Kamera-Neuheiten von der CES 3-D-Fotos, Retrodesign und eine Klappkamera

Canon versucht die Kamera für Smartphone-Knipser neu zu erfinden: Das Ergebnis ist fast quadratisch, lässt sich nur per Touchscreen bedienen und passt in die Hemdtasche. Weitere Kamera-Neuheiten von der Tech-Messe CES: Eine Edel-Kompakte von Pentax und Samsungs 3-D-Fotoapparat.

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Canon

Canons Klappkamera: Powershot N

Canon Powershot N: Kleine Kamera mit Touchscreen zum Klappen
Canon

Canon Powershot N: Kleine Kamera mit Touchscreen zum Klappen

Noch bevor die Foto-Fachmesse PMA im Rahmen der Elektronik-Schau CES in Las Vegas eröffnet wurde, stellt Canon ein ungewöhnliches Kameramodell vor. Die Canon Powershot N ist sehr klein (so ähnlich wie Nikons S01), aber fast quadratisch (7,8 x 6 Zentimeter). Das Display an der Rückseite kann hochgeklappt werden, bis es 90 Grad vom Gehäuse absteht. So kann man gut den Bildausschnitt kontrollieren, wenn man die Kamera beim Fotografieren sehr nah am Boden oder sehr weit über den Kopf hält.

Bedienung: Die Powershot N hat keinen Auslöseknopf, aufgenommen wird über die Berührung eines Bedienrings. Wenn wir diese schematische Darstellung auf der Canon-Website richtig interpretieren, soll das so funktionieren: Man berührt mit zwei Fingern den Ring und lässt mit beiden Fingern wieder los - dann wird ausgelöst. Weiter innen am Objektiv liegt noch ein klassischer Zoomring, mit dem man das Achtfach-Zoomobjektiv bedient.

Sensor: Die Powershot N hat einen kleinen Bildsensor (0,28 Quadratzentimeter Fläche), die Blendenöffnung ist nicht sonderlich groß (f/3) - da fällt auch bei weit geöffneter Blende nicht so viel Licht auf den Sensor. Die Kamera scheint eher für Schnappschüsse am Tag konstruiert zu sein. Die Software ist auf eine reine Automatikbedienung ausgelegt. Im sogenannten "Creative Shot"- Modus soll die Kamera ein Motiv analysieren und Fotos mit fünf verschiedenen Einstellungen bei Belichtung, Fokuspunkt, Weißabgleich und anderen Bildausschnitten aufzeichnen.

Aus diesem Angebot sucht man das schönste Bild aus und lädt es ins Netz. Dafür ist die Powershot N jedenfalls gebaut: Eine Kamera als Ergänzung zum Smartphone, mit dem Menschen immerzu mehr oder minder schöne Fotos irgendwo veröffentlichen wollen. Ein W-Lan-Funkmodul ist eingebaut, über Canon-Smartphone-Apps für Android und iOS greift man auf die Kamera zu und veröffentlicht Fotos online.

Erster Eindruck: Canon experimentiert mit neuen Kameraformen, die Smartphone-Knipsern gefallen könnten. Das Konzept der Powershot N ist auf den ersten Blick weiter als die W-Lan-Kameras von Samsung und Nikon.

329 Euro soll die Canon Powershot N kosten, in Deutschland wird sie Ende April erhältlich sein.

Retro-Kompakte von Pentax: MX-1

Pentax MX-1: Große Blendenöffnung, großes Gehäuse
PENTAX RICOH

Pentax MX-1: Große Blendenöffnung, großes Gehäuse

Die Pentax MX-1 sieht alten analogen Kameras wie der Olympus OM-1 ähnlich: schwarzes Kunstledergehäuse, blankes silberfarbenes Metall an der Ober- und Unterseite, viele Schalter. Dieses Retrodesign sieht man bei vielen aktuellen Kameras wie der Fujifilm X100 und der Olympus OM-D. Für eine Kompaktkamera fällt die Pentax MX-1 recht groß aus - gut 12 Zentimeter breit und 6,4 Zentimeter hoch, ähnlich ausladend ist unter den Edel-Kompakten derzeit nur die Olympus ZX-2.

