Cebit-Splitter: 3D aus der Steckdose
3D für alle, ohne Kabel, ohne W-Lan: Neue Adapter sollen ganze Häuser über Stromleitungen mit Highspeed vernetzen, ohne dass ein einziges Kabel neu verlegt werden muss. Außerdem im Cebit-Überblick: Buchkopierer, ein Notebook mit Augensteuerung und mehr.
Man hat es uns lange prophezeit: Das Haus der Zukunft sei vernetzt. Aber wirklich vernetzt sind bisher kaum Häuser, abgesehen von einigen exklusiveren Neubauten. Ansonsten macht sich kaum jemand die Mühe, die Wände aufzustemmen, um das kuschelige Heim mit Gigabit-Netzwerkkabeln zu durchziehen. Doch das wäre schon nötig, wenn man es ernst meinte mit der Multimedia-Vernetzung, wenn man Filme in HD und 3D sehen, gleichzeitig Musik und Fotos an verschiedene Media-Player im Familienhaushalt senden und gleichzeitig die regelmäßigen Windows-Bugfixes herunterladen will. Ein W-Lan streicht da schnell die Segel.
Und auch die alternative Vernetzungsmethode per Powerline konnte bisher nicht helfen. Powerline, das bedeutet, dass die Stromleitungen im Haus als Netzwerkkabel benutzt werden. Adapter in den Steckdosen übertragen Daten ins Stromnetz, und holen sie dort auch wieder heraus. Ein Haus auf diese Weise zu vernetzen, geht schnell, einfach und ohne anschließende Renovierungsarbeiten. Nur waren solche Netze bisher nicht richtig schnell. Maximal 200 Megabit pumpen sie durch die Stromkabel - brutto, denn unterm Strich bleibt davon meist weniger übrig. Für TV und Musik ist das zwar immer noch genug, aber eben nicht, wenn das System von mehreren Personen gleichzeitig zu unterschiedlichen Zwecken genutzt wird.
Abhilfe versprechen nun neue Powerline-Adapter, die brutto 500 Megabit, also ein halbes Gigabit, durch die Leitung schicken. Auf der Cebit waren davon unterschiedliche Versionen zu sehen, unter anderem bei der deutschen Firma Devolo. Die bieten als Schmankerl die Möglichkeit, den Stromnetzwerkbetrieb per Software zu überwachen. Das "dLAN Cockpit" genannte Programm zeigt an, welche Adapter aktiv sind, wie hoch die Datenraten sind und ob womöglich ein Update für die Geräte bereitliegt.
Ab April sollen die Schnellstrom-Netzwerkadapter im Handel erhältlich sein.
Notebook mit Augensteuerung
Augenkontakt statt Mausbewegung: Künftig werde man Computer statt per Maus mit seinen Augen befehligen, daran glauben die Entwickler von Tobii Technology. Eigentlich ist das schwedische Unternehmen auf sogenanntes Eye-Tracking spezialisiert, also auf Produkte, mit denen man Augenbewegungen verfolgen kann. Manche Autohersteller nutzen so etwas, um zu erkennen, ob der Fahrer einnickt.
Nun aber will das Unternehmen in die PC-Branche und hat sich mit Lenovo zusammengetan, um den Prototyp eines Laptops zu bauen, das per Augensteuerung bedient wird. Zumindest teilweise: Denn tatsächlich ersetzen die Augen hier nur die Maus, aber auch das ist schon beeindruckend. Mit einem Augenblick kann man Objekte markieren, auswählen oder durch Web-Seiten scrollen. Künftig soll man so mehr schneller am PC erledigen können, weil schon ein Blick ausreicht, um beispielsweise eine Menüoption auszuwählen.
Es ist zwar nicht so faszinierend wie Gedankensteuerung - aber dafür funktioniert die Technik schon.
Alte Bücher für neue Reader
Musikliebhaber hatten mit der Einführung von MP3 wenig Probleme: Alte Aufnahmen, egal ob auf CD, Schalplatte oder Tonband, ließen sich leicht in das digitale Format überführen und weiter nutzen. Bücherratten haben es da schon schwerer. Eine liebgewordene Büchersammlung kann man nicht mal eben für den E-Book-Reader digitalisieren - eigentlich.
Die deutsche Firma Zeutschel will jetzt eine Lösung für dieses Problem anbieten: Den Bücherscanner Zeta. Mit dem sei es "vorbei mit dem umständlichen und zeitraubenden Vervielfältigen von Büchern und Zeitschriften", schwärmt der Hersteller. Das gehe jetzt viel einfacher, weil Zeta die Bücher von oben und nicht von unten einliest. So erspare man sich das umständliche Umdrehen beim weiterblättern. Das Blättern nimmt die Maschine ihren Anwendern aber leider nicht ab.
Und so dürfte es dann wohl doch eine langwierige Arbeit sein, die Privatbibliothek auf einen USB-Stick zu übertragen, auch wenn man sich dabei von Zeta, Windows 7 embedded und einem Touchscreen helfen lässt.
Ladeplatte statt Ladekabel
Statt mit Batterie will Duracell jetzt mit einem Ladegerät Geld verdienen. Und das muss natürlich drahtlos sein, sonst hätte es keinen Mehrwert. Schließlich, das soll eine Studie im Auftrag von Duracell bestätigen, "besitzen 37 Prozent der Befragten in Deutschland mindestens zwei Handys, 21 Prozent sogar drei oder mehr - und damit auch mindestens ebenso viele verschiedene Ladegeräte." Und von denen soll man sich bald trennen können, verspricht das Unternehmen. Wenn man eben das myGrid benutzt.
Auf dem Gerät, das der Hersteller als Ladeplatte bezeichnet, sollen sich bis zu vier Gadgets drahtlos aufladen lassen. Neu ist diese Idee nicht. Längst gibt es so etwas auch von der US-Firma Powermat. Und mit Powermat teilt sich das myGrid auch ein systemimmanentes Problem. Denn um ein Handy damit aufladen zu können, muss man ihm eine spezielle Hülle überziehen, in der die notwendige Ladelektronik eingebaut ist. Diese Hüllen aber sehen beim myGrid, genau wie bei Powermat, nicht gerade hochwertig aus.
Immerhin: Duracell ist billiger. Die Ladeplatte kostet 45 Euro, ein Ladeadapter für das iPhone 4 ist für 14 Euro zu haben. Powermat langt hier deutlich tiefer ins Portemonnaie.
Schneller Blu-rays brennen
Der riesige Speicherplatz von Blu-ray-Discs hat auch seine Nachteile: Wer so ein Scheibchen brennt, braucht Geduld. Gigabyte für Gigabyte muss von der Festplatte an den Brenner übertragen und auf die Scheibe geschrieben werden. Der externe Blu-ray-Brenner BW-12D1S-U von Asus soll das vergleichsweise zügig erledigen, er bannt Daten in zwölffacher Schreibgeschwindigkeit auf die Disc, ist damit doppelt so schnell wie übliche Brenner. Damit es dabei nicht zum Datenstau kommt, ist er mit einer USB-3.0-Schnittstelle ausgerüstet.
Mindestens genauso wichtig dürfte manchem Anwender aber sein, dass der Asus unübersehbar senkrecht auf dem Schreibtisch steht und mit einer großen blauen Leuchte unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er nicht bloß eine DVD-Brenner ist.
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