Bokeh-Effekt in Fotos Zerstreut und scharf

Von Tilo Gockel

5. Teil: Bokeh-Effekte mit Photoshop


Bokeh-Effekt per Photoshop: Die Maske entsteht per Schnellauswahlwerkzeug
Tilo Gockel / DOCMA

Bokeh-Effekt per Photoshop: Die Maske entsteht per Schnellauswahlwerkzeug

Selbstverständlich können Sie all diese Effekte auch allein mit Photoshop erzeugen. Der Weg ist nur etwas umständlicher und länger. Beginnen wir mit dem roten Hut: Sie benötigen zunächst eine gute Maske, die der aus dem Alien-Skin-Beispiel stark ähneln sollte. Wählen Sie den Hut mit dem "Schnellauswahlwerkzeug" aus.

Erzeugen Sie dann eine Maske der Auswahl und kopieren Sie diese auf eine neue Bildebene. Ziehen Sie auf einer weiteren neuen Ebene einen radialen Verlauf auf, verzerren Sie ihn und verblenden Sie dann die beiden Ebenen im Modus "Hellere Farbe". Wählen Sie alles aus und kopieren Sie in der Kanälepalette in einen neuen Alphakanal. Wechseln Sie zurück zum Bild und rufen Sie "Filter > Weichzeichnungsfilter Tiefenschärfe abmildern" auf. Verwenden Sie "alpha1" als Quelle.

Einfache Lensbaby-Effekte mittels Photoshop

Unschärfeeffekt: Die Photoshop-Methode ist langwierig
Tilo Gockel / DOCMA (Foto: Michelle Assmus)

Unschärfeeffekt: Die Photoshop-Methode ist langwierig

Auch dieser Unschärfeeffekt ist mit "Tiefenschärfe abmildern" (englisch: "Lens Blur") möglich. Die Voraussetzung hierfür ist wiederum eine gute Maske, die wir uns vom Beispiel abschauen können. Diesmal müssen Sie nichts freistellen. Generieren Sie die Maske mit einem schwarzweißen "Radialverlauf", den Sie mittels "Transformieren" ("Strg/Befehl-T") noch etwas zurechtziehen.

Dann kopieren Sie sie in der Kanälepalette in einen neuen Alphakanal. Zurück im Bild starten Sie "Filter > Weichzeichnungsfilter > Tiefenschärfe abmildern". Als Quelle wählen Sie "alpha1".

Den scharfen Bereich definieren Sie durch einen Mausklick ins Bild, und über die Schieberegler stellen Sie dann den Effekt ein. Das funktioniert, bedarf aber einiger Anpassungen und Korrekturen an der Maske und entsprechend am Alphakanal, bis der Effekt wirklich passt. Entsprechend ist die Methode langwieriger und weniger interaktiv als beim Plug-in.

Spezialeffekte der Meisterklasse

Tilo Gockel / DOCMA

Der dritte Effekt ist schwierig zu erzeugen, weil Photoshops "Tiefenschärfe abmildern " einfach nicht so große Kreise erzeugen will, von den Zacken einmal ganz zu schweigen. Grundsätzlich lassen sich auch hier die vorherigen Techniken anwenden und führen zu einem einigermaßen brauchbaren Ergebnis, das jedoch die gerade genannten Schwächen aufweist.

Ein möglicher Ansatz zur Lösung des Problems stammt von Doc Baumann: Sie basiert auf der Tatsache, dass der Filter "Tiefenschärfe abmildern" offenbar - in schwer kalkulierbarer Weise auch mit den Maßen der Datei zusammenhängt, die bearbeitet wird. Eine kleinere Fläche führt daher zu größeren Zerstreuungskreisen.

Summa summarum kann man sowohl mit externen Tools als auch mit Photoshop selbst überzeugende Ergebnisse produzieren. Unsere Versuche haben gezeigt, dass die externen Plug-ins hier etwas voraus sind, mindestens aber mehr Bedienkomfort bieten. Ob dieser Zugewinn auch den Mehrpreis rechtfertigt, muss jeder Anwender selbst entscheiden. Wer die Schnupperversionen installiert, sollte auch die zugehörigen Online-Videotutorials anschauen, da die Bedienung der Tools nicht immer direkt eingängig ist - Links zu weiteren Bildbeispielen finden Sie hier.

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insgesamt 27 Beiträge
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Emil Peisker 10.03.2012
1. Ein so alter Hut....
Zitat von sysopTilo Gockel / DOCMA Scharf allein ist nicht schön: Räumlich wirken Fotos erst, wenn Schärfe und Unschärfe sich abwechseln. Wie gelingen kunstvoll verschwommene Elemente? Das Fachmagazin "Docma" erklärt, wie das mit entsprechenden Objektiven oder spezieller Software gelingt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,820159,00.html
Ein so alter Hut.... Allerdings im Zeitalter der tiefenscharfen Auto-Digi-Knipsen wird diese Eigenschaft wieder zu einer Spezialität. Die meisten Besitzer einer Digitalkamera im unteren bis mittleren Preisbereich werden die manuelle Tiefenschärfe selten nutzen.
mulhollanddriver 10.03.2012
2. Mh.
Zuviel Bildberbeitung am Schluß. Fotografie passiert in der Kamera, nicht am Computer. Ansonsten guter Überblick.
sverris 10.03.2012
3. ghkl
aus tatsächlich künstlerischer sicht sind das tatsächlich nur effekte - für livestyle-magazine und dilettanten etc. - und das wars.
Emil Peisker 10.03.2012
4. simple Sicht
Zitat von sverrisaus tatsächlich künstlerischer sicht sind das tatsächlich nur effekte - für livestyle-magazine und dilettanten etc. - und das wars.
Sie haben eine sehr simple Sicht der Fotografie. Das Arbeiten mit der Tiefenschärfe als etwas für Dilettanten zu bezeichnen... Künstler, oder?
mindphuk 10.03.2012
5.
Zitat von sysopTilo Gockel / DOCMA Scharf allein ist nicht schön: Räumlich wirken Fotos erst, wenn Schärfe und Unschärfe sich abwechseln. Wie gelingen kunstvoll verschwommene Elemente? Das Fachmagazin "Docma" erklärt, wie das mit entsprechenden Objektiven oder spezieller Software gelingt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,820159,00.html
Auch interessant für 3d. Tiefenschärfe in 3d ist oft rechenaufwändig, mit solcher Software geht es unter Umständen schneller (wenn nicht jeder Strahl auf Schärfe untersucht werden muss, sondern einfach das ganze fertige Bild bearbeitet wird). Das kann man sich dann evtl. sogar als Plugin vorstellen, gibts sowas schon? Der Renderer könnte so gleich vom Hauptpbjekt eine Maske herstellen und an das Plugin senden, für realistische Effekte.
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