Ab 2018 im Sommer Die Cebit soll heißer werden

Im März ist Cebit-Zeit? Das war einmal. Die Computermesse soll kommendes Jahr drei Monate später als gewohnt beginnen. Nicht nur dadurch soll die Messe wieder attraktiver für normale Besucher werden.

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Die Cebit will sich wieder stärker dem Massenpublikum öffnen - und wird dafür in den Juni verschoben. Ein Sprecher bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte und verwies auf eine Pressekonferenz, die am Mittwochnachmittag stattfinden soll.

Seit 1986 wurde die Cebit jährlich vier Wochen vor der größeren Hannover Messe durchgeführt, aus der sie einst als eigenständige Veranstaltung hervorging. 2018 soll sie nun deutlich später im Jahr an den Start gehen: vom 11. bis 15. Juni 2018. Die Messe wird damit erneut um einen Tag verkürzt.

Einem Bericht des Technik-Portals "heise online" zufolge ist geplant, zunächst einen Pressetag stattfinden zu lassen, nach dem die Messe drei Tage lang nur für Fachpublikum geöffnet werden soll. Der letzte Messetag ist dann als Publikumstag geplant.

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Fotostrecke zur Cebit 2017: Cyberpolizisten und Sushi-Roboter

Laut "heise online" ist zudem vorgesehen, der Messe einen "Eventcharakter" zu geben. So soll die Veranstaltung beispielsweise von Konzerten begleitet werden. Während der Konkurrenzveranstaltung Ifa treten regelmäßig Musiker auf dem Messegelände in Berlin auf, locken vor allem ein junges Publikum an. Diese Veranstaltungen beginnen allerdings stets erst nach dem Ende des Messetages.

Die Messegesellschaft versucht damit erneut eine Neuausrichtung der einstmals von bis zu 800.000 Menschen besuchten Messe. Nach der konsequenten Spezialisierung auf Fachpublikum - das Motto der Messe lautet 2017 "d!conomy - no Limits" - rechnen die Veranstalter nun mit 200.000 Besuchern, wenn alles gut läuft.

Die Verschiebung auf den Juni dürfte nicht nur damit zusammenhängen, dass man sich eine Veranstaltung wünscht, bei der man nicht ständig mit Nieselregen oder Schneefall rechnen muss. Vor allem wird der Gedanke dahinterstehen, durch einen größeren zeitlichen Versatz von CES und Mobile World Congress wieder mehr echte Neuheiten präsentieren zu können.

Zugleich begibt sich die Messe mit dem neuen Termin in das Umfeld anderer wichtiger IT-Veranstaltungen. Im Mai finden meist die Entwicklerkonferenzen von Microsoft und Google statt, ungefähr zeitgleich mit den geplanten Termin im Juni werden in den USA die Gaming-Messe E3 und Apple Entwicklerkonferenz WWDC veranstaltet.

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Messen-Historie: Kanzlerin looking at Cebit-things

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag bei ihrer Eröffnungsrede der Messe auf die große Bedeutung der Digitalisierung hingewiesen und sich für eine Stärkung der Cebit ausgesprochen.

Die Cebit-Organisatoren teilen mit, dass es künftig wieder einen Publikumstag geben soll. Die von der Deutschen Messe AG veranstaltete Technikmesse hatte sich im Laufe der Jahre von einer breit angelegten Publikums- zu einer reinen IT-Businessmesse entwickelt. Die aktuelle CeBIT findet diese Woche noch bis Freitag in Hannover statt.

