Kamera-Neuheiten von der CES: 3-D-Fotos, Retrodesign und eine Klappkamera

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Canon versucht die Kamera für Smartphone-Knipser neu zu erfinden: Das Ergebnis ist fast quadratisch, lässt sich nur per Touchscreen bedienen und passt in die Hemdtasche. Weitere Kamera-Neuheiten von der Tech-Messe CES: Eine Edel-Kompakte von Pentax und Samsungs 3-D-Fotoapparat.

Fototechnik: Neue Digitalkameras auf der CES Fotos
Canon

Canons Klappkamera: Powershot N

Canon Powershot N: Kleine Kamera mit Touchscreen zum Klappen Zur Großansicht
Canon

Canon Powershot N: Kleine Kamera mit Touchscreen zum Klappen

Noch bevor die Foto-Fachmesse PMA im Rahmen der Elektronik-Schau CES in Las Vegas eröffnet wurde, stellt Canon ein ungewöhnliches Kameramodell vor. Die Canon Powershot N ist sehr klein (so ähnlich wie Nikons S01), aber fast quadratisch (7,8 x 6 Zentimeter). Das Display an der Rückseite kann hochgeklappt werden, bis es 90 Grad vom Gehäuse absteht. So kann man gut den Bildausschnitt kontrollieren, wenn man die Kamera beim Fotografieren sehr nah am Boden oder sehr weit über den Kopf hält.

Bedienung: Die Powershot N hat keinen Auslöseknopf, aufgenommen wird über die Berührung eines Bedienrings. Wenn wir diese schematische Darstellung auf der Canon-Website richtig interpretieren, soll das so funktionieren: Man berührt mit zwei Fingern den Ring und lässt mit beiden Fingern wieder los - dann wird ausgelöst. Weiter innen am Objektiv liegt noch ein klassischer Zoomring, mit dem man das Achtfach-Zoomobjektiv bedient.

Sensor: Die Powershot N hat einen kleinen Bildsensor (0,28 Quadratzentimeter Fläche), die Blendenöffnung ist nicht sonderlich groß (f/3) - da fällt auch bei weit geöffneter Blende nicht so viel Licht auf den Sensor. Die Kamera scheint eher für Schnappschüsse am Tag konstruiert zu sein. Die Software ist auf eine reine Automatikbedienung ausgelegt. Im sogenannten "Creative Shot"- Modus soll die Kamera ein Motiv analysieren und Fotos mit fünf verschiedenen Einstellungen bei Belichtung, Fokuspunkt, Weißabgleich und anderen Bildausschnitten aufzeichnen.

Aus diesem Angebot sucht man das schönste Bild aus und lädt es ins Netz. Dafür ist die Powershot N jedenfalls gebaut: Eine Kamera als Ergänzung zum Smartphone, mit dem Menschen immerzu mehr oder minder schöne Fotos irgendwo veröffentlichen wollen. Ein W-Lan-Funkmodul ist eingebaut, über Canon-Smartphone-Apps für Android und iOS greift man auf die Kamera zu und veröffentlicht Fotos online.

Erster Eindruck: Canon experimentiert mit neuen Kameraformen, die Smartphone-Knipsern gefallen könnten. Das Konzept der Powershot N ist auf den ersten Blick weiter als die W-Lan-Kameras von Samsung und Nikon.

329 Euro soll die Canon Powershot N kosten, in Deutschland wird sie Ende April erhältlich sein.

Retro-Kompakte von Pentax: MX-1

Pentax MX-1: Große Blendenöffnung, großes Gehäuse Zur Großansicht
PENTAX RICOH

Pentax MX-1: Große Blendenöffnung, großes Gehäuse

Die Pentax MX-1 sieht alten analogen Kameras wie der Olympus OM-1 ähnlich: schwarzes Kunstledergehäuse, blankes silberfarbenes Metall an der Ober- und Unterseite, viele Schalter. Dieses Retrodesign sieht man bei vielen aktuellen Kameras wie der Fujifilm X100 und der Olympus OM-D. Für eine Kompaktkamera fällt die Pentax MX-1 recht groß aus - gut 12 Zentimeter breit und 6,4 Zentimeter hoch, ähnlich ausladend ist unter den Edel-Kompakten derzeit nur die Olympus ZX-2.

Sensor und Objektiv: Mit der Olympus ZX-2 hat die neue Pentax viel gemeinsam: Der Bildschirm lässt sich nach oben und nach unten klappen. Der Sensor ist ebenso groß (0,45 Quadratzentimeter), wie auch die die größtmögliche Blendenöffnung mit f/1,8. Mit dieser Kombination aus Sensor und Vierfach-Zoomobjektiv dürfte man Motive schön freistellen und den Hintergrund unscharf verschwimmen lassen können.

