Canon G1 X und Sony Nex-7: Die größten kleinen Kameras

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Großer Sensor, leichte Kamera, Sucherbild, hohe Auflösung: Sony und Canon bringen ihre bisher teuersten Kompakt-Modelle auf den Markt. Die trumpfen mit vielen Extras auf - welche das Geld wert sind, zeigt der Alltagsversuch.

Kompakte Digitalkameras: Sony NEX-7 und Canon G1 X Fotos
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Die Kamera, von der viele Fotografen träumen, kann es gar nicht geben: leicht, kleines Gehäuse, großer Bildsensor, kompaktes Objektiv mit großer Blendenöffnung, flexible Brennweite, viele Drehschalter und dazu vielleicht noch ein Sucher, damit man bei gleißendem Licht etwas erkennt. Auf so einen Fotoapparat wird man noch lange warten - die Gesetze der Physik können auch Kamerahersteller nicht ändern. Je größer der Sensor in der Kamera ist, desto größer fallen auch die Objektive aus.

Die Kamerahersteller versuchen, mit neuen Modellen etwas näher an dieses Ideal des kompakten Alleskönners heranzukommen. Die Ergebnisse sehen recht eigenwillig aus: Die Canon G1 X ist so ein Fall. Kompakt kann man den Fotoapparat nur mit viel Wohlwollen nennen - das klobige Gehäuse passt so gerade noch in eine geräumige Manteltasche. Dafür bringt Canon in diesem Gehäuse ein Vierfach-Zoomobjektiv komplett unter - wenn man das bedenkt, ist die Kamera tatsächlich erstaunlich kompakt geraten.

Sonys bislang teuerste Systemkamera Nex-7 ist auf andere Art eigenwillig: Das Gehäuse ist im Vergleich zur Canon G1 X kompakt, obwohl ein noch größerer Bildsensor darin steckt (3,66 Quadratzentimeter Oberfläche im Vergleich zu 2,618 bei der G1 X). Dafür sind die Sony-Objektive sehr groß. Mit einem angesetzten Dreifach-Zoom kriegt man die Nex-7 in keine Manteltasche mehr. Kompakt ist die Kamera nur mit wenigen Festbrennweiten (dem Sony-Weitwinkel SEL-16F28 oder dem neuen Sigma 30 mm 2,8 EX DN). Bei Zoom-Objektiven, aber auch schon mit dem einzigen von Sony verfügbaren Makro-Objektiv für die Nex-Reihe hat man ein sehr großes Objektiv mit einem kleinen Gehäuse hintendran in der Hand.

Bedienung: Sony spart, Canon stopft

Die Bedienung der Nex-7 unterscheidet sich von der anderer Sony-Systemkameras: Man muss weniger am Bildschirm durch Menüs scrollen und kann mehr direkt über zwei Drehrädchen an der Gehäuseoberseite einstellen. Je nach Aufnahmemodus variiert die Funktion dieser Drehrädchen - mal stellt man die Blendenöffnung ein, mal die Belichtungszeit. Das ist ein kleiner Fortschritt gegenüber der verworrenen Menü-Bedienung der anderen Nex-Schwesterkameras, allerdings ist die Bedienung auch bei der Nex-7 nicht richtig gut.

So muss man zum Beispiel den Aufnahmemodus über das Bildschirmmenü einstellen. Bei fast allen Kompakt- und Systemkameras gehört ein Moduswahlrad zur Grundausstattung, nur Sony spart sich dieses Element. Man ist also auch bei der Nex-7 auf den Bildschirm angewiesen. Einen Touchscreen, der diese Menü-Hangelei erträglich macht, gibt es bei der Nex-7 nicht, sondern nur beim wesentlich günstigeren Schwestermodell Nex-5N .

