Demenzerkrankung GPS-Schuhe sollen Alzheimer-Patienten bewachen

Verschwundene Alzheimer-Patienten soll man in den USA künftig anhand von Hightech-Schuhen aufspüren können. Die Schuhe enthalten GPS-Emfpänger und melden die Bewegungen des Trägers weiter. Armbänder oder Anhänger seien dazu ungeeignet.

Schuh mit GPS-Sensor: ""Paranoia geht oftmals mit Alzheimer einher"
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Schuh mit GPS-Sensor: ""Paranoia geht oftmals mit Alzheimer einher"


Miami - Noch im Oktober 2011 sollen die mit dem Satellitenortungssystem GPS ausgestatteten Schuhe zum Preis von rund 300 Dollar (etwa 216 Euro) auf den Markt kommen, wie der GPS-Hersteller GTX Corp ankündigte. Die ersten 3000 Paar seien bereits an die Schuhfirma Aetrex Worldwide ausgeliefert worden.

Der GPS-Empfänger sei unauffällig im Schuhabsatz eingebaut, erläuterte Andrew Carle von der George-Mason-Universität, der GTX Corp und Aetrex Worldwide bei der Entwicklung des Schuhs beriet. Über die GPS-Ortung könne ein virtueller Zaun um die Wohnung des Erkrankten errichtet werden. Sobald der Träger die Grenze überschreite, werde ein Alarm auf ein Handy oder einen Computer verschickt. Über ein eigens eingerichtetes Portal könnten Angehörige oder Pflegekräfte den Vermissten dann lokalisieren.

Das neue System erspare den Betroffenen "peinliche Momente" und könne sogar Leben retten, sagte Carle. "Er ist vor allem für Alzheimer-Patienten im frühen Stadium wichtig, denn sie sind besonders gefährdet: Sie wohnen möglicherweise noch zu Hause, sind aber schon verwirrt. Dann spazieren sie einfach los - und können tagelang verloren gehen." Laut Carle leiden mehr als fünf Millionen Menschen in den USA an Alzheimer, ihre Zahl könnte sich den den nächsten Jahren vervierfachen. 60 Prozent der Alzheimer-Patienten verirren sich demnach mindestens einmal. Würden sich nicht binnen eines Tages gefunden, wachse die Gefahr, dass sie dehydrierten oder in Unfälle verwickelt würden.

Den Patienten einfach ein GPS-Arm- oder Halsband mitzugeben, sei keine Lösung, weil sie ungewohnte Gegenstände häufig abnehmen, sagte Carle. "Paranoia geht oftmals mit Alzheimer einher - gib ihnen eine Armbanduhr und sie nehmen sie ab, weil es nicht ihre ist. Man muss das GPS vor ihnen verbergen".

cis/AFP

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