Unbemerkte Telefonanrufe Bundesnetzagentur verbietet Kinderuhren mit Abhörfunktion

Der Verkauf von Kinderuhren mit Abhörfunktion ist von der Bundesnetzagentur verboten worden. Käufer einer solchen Smartwatch sollten sie laut der Behörde vernichten, denn der Besitz eines solchen Gerätes ist strafbar.

Die Bundesnetzagentur in Bonn
DPA

Die Bundesnetzagentur in Bonn


Die Bundesnetzagentur hat den Verkauf von Kinderuhren verboten, die mit einer Abhörfunktion ausgestattet sind. Die Behörde ist bereits gegen mehrere Angebote im Internet vorgegangen.

Eltern könnten dabei über eine App die Uhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Nach unseren Ermittlungen werden die Uhren von Eltern zum Beispiel auch zum Abhören von Lehrern im Unterricht genutzt." Eine derartige Abhörfunktion sei in Deutschland verboten.

Viele Smartwatches, die speziell für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren konzipiert sind, verfügen der Bundesnetzagentur zufolge über eingeschränkte Telefoniefunktionen, die über eine App gesteuert werden. Dabei lasse sich per App bestimmen, dass die Uhr unbemerkt vom Träger eine beliebige Telefonnummer anrufe. Das ermögliche das Abhören der Gespräche des Uhrenträgers und dessen Umgebung.

Die Bundesnetzagentur rät Eltern, solche Uhren unschädlich zu machen und einen Nachweis darüber ausstellen zu lassen. Denn auch der Besitz einer solchen Uhr ist laut der Behörde in Deutschland strafbar. Wenn Käufer solcher Uhren der Bundesnetzagentur bekannt werden, fordert die Behörde sie nach eigenen Angaben zum Vernichten des Geräts und zur Übersendung eines entsprechenden Nachweises auf.

Aus den gleichen Gründen hatte die Behörde Anfang des Jahres auch die Kinderpuppe "Cayla" aus dem Verkehr gezogen. Auch sie war in der Lage, unbemerkt Gespräche des Kindes und seiner Umgebung aufzunehmen und weiterzuleiten.

cop/dpa/AFP



insgesamt 30 Beiträge
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Spitzennarr 17.11.2017
1. Quod licet iovi
Merkwürdig, dass auch Computer, Handys, Telefone und gewisse Rauchmelder und Autoradios dazu genutzt werden können, unbemerkt Gespräche aufzunehmen und weiterzuleiten. Meistens wird dies im Gegensatz zu den Kinderuhren nur von "Staatsdienern" genutzt. Daher sollen diese Geräte selbstverständlich nicht unschädlich gemacht werden, geschweige denn, entsprechende Nachweise zu erbringen.
hakim 17.11.2017
2. Verbot ist richtig
...aber sinnlos. Gegen Eltern, die Ihre Kinder wie Leibeigene oder Haustiere behandeln, ist kein Kraut gewachsen. Im besten Falle regeln die Kinder das mit einer heftigen Pubertät. Außerdem werden heute fast alle elektronischen Geräte mit Mikrofon ausgestattet, weil's auf den Standardbauteilen mit drauf ist. Es ist mit wenig Aufwand möglich alles oder jeden zu überwachen. Dazu braucht man kein spezielles Spielzeug.
bebreun 17.11.2017
3. seit wann kann die Bundesnetzagentur verbieten
Auf Basis welchen Gesetzes kann die Bundesnetzagentur eigenständig Verbote aussprechen? Ich bin absolut fûr diese Verbot möchte dennoch gern den Hintergrund erfahren.
pegasus2012 17.11.2017
4.
Erschreckend, das es Eltern gibt die keinen Respekt vor der Privatsphäre eines Kindes haben!
Donkeyshot 17.11.2017
5. Viele Grüße von Barbara Streisand
Bessere Werbung als diese Empörungsartikel können sich sie Verkäufer dieses Aisenschrotts nicht wünschen. Vernichtet das irgendwer? Oder geht die Mehrheit der Leser jetzt lieber auf Amazon auf die Suche, um dem Klassenlehrer der eigenen Kinder ein Schritt voraus zu sein?
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