Erster Eindruck: Die Pentax MX-1 konkurriert mit teuren Kompaktkameras wie der Panasonic LX7, Olympus XZ-2 und Fujifilm X10. Die Kombination aus Vierfach-Zoom und größtmöglicher Blendenöffnung hebt sich nicht von der XZ-2 und LX7 ab. Aber vielleicht liefert der Sensor ja eine deutlich höhere Bildqualität.

499 Euro empfiehlt Pentax als Verkaufspreis, die MX-1 soll ab Februar 2013 erhältlich sein.

Spiegellose Funkkamera fotografiert 3-D-Bilder: Samsung NX300

Samsung NX300: Die spiegellose Systemkamera fotografiert 3-D-Bilder Zur Großansicht
Samsung

Samsung NX300: Die spiegellose Systemkamera fotografiert 3-D-Bilder

2012 hat Samsung eine Android-Kompaktkamera mit Touchscreen und Mobilfunkmodul veröffentlicht. So radikal wie diese Galaxy Camera ist die NX300 nicht.

Bedienung: Android-Apps laufen nicht auf dem außerordentlich großen Touchscreen (8,4 Zentimeter / 3,31 Inch Bildschirmdiagonale). Die NX300 ist mit dem großflächigen Bildsensor im APS-C-Format (findet man bei vielen Spiegelreflexkameras) und dem Bajonett für Wechselobjektive an Fotografen gerichtet.

Die sollen nicht E-Mails auf ihrer Kamera lesen, aber durchaus ab und an Fotos direkt von der Kamera ins Netz laden. So stellt Samsung sich das zumindest vor: Ein W-Lan-Modul ist eingebaut, über kostenlose Samsung-Apps für Smartphones (Android und iOS) soll man die Fotos von der Kamera unterwegs direkt online veröffentlichen, außerdem lässt sich die Kamera über die App steuern.

3-D-Fotos: Samsung verspricht mit einem Spezialobjektiv (das NX f/1,8 45 mm 3D/3D soll 399 Euro kosten) 3-D-Aufnahmen. Der Effekt wird durch einen eingebauten Strahlenteiler erzeugt, der Bilddaten mit einem rechten und linken Bildteil aufzeichnet. Auf 3-D-HDTV-Fernsehern können die Bilder dann betrachtet werden.

Erster Eindruck: Die NX300 hebt sich von an den meisten spiegellosen Systemkameras durch 3-D-Fotos und das W-Lan-Modul ab. Das sind allerdings nicht die wesentlichen Funktionen solcher Kameras - bislang zumindest.

Die NX300 soll 799 Euro kosten und in Deutschland ab März 2013 erhältlich sein.

