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22. Februar 2013, 11:08 Uhr

Chromebook-Pixel

Google stellt Touchscreen-Notebook vor

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Google macht Apple scharfe Konkurrenz: Das Chromebook Pixel hat einen Bildschirm, dessen Bildpunkte noch dichter gedrängt sind als auf Retina-MacBooks. Auch sonst ist das Google-Notebook gleichauf mit Apple-Mobilrechnern - nur beim Speicher hatte man eine andere Idee.

Bisher war mit Chromebooks nicht viel Staat zu machen. Sie waren langsam, klein, hatten wenig Speicher, und besonders schön waren sie auch nicht. Das wird sich jetzt ändern: In der Nacht zum Freitag hat der US-Konzern in San Francisco das Chromebook Pixel vorgestellt, ein Notebook, das mit allen Vorurteilen gegen die Geräte mit dem Google-Betriebssystem Chrome OS aufräumen könnte. Auch mit dem Vorurteil, dass sie billig sind.

Vor allem aber beweist das Pixel, dass Chromebooks keine hässlichen Plastikdinger sein müssen. Sein Gehäuse besteht aus anodisiertem Aluminium, es dürfte daher sehr stabil sein und macht auf ersten Fotos einen edlen Eindruck. Highlight und Namensgeber des Pixel ist aber sein Bildschirm. Bei einer Bilddiagonalen von 12,85 Zoll löst er 2560 x 1700 Bildpunkte auf. Aus diesen Werten ergibt sich eine Pixeldichte von 240 Punkten pro Zoll, mehr noch also als Retina-MacBooks von Apple aufweisen, deren Pixeldichte bei einer 13 Zoll Diagonalen 227 Punkte pro Zoll beträgt.

Gerüchte über einen solchen Mobilrechner von Google geisterten schon seit Monaten durchs Web. Sogar Fotos des Rechners, die sich jetzt als echt erweisen, waren schon in Blogs aufgetaucht. Auch die Bezeichnung Pixel und die Auflösung des Bildschirms waren bekannt. Am Donnerstag hatten US-Medien über eine bevorstehende Ankündigung orakelt.

Schneller Prozessor, wolkiger Speicher

Angetrieben wird das Pixel von einem Intel Core i5-Prozessor mit 1,8 GHz, der über vier Gigabyte Arbeitsspeicher verfügt. Der integrierte Intel-Grafikchip ist als maßvoll performant bekannt. Ungewöhnlich klein bemessen sind die anstelle von Festplatten verbauten SSD-Speicher. Im Standardmodell setzt Google eine 32-Gigabyte-SSD ein, im Top-Modell eine mit 64 Gigabyte.

Damit folgt der Konzern seiner Strategie, Chromebooks vornehmlich als Cloud-Rechner zu betreiben. Entsprechend bekommt man mit dem Chromebook Pixel ein Terabyte Cloud-Speicher bei Google Drive zugewiesen - für drei Jahre. Nach Ablauf dieser Frist muss man den Cloud-Speicherplatz bezahlen. Für ein Terabyte verlangt Google aktuell 50 Dollar pro Monat.

Die Vernetzung des Pixel erfolgt per W-Lan nach IEEE 802.11 a/b/g/n und gegen Aufpreis per LTE. Außerdem ist Bluetooth in der Version 3.0 integriert. Zwei USB-Ports stehen für Peripheriegeräte zur Verfügung, ein SD-Kartenleser nimmt Speicherkarten entgegen. Externe Bildschirme werden per Mini-Displayport angeschlossen. Die Tastatur ist beleuchtet. Als Betriebssystem nutzt Google sein eigenes Chrome OS, das auf Linux basiert und sich selbsttätig mit Updates versorgt. Eine 720p-Webcam komplettiert die Ausstattung.

Design, Bildschirm und Prozessorleistung liegen, ebenso wie das Gewicht von 1,52 Kilogramm, auf einem Niveau, das das Chromebook Pixel mit Apples MacBook Pro Retina vergleichbar macht. Dasselbe gilt allerdings auch für den Preis. Während ein aktuelles Samsung Chromebook der Serie 5 im deutschen Google-Web-Shop für 350 Euro bestellbar ist, soll das Chromebook Pixel in den USA zwischen 1300 und 1500 Dollar kosten.

Preise für Deutschland hat der Konzern bisher ebenso wenig bekanntgegeben wie ein Datum für den Verkaufsbeginn. Auf der deutschen Web-Shop-Seite zum Chromebook Pixel heißt es derzeit nur lapidar, das Gerät werde "noch nicht verkauft".

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