Cebit-Splitter Telekom startet Teleshop-Beta

Die Telekom bietet Bücher, Zeitungen und Zeitschriften in einem eigenen Online-Kiosk zum kostenpflichtigen Download an. Außerdem im Cebit-Überblick: Internet-Riesen verständigen sich auf Geodaten-Kodex und Ford präsentiert eine Sprachsteuerung fürs Auto.


Nun auch die Telekom: Ein Jahr nach der Ankündigung hat das Unternehmen einen eigenen Online-Kiosk für Bücher und Zeitschriften gestartet. Gekauft werden die digitalen Inhalte über eine Website, zur Verfügung stehen sie dann in einer speziellen Software - ganz wie bei den Konkurrenzangeboten von Gruner und Jahr (Pubbles), Amazon (Kindle-Store) und Apple (iBookstore). Die PagePlace-Software gibt es bisher nur für PC, iPhone und iPad - Varianten für Android-Handys und Macs sollen im April folgen. Auf bis zu fünf Endgeräten sollen die gekauften Inhalte angezeigt werden können, danach schaltet sich der Kopierschutz ein.

Die Auswahl ist zum Start dürftig: Zwar soll die Seite auf die digitalen Bücher von Libreka zurückgreifen, einer Plattform, auf der mehr als 138.000 Bücher aus 1300 Verlagen zur Verfügung stehen. Zur Stunde wird das Angebot in den PagePlace übernommen, Ende der Woche sollen 40.000 Titel verfügbar sein. Bisher fehlen aktuelle Bestseller noch, angeboten werden "Max und Moritz" von Wilhelm Busch für 1,99 Euro oder die Biografie "Der Porsche Chef" für 21,20 Euro. Auch das Zeitungsangebot wird noch aufgebaut: "Die Zeit", "Handelsblatt" und "Süddeutsche Zeitung" sind die überregionalen Titel, die bereits erhältlich sind, weitere große Zeitungen sollen folgen.

Die PagePlace-Software heißt nicht ohne Grund "Preview Version": Sie brachte ein iPhone 3GS in unserem Test erstmal zum Absturz. Das Blättern in einer aktuellen Ausgabe des "Handelsblatts" war mühsam, die Seiten müssen erst vom Server geladen werden. Anschließend laden die Inhalte deutlich schneller. Abgerechnet wird über die Telekom-Tochter Click&Buy, Paypal, Kreditkarte, Telefonrechnung und künftig bei Apple-Geräten auch über den AppStore. (ore)

Internet-Riesen präsentieren den Datenschutz-Kodex

Der Branchenverband Bitkom hat auf der Cebit einen Datenschutz-Kodex der Industrie an Bundesinnenminister Thomas de Maizière übergeben. Die Selbstverpflichtungserklärung sei ein wichtiger erster Baustein für den verantwortungsvollen Umgang mit Geodaten im Internet, sagte de Maizière. Führende Vertreter der IT-Branche haben sich nach intensiven Gesprächen mit der Politik auf einen gemeinsamen Kodex verständigt, der eine Selbstverpflichtung für Panorama-Dienste im Internet enthält.

Der Kodex wurde nun von acht Unternehmen unterzeichnet, darunter Google, Microsoft, Nokia und die Deutsche Post. Vorangegangen seien intensive Verhandlungen auch mit den amerikanischen Zentralen der Unternehmen, sagte der Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer bei der Übergabe.

Die Selbstverpflichtung soll nach Angaben des Bitkom bis Herbst umgesetzt werden. Die Industrie will ein zentrales Internetportal aufbauen, über das sich Bürger informieren können - unter anderem darüber, wie einzelne Dienste funktionieren, ob ihre Stadt gerade erfasst wird und welche Rechte sie haben. Webseiten, auf denen Nutzer Widerspruch einlegen können, sollen ebenfalls verlinkt werden. (lis/dpa)

Ein Auto, ein Computer, ein Mann: Ford stellt Sprachsteuerung vor

Der Autobauer Ford zeigt auf der Cebit eine Sprachsteuerung für Autos. Das System "Sync" reguliert nach Sprachaufforderung beispielsweise die Temperatur des Wagens, spielt Songs eines bestimmten Interpreten vom angeschlossenen MP3-Player des Fahrers ab oder wählt eine gewünschte Rufnummer per Telefon an. Außerdem können Nutzer ihren Wagen per Mobilfunk-Stick in einen Internet-Hotspot für die Autoinsassen verwandeln.

Sync soll im kommenden Jahr in Europa eingeführt werden. In den USA ist Sync bereits seit 2007 erhältlich. Dort wurden nach Unternehmensangaben bereits rund drei Millionen Fahrzeuge mit der Kommunikationslösung ausgerüstet. (ore/dpa)

O2-Handys helfen bei Verkehrsmeldungen

Die Standortdaten von weiteren rund 17 Millionen Mobiltelefonen in Deutschland werden künftig anonymisiert für die Analyse und Vorhersage von Staus ausgewertet. Die Daten aus dem Netz von O2 Telefónica Deutschland fließen ins Verkehrsinformationssystem des Unternehmens ITIS Deutschland ein. Sie werden vorerst exklusiv den Fahrern bestimmter BMW-Modelle zur Verfügung stehen. Später sollen weitere Automarken und Navigationssysteme folgen, kündigte O2 Telefónica am Dienstag auf der Cebit an. Bisher bietet bereits Vodafone ein ähnliches System mit mehr als 30 Millionen Teilnehmern an, bei dem Standortdaten vom Navi-Anbieter TomTom für den Dienst "TomTom Live" ausgewertet werden.

Bei den bislang üblichen Navigationsgeräten, die den Traffic Message Channel (TMC) nutzen, stammen die Stauinformationen aus GPS- Daten, stationären Sensoren, von der Polizei oder freiwilligen Verkehrsmeldern. Zusätzlich fließen automatisch erfasste Daten von Sensoren und Induktionsschleifen ein, aus denen Stauprognosen berechnet werden. Diese Empfehlungen haben laut Telefónica den Nachteil, dass sie oft veraltet seien, wenn sie im Auto ankommen. (ore/dpa)



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