Anschlag in Boston: Ermittler bitten Hobbyfilmer und Fotografen um Hilfe

Crowdsourcing: Ermittler wollen private Handyvideos und Instagram-Fotos analysieren Zur Großansicht
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Crowdsourcing: Ermittler wollen private Handyvideos und Instagram-Fotos analysieren

Es geht um Tausende Fotos und Videos: US-Ermittler wollen im großen Stil Aufzeichnungen auswerten, die Beobachter des Bombenanschlags in Boston mit ihren privaten Handys gemacht haben. Das Material soll bei der Suche nach den Tätern helfen.

Das Attentat auf den Boston-Marathon gehört schon jetzt zu den am besten in den sozialen Medien dokumentierten Ereignissen. Viele Beiträge auf Twitter, YouTube-Videoclips und Fotos beleuchten die Ereignisse von allen Seiten. Während sich diverse Internetdienste organisieren, um den Betroffenen Hilfe zu leisten, setzen auch die Polizeiermittler auf die Kraft des Online-Schwarms.

Bei der Untersuchung der genauen Umstände der zwei Explosionen wollen die Behörden auch auf Material zugreifen, das bereits Minuten nach dem Anschlag soziale Plattformen wie Twitter, Facebook, Vine oder YouTube flutete. Wie "Wired" berichtet, rief eine gemeinsame Ermittlergruppe von städtischen und Bundesbehörden unter der Leitung des FBI die Öffentlichkeit zur Mithilfe auf. Beobachter und Zeugen der Ereignisse sollen Bilder und Videos zur Verfügung stellen, die zur Aufklärung der Tat beitragen könnten.

Die Bostoner Polizei teilte mit, derzeit sei man dabei, Aufzeichnungen von Überwachungskameras aus dem Umkreis der Explosionen auszuwerten. Mit Hilfe von zusätzlichem Bildmaterial von Kameras, die von Passanten auf der Straße getragen wurden und die andere Blickwinkel zeigen, soll das Mosaik der Informationen erweitert werden. "Wir werden uns jedes einzelne Bild von jedem Video ansehen, um herauszufinden, wer wo war", so der Bostoner Polizeichef Ed Davis.

So sehr die Behörden auf die Hilfe der Mitbürger hoffen, was zusätzliches Aufklärungsmaterial angeht, werde es kein Crowdsourcing bei der Auswertung geben. Diese Arbeit werde intern von Ermittlern durchgeführt. Damit soll verhindert werden, dass eine Untersuchung mit Beteiligung der Öffentlichkeit in eine Hexenjagd ausartet.

Dennoch wird die Polizei nicht ohne professionelle Hilfe von außen auskommen. Die wird von Grant Fredericks zur Verfügung gestellt, einem Fachmann für forensische Video-Analyse. Sein Notfall-Videodienst "Emergency Services Video Association" ist auf die Auswertung großer Filmmengen spezialisiert.

Die technische Unterstützung tut Not, da bei der Sammlung von Material aus der Öffentlichkeit schnell Tausende Stunden von Videosequenzen zusammenkommen können. Bereits die Aufnahmen der mehr als 600 Überwachungskameras in unmittelbarer Umgebung der Ereignisse könnten nicht ohne technische Hilfe bewältigt werden, so "The Verge".

meu

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