LG G2 im Test: Dieses Handy ist der Maßstab für Apples neues iPhone
Der koreanische Handy-Hersteller LG will Apple und Samsung ernste Konkurrenz machen. Ob das klappt, hängt vom neuen Smartphone-Top-Modell G2 ab - und das protzt mit neuester Technik. Wie gut ist es wirklich? Der Test.
Bei der Konstruktion des G2 wollten die Ingenieure von LG offenbar nichts dem Zufall überlassen. Technisch haben sie alles in das neue Gerät hineingepackt, was derzeit hip ist: Es hat einen großen Bildschirm, einen schnellen Prozessor und kennt alle aktuellen Funkstandards. Außerdem hat es ein paar Extras, die es aus der Flut aktueller Smartphones herausheben sollen. Es wurde ganz offensichtlich konzipiert, um den Status des Unternehmens zu zementieren.
Denn LGs Handysparte hat gerade einen guten Lauf. Aktuellen Zahlen des Marktforschungsinstituts Gartner zufolge hat sie ihren Handyabsatz vom zweiten zum dritten Quartal 2013 fast verdoppelt. LGs Weltmarktanteil stieg damit von 3,8 auf 5,1 Prozent und schob den Konzern auf Platz 3 der Rangliste von Smartphone-Herstellern - nach Samsung und Apple. Mit dem G2 will das Unternehmen diesen Platz verteidigen.
Ausgerechnet ein Knopf soll dazu beitragen: Der Einschaltknopf des G2 ist nicht, wie üblich, im Rahmen des Handys angebracht, sondern prangt auf der Rückseite, direkt unterhalb der Kamera. Zusammen mit der Lautstärkewippe soll er gleich zweierlei positive Wirkungen haben. Zum einen habe man das Handy durch diesen Kniff dünner bauen können, sagen LG-Manager. Mag sein, mit neun Millimetern ist es schlank, aber nicht superschlank.
Wecken mit dem Morsecode
Zum anderen sollen die Tasten intuitiver bedienbar sein, wenn sie hinten und nicht an der Seite, liegen. Darüber, ob das wirklich so ist, kann man streiten. Mir fällt es auch nach einer knappen Woche mit dem Handy noch schwer, mich daran zu gewöhnen. Ein klarer Vorteil ist aber, dass man nicht mehr suchen muss, auf welcher Seite die Bedienelemente stecken - die Mitte ist immer leicht zu finden, mit linker wie mit rechter Hand.
Besser als die von LG als Rear Keys bezeichneten Knöpfe gefällt mir, dass ich nicht mehr auf den Einschaltknopf drücken muss, um das Handy aus dem Ruhezustand zu wecken. Ich klopfe an. Anfangs klappt das nicht immer. Besser funktioniert es, wenn ich den Morsecode für den Buchstaben D tippe: Lang, kurz, kurz.
Wenn dann der Bildschirm aufleuchtet, gibt es nichts zu meckern. Er strahlt hell und kontrastreich, ist auch aus schrägen Blickwinkeln gut ablesbar. Die Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) ist so hoch, dass Texte und Bilder scharf und detailreich erscheinen. Weil der seitliche Rahmen sehr dünn ist, liegt das G2 trotz 5,2-Zoll-Bildschirms gut in der Hand.
Einhändig bedienen kann ich es trotzdem nicht. Selbst wenn es locker in der Hand liegt, muss ich meinen Daumen sehr weit strecken, um die Ecke links oben zu erreichen. Aber für viele Anwendungen geht es sowieso nicht anders. Um in der mitgelieferten Notizbuch-App zu kritzeln, muss man das Handy in einer Hand halten und mit der anderen schreiben oder zeichnen.
Ausgesuchte Apps für Gäste
Neben dem Notizbuch hat LG Googles Android-Betriebssystem um einige Funktionen erweitert, die nicht zum Standard gehören. So gibt es einen Gastmodus, für den man festlegen kann, welche Apps jemand nutzen darf, dem man sein Handy leiht. Außerdem kann man festlegen, dass eingehende Anrufe automatisch angenommen werden, wenn man das Handy ans Ohr hält.
| Technische Daten | |
| Hersteller | LG |
| Modell | G2 |
| Maße (Zentimeter) | 139 x 71 x 9 mm |
| Gewicht | 140 Gramm |
| Sprechzeit | bis zu 34,3 Std. |
| Standby | keine Angabe |
| Display-Diagonale | 5,2 Zoll |
| Display-Auflösung | 1920 x 1080 Pixel |
| Prozessor | 2,3 GHz Quadcore |
| Arbeitsspeicher | 2 GB |
| Massenspeicher | 16/32 GB |
| Speichererweiterung | keine |
| Kamera | 13 Megapixel |
| Mobilfunktechnik | LTE/HSPA+/UMTS |
| W-Lan | 802.11 b/g/n/ac |
| Bluetooth | ja |
| Betriebssystem | Android 4.2 |
| Besonderheiten | Rear-Key, 24-Bit-Audio |
| Preis | 599/649 Euro |
| Alle Daten sind Herstellerangaben | |
Das G2 beherrscht alle Mobilfunktechniken
Das gilt auch für die technische Ausstattung. Der 2,3 GHz schnelle Quadcore-Prozessor dürfte auf absehbare Zeit schnell genug für alles sein, was man mit einem Smartphone vorhat. Und er dürfte auch fix genug für die nächsten Android-Versionen sein, sofern LG entsprechende Updates anbietet. Ausgeliefert wird das G2 mit Android 4.2.
Die Ausstattung mit Funkstandards ist komplett. Unterwegs beherrscht das G2 alle Mobilfunktechniken, inklusive LTE. Mit Zubehör nimmt es per Bluetooth 4.0 Kontakt auf und verbindet sich sogar mit W-Lan-Netzen, die den neuen Gigabit-Standard 802.11ac verwenden. Außerdem ist NFC-Kurzstreckenfunk eingebaut und eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Dass deren Objektiv optisch stabilisiert wird, um Verwacklungen zu vermeiden, ist allerdings kein Standard.
Fazit
Dem LG G2 fehlt kaum etwas, wenn man von der fehlenden Möglichkeit absieht, den Speicher zu erweitern. Man hat die Wahl, sich für 16 oder 32 GB integrierten Speichers zu entscheiden, mehr geht nicht. Und mit 600 bis 650 Euro ist es auch kein Schnäppchen.
Doch für das viele Geld bekommt man ein Smartphone, das sich gut anfühlt, schnell ist und den großen hochauflösenden Bildschirm hat, den sich viele Smartphone-Nutzer wünschen. Und es bringt einen großen Akku mit, der uns im Test außergewöhnlich lange Laufzeiten bescherte, auch nach 17 Stunden langen Messetagen noch nicht schlappmachte. Dieses Ausstattung ist das Maß, an dem sich andere werden messen müssen - auch Apples neues iPhone.
Guter, hochauflösender Bildschirm
Schneller Prozessor
Vollständige Ausstattung mit Funkstandards
Sehr gute Akkuleistung
Speicher nicht erweiterbar
Teuer
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