Technik auf der CES Liebe Leserin, lieber Leser,


das neue Jahr beginnt für uns Tech-Reporter entspannter als 2017. Der Grund: Die CES beginnt eine Woche später als vergangenes Jahr. Statt am 2. Januar und noch leicht angeschlagen von der Silvesterparty machten mein SPIEGEL-ONLINE-Kollege Markus Böhm und ich uns ein paar Tage später auf den Weg nach Las Vegas und sind seit Sonntag vor Ort.

Für jemanden, der sich für neue Technik und Trends interessiert, ist das wie ein Besuch in der Schokoladenfabrik: Es gibt überall spannende Neuheiten zu sehen - so viele, dass man innerhalb der wenigen Tage nur einen Bruchteil davon anschauen und ausprobieren kann.

OLED-TV von LG
LG

OLED-TV von LG

Die neuen Fernseher immerhin sind kaum zu übersehen. So wie der neue UHD-TV von LG, der mit 88 Zoll Diagonale der größte Fernseher mit OLED-Technik ist. Andere LG-Fernseher werden mit Alexa und Google Assistant um künstliche Intelligenz erweitert. Die Konkurrenz wird ähnliches zeigen. Und die Hersteller werden weiter für unterschiedliche Technologien werben: für OLED vs. QLED und für Dolby Vision vs. HDR10.

Natürlich werden auch neue Computer, vor allem Notebooks, vorgestellt werden. Besonders beachtenswert dürften Modelle mit ARM-Prozessoren sein. Die ersten derartigen Modelle von Asus und HP sollen bis zu 22 Stunden auf Akku laufen. Echte Smartphone-Neuigkeiten bringt erst der Mobile World Congress in Barcelona im Februar.

Dafür wird es reichlich Smart-Home-Neuheiten geben, von WLAN-Lampen über vernetzte Türklingeln bis hin zu Geräten, die Küchengeräusche, Gespräche, sogar Streit simulieren, um die Anwesenheit der Wohnungsbewohner vorzutäuschen. Ob das künftig Einbrecher abschreckt?

Autonomes Auto
Aptiv

Autonomes Auto

Auf den Straßen von Las Vegas wiederum soll eine kleine Flotte autonomer Autos den Besuchern einen Eindruck davon vermitteln, wie der Straßenverkehr der Zukunft ablaufen könnte. Ein bisschen Schummelei ist dort aber im Spiel. Denn die Wagen des Fahrdienstanbieters Lyft fahren nur zu 20 festgelegten Zielen. Ein Fahrer ist stets an Bord, um einzugreifen, falls der Computer eine Situation falsch einschätzt.

Mein Gadget der Woche: Die Tanke auf dem Tisch

Tizi-Tankstelle
Spiegel Online

Tizi-Tankstelle

Veranstaltungen wie die CES sind für mich immer auch eine gute Gelegenheit, Gadgets zu testen. Auf dem Flug zum Beispiel geräuschmindernde Kopfhörer, unterwegs Akkupacks. Das ist immer mit Risiko verbunden, denn wenn ein solches Gerät versagt, stehe ich im Zweifel dumm da. Dieses Mal habe ich unter anderem die neue Tizi-Tankstelle eingepackt.

Deren Tankstellen-Vorgänger ist seit Jahren bei mir im Reisegepäck. Mit ihren vier USB-Anschlüssen konnte ich mehrere Handys, meine Smartwatch und ein Tablet gleichzeitig aufladen. So hat sie vier Ladegerät ersetzt und mein Gepäck spürbar leichter gemacht.

Die neue Version hat neben drei normalen USB-Ports nun auch einen USB-C-Anschluss mit sogenannter Power-Delivery-Technik (PD). Der ist mit bis zu 75 Watt stark genug, um auch ein Notebook aufzuladen. Beim Test hat das sowohl mit einem Lenovo Yoga 370 als auch einem Apple MacBook Pro prima funktioniert. Das große Notebook-Netzteil, das ich zur Sicherheit eingepackt habe, kann auf der nächsten Reise also zu Hause bleiben. Mit rund 70 Euro ist die Tankstelle aber ziemlich teuer.

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Seltsame Digitalwelt: Roaming-Erinnerung

Über Jahre war ich es bei meinem Smartphone gewöhnt, dass ich beim Roaming im Ausland stets zuerst eine SMS meines Anbieters bekomme, der mich auf die damit verbundenen Kosten hinweist und erklärt, wie ich online Datenpässe fürs Ausland kaufen kann. Doch i n meinem Diensthandy steckt eine neue Sim-Karte mit einem neuen Vertrag - und bei dem ist das anders.

Als ich nach der Landung in den USA Roaming aktivierte, um nach den verfügbaren Datenpässen zu schauen, begannen im Hintergrund diverse Programme, Daten abzugleichen, E-Mails abzufragen. Als ich nach zwei bis drei Minuten die Roaming-Seite meines Providers öffnete, waren bereits mehr als 40 Euro Roaming-Gebühren aufgelaufen. Jetzt dient mir mein iPad als mobiler Hotspot. Für das Tablet konnte ich online einen fetten Datenpass für zehn Dollar kaufen.

App der Woche: "Remindee"
getestet von Sebastian Meineck

Rob J

Man kann nicht an alles denken - aber sich von "Remindee" erinnern lassen. "Remindee" nutzt die in vielen Apps integrierte Teilen-Funktion, um Erinnerungen zu speichern.

Auf diese Weise können sich Nutzer von der App per Push-Nachricht etwa an eine Internetadresse, einen Screenshot oder einen beliebigen Text aus der Zwischenablage erinnern lassen - zu einer bestimmten Uhrzeit. Das ist nützlich für alle, die mit dem Smartphone etwas entdecken, an das sie in Kürze erinnert werden möchten.

Gratis von Rob J, ohne In-App-Käufe: Android

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "The Art of Gaming" (22 Videos, jeweils rund 10 Minuten, Deutsch und Französisch )
    Warum kämpfen wir im Computerspielen so gern gegen Monster? Warum gibt es mehr Helden als Heldinnen? Solchen Fragen gehen die Profi-Gamerinnen Melek Balgün und Trinity zusammen mit Experten in ihrem Arte-Magazin nach.

Eine aufregende Woche wünscht Ihnen

Matthias Kremp

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
barlog 08.01.2018
1.
Ich überlege gerade angestrengt, wofür ich die feine Tizitankstelle, für die hier so rührend geworben wird, gebrauchen könnte. Denn Netzteile für meine paar Geräte habe ich zu Hause, wo sie hingehören und für unterwegs sorgt ein formschöner und potenter Akku (Powerbank) für Nachladeenergie. Aber ich muss ja auch nicht soviel Spielzeug wie ein Gadgetforscher herumtransportieren.
mschmutz 08.01.2018
2. Batterie tanke mit 4 usb slots
Eventuell wäre eine Erwähnung von Energous’ wire free chargern interessanter gewesen
saschanoetzel 08.01.2018
3. @barlog
So? Schonmal auf Reisen gewesen? Ich kenne dieses Problem durchaus. Wenn man mit dem Flugzeug verreist muss man noch drei oder vier verschiedene Ladegeräte mitnehmen um über Nacht alles gleichzeitig wieder aufzuladen, während man tagsüber unterwegs ist. Ob das dann 70,00 Euro kosten muss, naja. Sinnvolle Anwendungen gibt es aber mehr als genug. Aber Besserwisser, die ganz überheblich ihren eigenen begrenzten Horizont zum Masstab anderer machen wollen gibt es ja auch immer.
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