Samsung-TV mit künstlicher Intelligenz Dieser Riesenfernseher besteht aus vielen kleinen Kacheln

Auf der CES präsentiert Samsung TV-Geräte, deren Bildschirme modular zusammengestellt werden. Außerdem zeigt der Hersteller 8K-Fernseher und künstliche TV-Intelligenzen. Nur nicht für alle.

SPIEGEL ONLINE

Aus Las Vegas berichtet


Samsungs neuer Superfernseher ist riesig. 146 Zoll, umgerechnet 3,7 Meter, misst der gigantische TV in der Diagonale. Von dieser Dimension dürfte sich auch der Name des Geräts ableiten: "The Wall", also "Die Wand" oder "Die Mauer", hat der Hersteller aus Südkorea das Modell genannt. So wie eine Mauer ist der Bildschirm zudem aus vielen kleinen rechteckigen Modulen zusammengesetzt.

Genau diese Module sind es auch, die den neuen TV zu etwas Besonderem machen. Zum einen gilt das für die Produktion: Die kleinen Module dürften leichter herzustellen sein als große, einteilige Bildschirme. Deren Produktion ist technisch sehr aufwendig.

Zum anderen ermöglichen diese Module es, im Grunde beliebige Bildschirmgrößen herzustellen. Denkbar sei es auch, dass TV-Händler aus solchen Modulen künftig Fernseher nach Kundenwunsch zusammenstellen. Dabei könnte man nicht nur die Größe, sondern auch die Form bestimmen. Etwas breiter oder höher als üblich, beispielsweise. So ließe sich nahezu jede Wand in jeder Wohnung zur Bildschirmwand machen.

Nach OLED und QLED kommt Micro-LED

Möglich wird das Modulsystem auch, weil Samsung beim "The Wall" auf eine vollkommen neue Technik setzt. Micro-LED nennen die Koreaner sie. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Miniaturversion von Stadionbildschirmen. Jedes Pixel wird von einer eigenen Mini-LED dargestellt. Weil diese LEDs selbst leuchten, ist keine Hintergrundbeleuchtung mehr nötig. Anders als herkömmliche LCD- oder LED-TVs können Micro-LED-TVs deshalb auch ein richtiges Schwarz darstellen.

Das Prinzip erinnert an die OLED-Technik, mit der Samsung-Konkurrenten wie LG, Sony und Philips erfolgreich sind und Fernseher bauen, die enorm hohe Kontrastwerte und tiefes Schwarz liefern. Samsung hatte sich diesem Trend verschlossen, versucht, mit immer weiter verbesserter LED-Technik an die OLED-Qualität heranzukommen. Zuletzt mit einer QLED genannten Technologie.

Viel haben Konzernvertreter zu Micro-LED bisher aber nicht verraten. Genaue Angaben zum Kontrastverhältnis und Helligkeit wurden nicht gemacht. Der "The Wall", den Samsung auf der CES ausstellt, macht freilich einen sehr guten Eindruck, ist enorm hell und kontrastreich. Wann er auf den Markt kommen soll - und zu welchem Preis - wurde leider nicht verraten.

8K kommt

Solche Details fehlten auch für die übrigen Geräte, die der Konzern auf einer Veranstaltung zwei Tage vor Messebeginn in Las Vegas zeigte. Offensichtlich ging es hier nur darum, die Technologien zu demonstrieren, die in den neuen Fernsehern stecken sollen. Dabei wurde vor allem künstlicher Intelligenz (KI) viel Raum eingeräumt.

Die soll dafür sorgen, das auch Filme geringer Qualität auf den neuen Fernsehern gut aussehen. Gezeigt wurde beispielsweise ein neuer 8K-Fernseher mit QLED-Technik, der ohne die neuen Funktionen wohl kaum zu etwas nütze wäre. Immerhin hat ein 8K-TV viermal mehr Pixel als ein 4K- oder UHD-TV, entsprechendes Videomaterial wird auf absehbare Zeit aber kaum zu bekommen sein.

Was kann die KI wirklich?

Die KI soll deshalb niedriger aufgelöste Filme künstlich auf die hohe Pixelzahl des neuen Fernsehers hochrechnen. Wie sie das macht und inwiefern sich diese KI von einem einfachen Bildbearbeitungs-Algorithmus unterscheidet, konnte bei Samsung leider niemand erklären. Dass dafür ein Hochleistungsprozessor im Gerät stecken muss, ist aber klar. Schließlich werden die TV-Bilder Bild für Bild nahezu in Echtzeit analysiert und bearbeitet.

Bei den Vorführungen in Las Vegas waren die Ergebnisse beeindruckend. Sogar Videos in SD-Auflösung sahen auf dem neuen Bildschirm scharf und klar aus. Inwieweit das auch in der Praxis funktioniert, bleibt abzuwarten.