Canon setzt bei der G1 X auf das gegenteilige Bedienkonzept: Für fast jede Funktion gibt es einen Schalter oder ein Drehrad. Das ist vielleicht etwas zu viel des Guten, aber das mechanische Moduswahlrad ist Sonys Bildschirm-Version überlegen: Schneller als mit dem Canon-Wahlrad kann man eine Kamera wohl kaum in einen anderen Aufnahmemodus (Blenden-, Zeitpriorität usw.) umschalten. Zwei Programmplätze auf dem Wahlrad kann man mit eigenen Einstellungen belegen.

Ausstattung: Gelenkige Displays und ein Pro-Forma-Sucher

Die Monitore an der Rückseite der G1 X und Nex-7 haben fast dieselbe hohe Auflösung. Den Sony-Monitor kann man hochklappen, so dass man die Kamera zum Beispiel sehr nah am Boden halten und dennoch den Motivausschnitt sehen kann. Für Über-Kopf-Aufnahmen lässt sich der Monitor leicht nach unten kippen. Das Display der Canon G1 X ist erheblich beweglicher, es lässt sich drehen und schwenken, so dass man beispielsweise ein Selbstporträt aus der Hand schießen und sich dabei selbst im Monitor betrachten kann - wer so etwas mag, hat mit der G1 X mehr Möglichkeiten.

Der optische Sucher der Canon-Kamera ist eine Verlegenheitslösung: Man blickt durch einen Lichtschacht und erahnt den Bildausschnitt, den man gerade gewählt hat. Mehr Informationen bietet der Sucher nicht - da waren schon vor Jahrzehnten analoge Spiegelreflexkameras weiter, bei denen man immerhin die gewählte Blendenöffnung ablesen und die fokussierte Bildebene sehen konnte.

Der Sucher der Sony Nex-7 hingegen zeigt in hoher Auflösung (786.432 Bildpunkte) das Digitalbild des Sensors. So kann man zum Beispiel beim Einsatz manueller Objektive auch im Sucherbild schnell erkennen, wo der Fokus liegt - die Konturen scharf gestellter Gegenstände werden mit auffälligen Farben hervorgehoben. Dieses digitale Sucherbild ist der Verlegenheitslösung von Canon überlegen.

Objektive: Große Auswahl und ein Kompakt-Zoom

Das fest in der G1 X verbaute Objektiv lässt sich mit der Auswahl für Sonys E-Bajonett nicht vergleichen - zumal über Adapter auch alle älteren Leica-Objektive problemlos an der Nex-7 nutzbar sind (mit manuellem Fokus natürlich). Das Canon-Objektiv ist für ein Vierfach-Zoom erstaunlich kompakt, die Brennweite beginnt im Weitwinkelbereich - das eröffnet bei aller Einschränkung viele Möglichkeiten.

Für Aufnahmen auf der Straße und in der Landschaft ist das gut. Allerdings schränkt das Objektiv die Gestaltungsfreiheit ein: Je näher man an ein Motiv heranzoomt, desto kleiner wird die größtmögliche Blendenöffnung - bei 112 mm Brennweite hat man als größtmögliche Blende nur f/5,8 zu Verfügung, die ohnehin nicht besonders große Öffnung von f/2,8 ist nur im Weitwinkelbereich (28 mm) verfügbar. Das bedeutet: Wenn es dämmert, besser nicht zoomen - je kleiner die Blendenöffnung, desto weniger Licht fällt auf den Bildsensor. Hinzu kommt, dass die G1 X keinen nennenswerten Makro-Modus hat.

Bildqualität: Fotografieren auch bei Nacht

In einem Punkt sind die beiden Kompaktkameras wirklich Alleskönner: Die großen Bildsensoren der Nex-7 und der G1 X wandeln auch bei schlechter Beleuchtung und in der Nacht das einfallende Licht in vergleichsweise rauscharme und detailreiche Digitalaufnahmen um. Beide Fotoapparate sind normalen Kompaktkameras weit überlegen und auf dem Niveau vieler Spiegelreflexkameras.