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1. Auf die Gefahr hin, wie eine gesprungene LP zu klingen…
chrome_koran 08.01.2013
Warum zum Henker haben all diese Kameras keinen Sucher?! Sonst wären sie sehr wohl eine Kauf-Option für manchen Fotografen, dem die SLR im Alltag zu schwer oder zu auffällig ist. Ich habe den Eindruck, die Hersteller wollen erst einmal das sucherlose Zeug unter die Leute bringen und anschließend, als der Markt wieder gesättigt wird, die längst fertigen EVF-Modelle aus der Schublade holen und als Neuheit auf einer Fotokina leuchten lassen. So verkauft man die Dinge gleich mehrmals ohne großen Entwicklungsaufwand. Sonst kann ich mir nicht erklären, warum Panasonic Kameras mit EVF seit Jahren verkauft, SONY nachzieht und Olympus / Leica entweder optional (PEN) oder gleich eingebaut EVFs anbieten.
2. .
markus_wienken 08.01.2013
Zitat von chrome_koranWarum zum Henker haben all diese Kameras keinen Sucher?!
Paßt nicht zum Konzept dieser Kameras Das ist auch nicht die Zielgruppe dieser Kameras. Diese Fotografen kaufen sich dann wohl eher z.B. eine Fuji X-Pro, X-E1, X-100s oder etwas passenden aus dem uFT-Segment. Wenn dem so ist, ist doch geschickt. :-)
3.
themistokles 08.01.2013
Zitat von chrome_koranWarum zum Henker haben all diese Kameras keinen Sucher?! Sonst wären sie sehr wohl eine Kauf-Option für manchen Fotografen, dem die SLR im Alltag zu schwer oder zu auffällig ist. Ich habe den Eindruck, die Hersteller wollen erst einmal das sucherlose Zeug unter die Leute bringen und anschließend, als der Markt wieder gesättigt wird, die längst fertigen EVF-Modelle aus der Schublade holen und als Neuheit auf einer Fotokina leuchten lassen. So verkauft man die Dinge gleich mehrmals ohne großen Entwicklungsaufwand. Sonst kann ich mir nicht erklären, warum Panasonic Kameras mit EVF seit Jahren verkauft, SONY nachzieht und Olympus / Leica entweder optional (PEN) oder gleich eingebaut EVFs anbieten.
Ev. weil der Otto- Normal- Verbraucher (nicht der Profi!) diesen nicht mehr will? Der Konsument sieht lieber das Foto, so wie es später ist, im auf einem Display anstatt durch einen kleinen Sucher in der Kamera. Das zeigt die Erfahrung auf der Fläche. Auch hat sich das Fotografieren an sich geändert: Bedingt durch die Technik (zB Digitalkameras in Smartphones) wird viel mehr als früher fotografiert (da kein Film verwendet wird), das fotografierte anschließend auf dem Display gleich kontrolliert und (notfalls) gleich wieder gelöscht. Oftmals dienen die Kameras bzw. das Display auch gleich als "Bildbetrachter" beim nächsten Famielientreffen...Ergo: Sucher überflüssig. Zudem werden zBviele, viele Bilder "über Kopf" oder als "Schnappschuss" gemacht. Wohlgemerkt: im Amateurbereich. Im Profibereich sieht alles nochmal anders aus. Hier haben aber alle Profi- Kameras aber auch weiterhin einen Sucher.
4.
chrome_koran 08.01.2013
Zitat von markus_wienkenDas ist auch nicht die Zielgruppe dieser Kameras. Diese Fotografen kaufen sich dann wohl eher z.B. eine Fuji X-Pro, X-E1, X-100s oder etwas passenden aus dem uFT-Segment.
Da haben Sie nicht Unrecht. Es gibt ja noch die G-Reihe von Canon und entsprechendes von Nikon. Es fehlt aber definitiv etwas Passendes "untenrum". Ganz-ganz unten gibt es die Canon PowerShot 1200 bzw. 1300 - die hat sogar einen optischen Gauß-Sucher mit all seinen in dieser Preisklasse (70 €) gängigen Unzulänglichkeiten - aber: es geht nun doch. Ohne viel Aufwand. - Was fehlt, ist irgend etwas in der 250-Euro-Klasse, 170 im Abverkauf. Eine Kamera, die nicht zu schade ist, um sie auch mal auf eine nächtliche Stadttour jenseits der Touristenpfade mitzunehmen - aber eine mit schon passabler Bildqualität und Bedienung. So oder so: bei all den superduper Automatikkameras habe ich den EIndruck, dass da viel mehr zu lernen ist als einst bei der Analogfotografie - damals reichte im Zweifel "Sonne lacht…" oder bestenfalls das kleine Belichtungs-Einmaleins plus Schärfentiefenskala am Objektiv; heute geht nix ohne vorheriges Studium des meist nicht mitgelieferten Handbuchs mit anschließender Menü-Konfigurationsarie. Zurück zu analog möchte ich keineswegs, aber Ansätze wie Fuji sind schon ein Schrott in die richtige Richtung. Eine Kamera hingegen, die sich wie ein Handy bedienen läßt, brauche ich nicht für so viel Geld zu kaufen - da reichen 1.75 € im AppStore für Hipstamatic oder ähnlich… so es mir denn danach ist.
5.
chrome_koran 08.01.2013
Zitat von themistoklesDer Konsument sieht lieber das Foto, so wie es später ist, im auf einem Display anstatt durch einen kleinen Sucher in der Kamera. […] wird viel mehr als früher fotografiert (da kein Film verwendet wird), das fotografierte anschließend auf dem Display gleich kontrolliert und (notfalls) gleich wieder gelöscht. Oftmals dienen die Kameras bzw. das Display auch gleich als "Bildbetrachter" […]
Jain. Das Vorhandensein eines Suchers schließt doch die des Displays doch nicht aus. Wer im Töffel-Mode an ausgestreckter Hand fotografieren will, kann es doch weiter tun. Beispiele "in der Fläche" gibt es genug - am köstlichsten immer die Leute, die sich fette DSLR, am besten auch noch mit Batteriegriff, angeschafft haben und damit wie mit Handy aufs Display starrend knipsen. Geil. Die fertigen Fotos auf dem Display kann man immer noch sehen. Im Übrigen auch auf einem EVF (Electronic Viewfinder), auf dem sich, genauso wie auf dem rückwärtsgewandten ;) Display, das Bild auch schon vor der Aufnahme betrachten lässt, je nach Wunsch mit Belichtungssimulation und allen Schikanen. Das ist schon eine feine Nummer. Die heutigen EVFs, etwa von Olympus oder Sony, sind schon eine eigene Klasse - wer dagegen wettert, hat's einfach nicht ausprobiert oder er fotografiert im Alltag immer noch mit einer "Presse"-Kamera 9x12 mit Magnesiumblitz :)
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Fototechnik-Fachbegriffe
Konrad Lischka
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Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

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