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Cyborg Unplug: Dieses Gadget stört Google Glass und Drohnen

Ein kleiner Netzstecker soll unerwünschte "Spionagegeräte" aus dem W-Lan werfen. Hinter der Idee steckt ein Entwickler aus Berlin. Er hat es schon seit Längerem auf Geräte wie Googles Datenbrille abgesehen.

Cyborg Unplug: Digitale Störenfriede automatisch aus dem Netz werfen Zur Großansicht
plugunplug.net

Cyborg Unplug: Digitale Störenfriede automatisch aus dem Netz werfen

Streitobjekt Google Glass: Kinos verbannen sie aus den Vorführsälen, in manchen Restaurants sind sie unerwünscht, sogar zu Schlägereien kam es schon wegen der umstrittenen Datenbrille. Der kleine Stecker Cyborg Unplug soll Betreibern von öffentlichen Hotspots ein einfaches Instrument an die Hand geben, mit dem sie die unauffälligen Geräte automatisch aus dem Netz werfen können - und so das prompte Hochladen oder Streamen von Fotos und Videos ins Internet unterbinden. Dass Google-Glass-Nutzer überhaupt filmen und fotografieren und ihre Bilder erst einmal lokal speichern, kann das Gerät aber nicht unterbinden.

Der aus Neuseeland stammende und in Berlin lebende Entwickler und Künstler Julian Oliver hatte schon im Juni mit einer Software von sich reden gemacht, die die gleiche Idee verfolgte. Doch die Installation auf einem Raspberry-Pi-Minirechner ist nicht jedermanns Sache. Nun baut Oliver seine Technik in einen schlichten Netzstecker, der ein bisschen aussieht, als hätte ihn Apple geliefert.

Nach Angaben des Anbieters ist der Betrieb denkbar einfach: Einmal in eine Netzsteckdose gestöpselt, scannt die Box die Umgebung nach unerwünschten Geräten wie Google Glass, Drohnen mit ein- oder angebauten Kameras oder auch Skype-Sessions und trennt automatisch deren W-Lan-Verbindung zum Hotspot.

Dabei kann der Besitzer konkrete Gerätetypen ausschließen. Und er kann zwischen zwei Betriebsmodi wählen: Der "Territory Mode" dient dazu, die Infrastruktur abzuschotten, die dem Nutzer selber gehört. Der "All Out Mode" soll unerwünschte Geräte aus allen gespeicherten Netzen abmelden - eine Maßnahme, die der Anbieter aber aus rechtlichen Überlegungen explizit nicht empfiehlt. Es stellt sich die Frage, warum er sie dann überhaupt implementiert hat. Die unerwünschten Geräte soll die Box anhand ihrer MAC-Adressen erkennen, eine dahinter liegende Geräte-Datenbank will Oliver stets aktuell halten.

Ab Ende September soll Cyborg Unplug je nach Ausstattung für 50 oder 100 Dollar vorbestellbar sein.

abr

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1.
gctuser 09.09.2014
Der "All Out Mode" soll unerwünschte Geräte aus allen gespeicherten Netzen abmelden - eine Maßnahme, die der Anbieter aber aus rechtlichen Überlegungen explizit nicht empfiehlt. Es stellt sich die Frage, warum er sie dann überhaupt implementiert hat. weil: - die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht überall gleich sind - rechtliche Vorgaben sich ändern können - es Bereiche geben kann in denen mehrere Netze (vom selben Betreiber) verfügbar sind, in denen die Geräte geblockt sein sollen - es nicht die vordringliche Aufgabe eines Künstlers/Entwicklers ist, dem Nutzer die Entscheidung vorwegzunehmen, ob er diese Funktionalität nutzen will - nach dieser Logik kein französiches Auto gebaut werden dürfte, das schneller als 120 km/h macht ...
2.
an°n 09.09.2014
"Dass Google-Glass-Nutzer überhaupt filmen und fotografieren und ihre Bilder erst einmal lokal speichern, kann das Gerät aber nicht unterbinden." Fantastisches Teil. Wartet man 30 min, bis man Zuhause ist und lädt dann die Dateien hoch. Dafür gebe ich als Ladenbesitzer gerne 50-100$ aus. Vor allem, weil Smartphones so etwas natürlich nicht können. Nebenbei ist es viel unauffälliger mit Google Glass fremden Menschen und den Rock zu gucken...nicht. Aber mal im Ernst: Was bringt eine Abschottung gegen GG, wenn alle Smartphones den gleichen Trick können (wenn nicht sogar besser/unauffälliger) und selbst dann nur der Upload verhindert wird, nicht aber die Aufnahme an sich? Nutzloses Teil.
3. Geile Sache...
fatherted98 09.09.2014
...dann gibt sicher auch bald ein Gerät das einfach alle anderen aus dem WIFI wirft oder diese blockiert...stelle ich mir lustig vor in manchen Hot-Spots...alle tippen wie wild und dann gibts kein Netz mehr...wäre ein schönes Gadget für Lausbubenstreiche.
4.
sunhaq 09.09.2014
Mal davon abgesehen, dass es bei den meisten Geräten problemlos möglich ist, die MAC zu ändern und für Android auch die entsprechenden Apps in Google Play zu finden sind, ist das Gerät doch eher was für asoziale Genossen. Wer mittels "All Out Mode" die Drone des Immobilienmaklers oder der spielenden Kindern abschiesst, die Skypeverbindungen von andere abbricht und auch nicht davor zurückschreckt mit dem Handy gepairte Headsets über den Haufen zu schiessen, der sollte andere nicht "Glasshole" nennen. Mit dem Titel kann sich der Betreffende dann selbst schmücken. Wer mittels "Territory Mode" im eigenen WLAN Skype und Co sperrt, der ereicht zumindestens eine Art grundsätzlich Schutz vor Streaming auf Geräten mit der Original-MAC, die kein UMTS/LTE unterstützen, kein anderes WLAN in der Reichweite haben und auf die keiner physikalischen Zugriff hat, also nicht z.B. eine SD-Karte austauschen kann. Da das nicht allzuviel Schutz ist und ganz besonders kein zuverlässiger, frage ich mich natürlich wert auf solche Geräte reinfallen soll.
5. Asozial
cor 09.09.2014
Das richtige Gadget für Restaurant-, Kino- oder sonst-irgendwas-Besitzer, die ihre asoziale Ader ausleben müssen und nebenbei möglichst viele Kunden vergraulen wollen. Fantastisch. Ich jedenfalls würde in so einen Laden keinen Fuss mehr setzen. Und ich benutze nicht mal Google Glass. Da geht es schlichtweg um's Prinzip. Ausserdem, wer auch nur ein wenig Eier in der Hose hat, geht auf den Gast zu und sagt ihm, dass er bitte Google Glass oder sonstwas bitte hier nicht benutzen soll und versteckt sich nicht hinter so einem Anti-Router. Sind wir im Kindergarten, oder was?
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    Gadgets, Apps, neue Technologien - der Hamburger Andreas Brohme schreibt seit über 20 Jahren über Neues aus Digitalien. In seiner Freizeit spielt er - ganz analog - vor allem Gitarre.

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