Sensor und Objektiv: Mit der Olympus ZX-2 hat die neue Pentax viel gemeinsam: Der Bildschirm lässt sich nach oben und nach unten klappen. Der Sensor ist ebenso groß (0,45 Quadratzentimeter), wie auch die die größtmögliche Blendenöffnung mit f/1,8. Mit dieser Kombination aus Sensor und Vierfach-Zoomobjektiv dürfte man Motive schön freistellen und den Hintergrund unscharf verschwimmen lassen können.

Erster Eindruck: Die Pentax MX-1 konkurriert mit teuren Kompaktkameras wie der Panasonic LX7, Olympus XZ-2 und Fujifilm X10. Die Kombination aus Vierfach-Zoom und größtmöglicher Blendenöffnung hebt sich nicht von der XZ-2 und LX7 ab. Aber vielleicht liefert der Sensor ja eine deutlich höhere Bildqualität.

499 Euro empfiehlt Pentax als Verkaufspreis, die MX-1 soll ab Februar 2013 erhältlich sein.

Spiegellose Funkkamera fotografiert 3-D-Bilder: Samsung NX300

Samsung NX300: Die spiegellose Systemkamera fotografiert 3-D-Bilder
Samsung

Samsung NX300: Die spiegellose Systemkamera fotografiert 3-D-Bilder

2012 hat Samsung eine Android-Kompaktkamera mit Touchscreen und Mobilfunkmodul veröffentlicht. So radikal wie diese Galaxy Camera ist die NX300 nicht.

Bedienung: Android-Apps laufen nicht auf dem außerordentlich großen Touchscreen (8,4 Zentimeter / 3,31 Inch Bildschirmdiagonale). Die NX300 ist mit dem großflächigen Bildsensor im APS-C-Format (findet man bei vielen Spiegelreflexkameras) und dem Bajonett für Wechselobjektive an Fotografen gerichtet.

Die sollen nicht E-Mails auf ihrer Kamera lesen, aber durchaus ab und an Fotos direkt von der Kamera ins Netz laden. So stellt Samsung sich das zumindest vor: Ein W-Lan-Modul ist eingebaut, über kostenlose Samsung-Apps für Smartphones (Android und iOS) soll man die Fotos von der Kamera unterwegs direkt online veröffentlichen, außerdem lässt sich die Kamera über die App steuern.

3-D-Fotos: Samsung verspricht mit einem Spezialobjektiv (das NX f/1,8 45 mm 3D/3D soll 399 Euro kosten) 3-D-Aufnahmen. Der Effekt wird durch einen eingebauten Strahlenteiler erzeugt, der Bilddaten mit einem rechten und linken Bildteil aufzeichnet. Auf 3-D-HDTV-Fernsehern können die Bilder dann betrachtet werden.

Erster Eindruck: Die NX300 hebt sich von an den meisten spiegellosen Systemkameras durch 3-D-Fotos und das W-Lan-Modul ab. Das sind allerdings nicht die wesentlichen Funktionen solcher Kameras - bislang zumindest.

Die NX300 soll 799 Euro kosten und in Deutschland ab März 2013 erhältlich sein.