mbö/mak/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
Chilango 22.03.2017
1. hahahaha
Es wird also das Massenpublikum angesprochen indem man den Besuch für Interessierte (keine Fachbesucher) auf einen Tag kürzt. Ding dong! Jemand zu Haus? Wo ist die Logik?
brainsucker 22.03.2017
2. Hahahatten wir schon mal!
Nannte sich CeBIT Home. Erinnert sich noch jemand?
MarcVain 22.03.2017
3.
was ist an der Robterhand/ROboter besonderes. Das kann ich aus Teil bei Amazon bestellt zusammenbauen - ein paar Gelenke, Hydraulikelemente (Fischer ?), und die Kabel. Dazu ein Rasperry, der den Mist "steuert", mit OpenCV: oh oh da kommt, was, mach ich die Hydraulik zu. Mein Gott. Was fuer eine Schosse.
wgschmidt 23.03.2017
4. Pfeifen im Walde
Es hat mal eine Zeit gegeben, da war Hannover im Frühjahr der IT-Nabel der Welt. Diese Zeiten sind lange vorbei. Seit Anfang der 2000er Jahren befindet sich die ehemalige IT-Leitmesse im Niedergang, und keinem fällt ein Konzept dagegen ein. Seit Jahren versucht man es mit "alternativen Fakten": Man tut so, als ob die Messe ausschließlich für professionelle Anwender wäre, präsentiert auch stolz eine Internetseite mit absurd hohen Eintrittspreisen, die tatsächlich jeden privaten Computeranwender abschrecken. Allerdings zahlt kaum einer diesen Preis, da schon die Messegesellschaft selbst mit Freikarten nur so um sich wirft. Man will partout eine hohe Besucherzahl melden, und ohne diese vielen Freikarten ginge das nicht. Ein guter Teil der Ausstellungsfläche ist seit mehreren Jahren mit Aktivitäten belegt, die den Profi vermutlich nur am Rande interessieren. Man KANN beispielsweise mit Drohnen durchaus eine Menge Professionelles machen, aber diese Geräte sind auch beim breiten Publikum sehr beliebt -- für Hobbyzwecke. Eine ganze Halle (und ein Stück des Freigeländes) ist nur als Drohnenspielplatz genutzt. Thematisch sehr viel interessanter (und deutlich breiter) ist die Industriemesse, die in den letzten Jahren ziemlich brummt, und auf der ganz erheblich mehr los ist als auf der Cebit (Siehe Vergleich der Hallenpläne). Aber auch hier werden Freikarten geworfen ohne Ende. Auf beiden Messen spielt die Rekrutierung von Nachwuchs eine immer größere Rolle. Viele Firmen präsentieren nicht etwa primär ihre Neuheiten, sondern sich selbst als Arbeitgeber. Das heißt: Die Firmen wollen etwas vom Besucher und nicht etwa umgekehrt. Ein Studi zahlt aber keine 60 Euro Eintritt für eine Jobmesse, jedenfalls nicht in den heutigen Zeiten, wo sich ein Informatiker die Stelle aussuchen kann. Ich erwarte, daß die Cebit in den nächsten Jahren noch mächtig schrumpfen wird. Vom Thema her geht die IT ohnhin wieder Richtung Industriemesse (Stichwort: Internet der Dinge). Wer weiß, wie lange es die ehemalige Leitmesse überhaupt noch gibt? Vielleicht verschwindet sie eines Tages einfach wieder unter den Fittichen der Industriemesse, unter denen sie vor 30 Jahren hervorgeschlüpft ist.
voyager_2000 23.03.2017
5. Trauerspiel und Mismanagement
Ich kann mich noch gut an die Jahrtausendwende erinnern, als die CeBIT der Ort war, an dem alle wichtigen IT Firmen ihre Neuheiten präsentierten. Ein Besuch auf der Messe war wie ein Blick in die Zukunft. Auf der Messe tanzte der Bär und abends gab es an allen wichtigen Ständen Partys. Für Fachpublikum (also gewerbliche Kunden), Nerd und Freaks war dieses der place to be. Eine solche Messe lebt von und mit technisch interessiertem "Publikum". Doch statt dieses Image auszubauen wurde an der Messe ständig herum gewerkelt. Mal wollte man mehr Publikum, mal wieder nicht. Die Besucherzahlen waren sowieso immer nach oben Manipuliert! Die CeBIT Home, die der IFA nacheiferte, wurde zum Rohrkrepierer. Die Halle 1, die Keimzelle der CeBIT wurde abgerissen und die Firmen auf andere Hallen verteilt. Jeder, der ein wenig Messe-Erfahrung hat, weiß dass dieses eine Todsünde wa. Für jede Firma ist ihr angestammter Messestandplatz bares Kapital. Ich habe die Geburt der CeBIT innerhalb der Industriemesse miterlebt. 2011 war ich das letzte mal da, welch eine Enttäuschung! Leider wird die Verlegung in den Sommer mit ziemlicher Sicherheit ihr Untergang. Ich sage nur: Sommerloch! Schade.
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