gilt für die Tastatur. Die versieht zwar ihren Dienst, doch ihre winzigen Tasten liegen zu nah beieinander, und bei kräftigem Druck geben sie gemeinschaftlich nach unten nach. Schnelles, blindes Tippen erfordert hier ein bisschen Übung. Immerhin gibt es einige Zusatztasten.
Für das neue iPad ist die GeneralKeys-Tastaturhülle konstruktionsbedingt ungeeignet. Während ein iPad 2 gut von der Halterungen fixiert wird, ragt das neue iPad knapp darüber hinaus und kann nicht dauerhaft fixiert werden.
Website: GeneralKeys iPad2-Tasche mit integrierter Bluetooth-Tastatur
Preis: 50 Euro
Robuster Schutzpanzer: Logitech Keyboard Case für iPad 2
Zum Schreiben wird das iPad in die Halterung im Case eingesteckt, die gleichzeitig den Neigungswinkel vorgibt. Herumtragen sollte man das iPad so aber nicht, da es nicht fixiert wird. Die Tastatur lässt sich dank ausreichend großer und ausreichend voneinander getrennter Tasten gut verwenden, auch zum schnellen Tippen. Die Konstruktion, bei der das Tablet in der Alu-Hülle versenkt wird, kann allerdings, je nach Handhaltung, stören. Das sollte man vor dem Kauf ausprobieren.
Als platzsparende Tastaturhülle für Leute, die ihr iPad viel herumtragen, ist Logitechs Lösung auf jeden Fall eine gute und sichere Option.
Website: Logitech Keyboard Case für iPad 2
Preis: 100 Euro
Rutschen auf der sanften Rundung: Trekstor i.Gear agent for iPad 2
Der feine Unterschied: Das Alu-Case von Trekstor ist hinten sanft abgerundet. Das sieht gut aus, hat aber zur Folge, dass das Case beim Schreiben über den Tisch wandert. Als Extra hat Trekstor eine Stütze eingebaut, die das Tablet stabiler und in einem angenehmeren Winkel hält als das Logitech-Case. Die Tastatur ist erheblich kleiner und klappriger ausgefallen als bei Logitech, sie ähnelt der von GeneralKeys. Für lange oder schnelle Schreibprojekte ist sie kaum zu gebrauchen.
Website: Trekstor i.Gear agent for iPad 2
Preis: 80 Euro
Die externe Lösung: Microsoft Bluetooth Mobile Keyboard 5000
Der Vorteil: Tastaturen wie das Microsoft-Keyboard bieten Tasten in voller Größe und mehr Schreibkomfort als die meisten Tastaturhüllen. Für Vielschreiber können das wichtige Argumente sein. Dafür muss man aber auch immer Tastatur und iPad getrennt transportieren, und es fehlen iPad-typische Zusatztasten. Auf dem Microsoft-Keyboard ist stattdessen eine fürs Tablet nutzlose Windows-Taste zu finden.
Microsoft-Deutschland führt das Modell 5000 allerdings schon nicht mehr in seiner Hardware-Abteilung, sondern nur das Modell 6000 mit zusätzlichem Ziffernblock. Im Versandhandel ist das kleinere Modell aber weiterhin zu bekommen - und unschlagbar günstig.
Website: Microsoft Bluetooth Mobile Keyboard 5000
Preis: 40 Euro
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gadgets | RSS |
| alles zum Thema Angefasst | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH