"Airdog" ausprobiert Diese Drohne folgt ihrem Herrchen

Sie ist anhänglich wie ein Hund, aber in der Luft unterwegs: Auf der Elektronikmesse CES wird eine neue Drohne gezeigt, die ihren Besitzer beim Spazieren oder Sportmachen filmt. Das Gerät eignet sich auch für spektakuläre Selfies.

Aus Las Vegas berichtet

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Die Kickstarter-Kampagne der "Airdog"-Drohne zählt zu den erfolgreichsten überhaupt. Mehr als 1,3 Millionen Dollar konnte sich das Team von Helico Aerospace Industries sichern, als es sein Projekt im Web vorstellte. Obwohl das Gerät frühestens im Sommer lieferbar sein soll, liegen bereits mehr als 1000 Bestellungen für den 1300 Dollar teuren Quadrocopter vor. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas waren nun endlich Prototypen in der Luft zu bestaunen.

Von anderen Drohnen unterscheidet die "Airdog", dass man sie nicht steuern muss - das erledigt sie selbst. Im einfachsten Fall folgt sie dem Funksignal eines kleinen Senders, den sich ihr Besitzer ums Handgelenk oder um den Arm bindet.

Mit ein paar Tasten auf diesem Sender lassen sich die Flughöhe und der Winkel festlegen, aus dem die Drohne filmen soll. Dieser Modus ist nützlich, wenn man sich schnell über längere Strecken bewegt, etwa beim Abfahrtslauf oder bei Downhill-Mountain-Biking. Aber es geht auch anders: So gibt es einen Modus, in dem die Drohne an einem Punkt in der Luft stehen bleibt und ihre Kamera direkt auf den Anwender ausrichtet.

Ab dafür: Eine manuelle Fernsteuerung braucht die "Airdog" nicht
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Ab dafür: Eine manuelle Fernsteuerung braucht die "Airdog" nicht

Wer weniger Wert auf Selfies legt und stattdessen aufregende Naturaufnahmen machen will, kann mit dem Sender auch eine bestimmte Strecke abgehen und diese nachher von der Drohne abfliegen lassen. Dabei soll das Gerät sogar in der Lage sein, Hindernisse zu unterfliegen, sofern sie dafür genügend Platz bieten.

GoPro, Sony oder andere Kameras

Bei den Vorführungen auf dem Messegelände sah das schon ganz nett aus. Allerdings durften dort aufgrund von Sicherheitsbestimmungen nur ein paar Skater auf einer kurzen Bahn hin- und herfahren, wie unser Video zeigt. Das Videomaterial, das das junge Start-up mit seinem Flieger bereits aufgenommen hat (und das auch in unserem Video zu sehen ist), zeigt jedoch, dass viel mehr drin ist als solche Aufnahmen. Vor allem lassen die Videos erahnen, wie anders Sportvideos aussehen können, wenn sie nicht mit einer GoPro-Kamera am Helm, sondern im Stil einer Kameramann-Aufnahme aus einem Helikopter gefilmt werden.

Eine Kamera für die Drohne liefert Helico Aerospace Industries übrigens nicht mit. Stattdessen soll man sein eigenes Gerät - egal ob GoPro, Sony oder ein anderes Modell - an der in viele Richtungen drehbaren Halterung der Drohne befestigen. Die "Airdog"-Drohne wird damit zum wahrscheinlich teuersten Zubehör für die populären Outdoor-Kameras.

Blick auf den Akku: Mit einer Ladung soll die "Airdog" rund 15 Minuten fliegen können
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Blick auf den Akku: Mit einer Ladung soll die "Airdog" rund 15 Minuten fliegen können

Begrenzte Flugzeit

Weil sie vor allem bei Outdoor-Sportarten zum Einsatz kommen dürfte, ist die "Airdog" so aufgebaut, dass sich ihre Rotorarme für den Transport einklappen lassen. Derart verkleinert passt sie in jeden Rucksack. Der limitierende Faktor sind dann nur noch die Akkus.

Für durchschnittlich 15 Minuten Flugzeit soll deren Kapazität reichen, verspricht Edgars Rozentals, der die Firma in Lettland gegründet und dann in die US-Steueroase Wilmington verlegt hat. Muss die Drohne sehr schnell fliegen - bis zu 65 km/h soll sie schaffen -, kann es auch weniger sein. Wer die Drohne länger in der Luft halten will, muss einen oder mehrere Zusatzakkus kaufen. Was diese kosten werden, ist derzeit allerdings unklar.

Sicher ist dagegen, dass der Preis für die Drohne selbst um 200 Dollar erhöht wird, sobald die Serienfertigung beginnt, was für den Sommer geplant ist. Welche Funktionen die "Airdog" dann beherrschen und wie sie endgültig aussehen wird, ist noch nicht bekannt. In jedem Fall hat sie aber das Potenzial, den Markt für private Drohnen kräftig aufzumischen.

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9  Bilder
"Airdog"-Drohne: Gadget für spektakuläre Filme

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insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
Papamidnite 08.01.2015
1. Drohne
Ja super Diese Dinger sollten verboten werden. Liegt meine Frau mit mir oben ohne im Sommer auf einer Gänseblümchenfreien Wiese,wegen den Bienen;muss ich in Zukunft die Drohnen mit der Hand wegschlagen,sonst droht ein gezoomtes Ganzkörperportrait von ihr. Und dann noch das Foto in´s Netz stellen. ;-) Hah,hah.
Beorn 08.01.2015
2. Noch 'ne Idee ...
... kam mir bei dem Bild mit der Drohne an der Schnur. Warum nicht den Hund an die Leine nehmen? D.h. endlose Stromversorgung vom Boden aus, wenn sie längere Zeit nur einen bestimmten Bereich filmen soll.
panzertom 08.01.2015
3. Genial!
Das selbstständige Folgen und die Faltbarkeit sind eine geniale Kombination. Anders wären solche rasanten Kamera-Verfolgungen, wie sie in dem Video gezeigt werden, im praktischen Leben gar nicht möglich. Wie die Kamera allerdings ihr bewegliches Motiv selbstständig im Focus behält, wird sich zeigen. Diesen Vorzug kann ich mir noch nicht recht vorstellen.
dwg 08.01.2015
4. Na prima!
Endlich die richtige "personal" Drohne die Youtube-mäßig mitfilmt, wie sich der Protagonist aus dem Genpool verabschiedet. Watch the reaper...
zafoilyx 08.01.2015
5. Ganz nett...
aber 1.500 Dollar? Aber damit lassen sich zweifellos dramatisch anmutende Heimvideos machen. Es kann aber auch kommen wie Papamidnite prophezeit: Voyeure bekommen ein neues Spielzeug.... Schauen wir mal.
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