Auch die beste KI wird einem verwaschenen Film von Videokassette keine Informationen mehr hinzufügen können, die von der alten Videotechnik gar nicht erst aufgezeichnet worden sind.

Bixby lernt fernsehen, aber nicht Deutsch

Nicht nur beim Bild, auch bei der Bedienung des Fernsehers soll Samsung künftig KI helfen. Doch statt sich, wie die Konkurrenz, auf Amazon Alexa und Google Assistant zu verlassen, setzt Samsung auf seinen digitalen Assistenten Bixby. Der wurde zuerst für Samsungs Smartphones entwickelt und ermöglicht unter anderem eine Interaktion per Sprache.

Deutsch kann Bixby allerdings noch nicht. Samsung-Mitarbeiter machten keine Hoffnung, dass noch 2018 eine deutsche Version von Bixby für die TV-Geräte erscheinen wird. Korea und die USA haben als Markt Vorrang. Das gilt auch für den neuen 8K-Fernseher, der im Sommer zuerst in jenen beiden Ländern eingeführt wird. Nach Europa soll er erst später kommen.



insgesamt 22 Beiträge
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mimas101 08.01.2018
1. Hmm Tja
Wenn das Teilchen... 1. Ein verbessertes ÖR-TV liefert, 2. unter 500,-- fällt, 3. die LEDs und IT-Support mind. 100.000 Betreibsstunden halten, 4. diese Firma für den TV die Prämien für eine Feuer- und Katastrophenversicherung für alle Ewigkeiten bezahlt, 5. Sicherstellt das ich auch ohne KI und Klaut simpel TV guggen kann, 6. weder Daten abgeräumt werden noch Werbemüll eingespült wird, 7. WLAN und LAN nicht über externe Server laufen, 8. Ich selbstbestimmt mit meinem TV anstellen kann was ich will und auch nicht mit einer KI darüber debattieren muß was sie mir vorsetzen will 9. Senderverteilung und Bedienung flott genug ist und sinnvoll angelegt wurde 10. diese Firma mir versichert das Kamera und Mikrofon nicht im Gerät vorhanden sind dann könnte ich mal einen Gedanken an so eine Flimmerkiste verschwenden. Kommt aber nicht. Also kaufe ichs auch nicht zumal 4k-Material sowieso eher mehr als nur Mangelware ist und was interessieren mich die Dopingspiele von Tokio wenn nur dort in 8k-Auslösung gesendet wird. Hier wird also wieder mal wein Hype durchs Dorf getrieben und mal sehen welchen fehlplatzierten Schnickschnack jetzt die anderen Hersteller durchs Dorf treiben werden.
Emil Peisker 08.01.2018
2. Krempps Expertenbeitrag...
Schon bei technischen Beiträgen über Apple-Produkte spricht Krempp meist nur über Belangloses, eine tiefergehende Errläuterung kommt nie. Und jetzt noch Großbildfernseher... Wenn Sie, ja ich meine Sie Herr Krempp, einen 32 Zöller mit Full HD-Auflösung haben, also 2K, dann haben Sie trotzdem eine wesentlich höhere Pixeldichte als der 146 Zöller mit 8K. Und wenn Ihr 32 Zöller noch ein Amoled-Display hat, stellen Sie das Diagonalmonster mit Abstand in den Schatten. Der 32 Zöller hat im cm² eine ca. 18mal kleinere Displayfläche als der 146 Zöller, obwohl der nur ca. 4 mal soviele Pixel hat. Die Auflösung des 146 Zöllers ist bei 8K als mehr als 4mal so schlecht. Bei 4K müssen Sie schon einen Abstand halten, der in keiner Wohnung und keinem Haus zu finden ist. Soviel zur "Wandbelegung" Herr Krempp.
conjure 08.01.2018
3. jaja...
...die zu gross, zu unnütz, braucht keiner, inkompatibel, unausgereift, zu teuer-Rufer: Keiner zwingt Euch, das irgendwann zu kaufen. Wer aber möchte, wird sich in 20 Jahren damit ganze Wände oder Raumteiler zu überschaubaren Kosten fertigen lassen, die Technisierung des Alltags bekommt ganz neue, auch architektische Möglichkeiten. Wer will und es sich leisten kann. Ansonsten steht es natürlich jeden frei, bei Rauhfaser und Röhrenfernseher zu bleiben.
streetlevel 08.01.2018
4. Echtzeit
Wenn dem Autor einfache IT-Begriffe wie Echtzeit nicht bekannt sind, wundert es mich nicht, dass ihm bei Samsung niemand erklären konnte wie deren KI funktioniert. Grüsse aus Norddeutschland.
Lemjus 08.01.2018
5. Pixeldichte
Meiner Meinung nach muss eher die Pixeldichte beachtet werden, da man eigentlich nur diese wirklich unterscheiden kann .
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