Allerdings ist die Sache auch bei der Bildqualität nicht so einfach: Der Sensor der Nex-7 hat eine enorme Auflösung von 24,3 Megapixeln - voll ausnutzen lässt sich diese Auflösung aber nur mit überragenden Objektiven. Ein Kaufargument ist die hohe Auflösung der Nex-7 nicht - nur wenige Fotografen werden die wirklich einmal nutzen. Mit den 16 Megapixeln der kleinen Schwester Nex-5N ist man gut bedient.

Immerhin bestätigt sich eine Sorge nicht: Trotz der hohen Auflösung der Nex-7 ist das Bildrauschen bei höherer ISO-Empfindlichkeit (1600) nicht gravierend stärker als bei der Nex-5N. Die enorme Auflösung ist also auch kein Argument gegen die Nex-7, die Messergebnisse der Softwarefirma DxO-Labs erlauben eine ähnliche Einschätzung. Schleierhaft, warum Sony sich für die extrem hohe Auflösung entschieden hat.

Fazit - eine Reisekamera und ein Altglas-Adapter

Ein Alleskönner ist keine der beiden Kameras, obwohl beide zu den teuersten Modellen ihrer Klassen zählen. Bei der Canon G1 X beschränkt vor allem das fest verbaute Objektiv die Gestaltungsmöglichkeiten. Die Kamera eignet sich wohl am besten als Reisebegleiter - Landschaften, Straßenfotografie, Porträts. Dafür eignet sich die G1 X, die Bildqualität ist für eine Kamera dieser Größe mit Vierfach-Zoomobjektiv sehr gut.

Die Nex-7 ist dank der Drehrädchen und Wahlschalter an der Gehäuseoberseite die bisher am besten bedienbare Kamera aus der Nex-Reihe, auch wenn die Nutzerführung noch immer unausgegoren ist. Der Sucher ist bei Sonnenschein eine große Hilfe. Den Aufpreis von fast 500 Euro gegenüber der kleinen Schwester Nex-5N rechtfertigen diese Verbesserungen wohl nur für wenige Nutzer. Hinzu kommen bei der Nex-7 als Vorzug gegenüber der günstigeren Schwester noch der im Gehäuse integrierte Blitz und ein Anschluss für ein externes Mikrophon. Es ist beachtlich, welche Bildqualität die Nex-7 bei derart hoher Auflösung erzielt.

Die 24,3 Megapixeln dürften aber nur wenige Fotografen voll ausnutzen - da muss man besondere Objektive besitzen. Vielleicht sind die etwa 500 Euro Aufpreis zur Nex-5N besser in Objektiven angelegt.

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Kompakte Systemkameras: Canon G1 X und Sony NEX-7
Kamera Canon G1 X Sony Nex-7
günstigster Preis Gehäuse * 748 1278
Maße (Gehäuse, cm) 11,7 x 8,1 x 6,5 cm 12 x 6,7 x 4,3
Volumen (Gehäusemaße), cm³ 616,01 345,72
Objektiv 28 - 112 mm f/2,8, kb-äquivalent AF E 18-55 mm f/3,5 - f/5,6 OSS
Brennweite (kb-äquivalent) 28 - 112 mm 27 - 82,5 mm
Naheinstellgrenze 20 cm (Weitwinkel, Makromodus) 25 cm
Gewicht (Gehäuse mit Ojektiv ca. in Gramm) 534 544
Auflösung (Megapixel) 14,3 24,3
Sensorgröße (cm²) 2,618 3,666
Megapixel pro cm² 5,46 6,63
Display (Zoll Diagonale) dreh- und schwenkbar, 3 Zoll, 920.000 Pixel, zusätzlich optischer Sucher schwenkbar, 3 Zoll, 921.600 Pixel
Dateiformat RAW/JPG RAW (Sony)/JPG
* günstigster Preis im deutschen Online-Handel (laut geizhals.at, Stand 20.3.2012, NEX-7 mit Kit-Objektiv SEL1855 E18-55 OSS )

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Fototechnik-Fachbegriffe
Konrad Lischka
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Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.


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