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chrome_koran 08.01.2013
1. Auf die Gefahr hin, wie eine gesprungene LP zu klingen…
Warum zum Henker haben all diese Kameras keinen Sucher?! Sonst wären sie sehr wohl eine Kauf-Option für manchen Fotografen, dem die SLR im Alltag zu schwer oder zu auffällig ist. Ich habe den Eindruck, die Hersteller wollen erst einmal das sucherlose Zeug unter die Leute bringen und anschließend, als der Markt wieder gesättigt wird, die längst fertigen EVF-Modelle aus der Schublade holen und als Neuheit auf einer Fotokina leuchten lassen. So verkauft man die Dinge gleich mehrmals ohne großen Entwicklungsaufwand. Sonst kann ich mir nicht erklären, warum Panasonic Kameras mit EVF seit Jahren verkauft, SONY nachzieht und Olympus / Leica entweder optional (PEN) oder gleich eingebaut EVFs anbieten.
markus_wienken 08.01.2013
2. .
Zitat von chrome_koranWarum zum Henker haben all diese Kameras keinen Sucher?! Sonst wären sie sehr wohl eine Kauf-Option für manchen Fotografen, dem die SLR im Alltag zu schwer oder zu auffällig ist. Ich habe den Eindruck, die Hersteller wollen erst einmal das sucherlose Zeug unter die Leute bringen und anschließend, als der Markt wieder gesättigt wird, die längst fertigen EVF-Modelle aus der Schublade holen und als Neuheit auf einer Fotokina leuchten lassen. So verkauft man die Dinge gleich mehrmals ohne großen Entwicklungsaufwand. Sonst kann ich mir nicht erklären, warum Panasonic Kameras mit EVF seit Jahren verkauft, SONY nachzieht und Olympus / Leica entweder optional (PEN) oder gleich eingebaut EVFs anbieten.
Paßt nicht zum Konzept dieser Kameras Das ist auch nicht die Zielgruppe dieser Kameras. Diese Fotografen kaufen sich dann wohl eher z.B. eine Fuji X-Pro, X-E1, X-100s oder etwas passenden aus dem uFT-Segment. Wenn dem so ist, ist doch geschickt. :-)
themistokles 08.01.2013
3.
Zitat von chrome_koranWarum zum Henker haben all diese Kameras keinen Sucher?! Sonst wären sie sehr wohl eine Kauf-Option für manchen Fotografen, dem die SLR im Alltag zu schwer oder zu auffällig ist. Ich habe den Eindruck, die Hersteller wollen erst einmal das sucherlose Zeug unter die Leute bringen und anschließend, als der Markt wieder gesättigt wird, die längst fertigen EVF-Modelle aus der Schublade holen und als Neuheit auf einer Fotokina leuchten lassen. So verkauft man die Dinge gleich mehrmals ohne großen Entwicklungsaufwand. Sonst kann ich mir nicht erklären, warum Panasonic Kameras mit EVF seit Jahren verkauft, SONY nachzieht und Olympus / Leica entweder optional (PEN) oder gleich eingebaut EVFs anbieten.
Ev. weil der Otto- Normal- Verbraucher (nicht der Profi!) diesen nicht mehr will? Der Konsument sieht lieber das Foto, so wie es später ist, im auf einem Display anstatt durch einen kleinen Sucher in der Kamera. Das zeigt die Erfahrung auf der Fläche. Auch hat sich das Fotografieren an sich geändert: Bedingt durch die Technik (zB Digitalkameras in Smartphones) wird viel mehr als früher fotografiert (da kein Film verwendet wird), das fotografierte anschließend auf dem Display gleich kontrolliert und (notfalls) gleich wieder gelöscht. Oftmals dienen die Kameras bzw. das Display auch gleich als "Bildbetrachter" beim nächsten Famielientreffen...Ergo: Sucher überflüssig. Zudem werden zBviele, viele Bilder "über Kopf" oder als "Schnappschuss" gemacht. Wohlgemerkt: im Amateurbereich. Im Profibereich sieht alles nochmal anders aus. Hier haben aber alle Profi- Kameras aber auch weiterhin einen Sucher.
chrome_koran 08.01.2013
4.
Zitat von markus_wienkenPaßt nicht zum Konzept dieser Kameras Das ist auch nicht die Zielgruppe dieser Kameras. Diese Fotografen kaufen sich dann wohl eher z.B. eine Fuji X-Pro, X-E1, X-100s oder etwas passenden aus dem uFT-Segment. Wenn dem so ist, ist doch geschickt. :-)
Da haben Sie nicht Unrecht. Es gibt ja noch die G-Reihe von Canon und entsprechendes von Nikon. Es fehlt aber definitiv etwas Passendes "untenrum". Ganz-ganz unten gibt es die Canon PowerShot 1200 bzw. 1300 - die hat sogar einen optischen Gauß-Sucher mit all seinen in dieser Preisklasse (70 €) gängigen Unzulänglichkeiten - aber: es geht nun doch. Ohne viel Aufwand. - Was fehlt, ist irgend etwas in der 250-Euro-Klasse, 170 im Abverkauf. Eine Kamera, die nicht zu schade ist, um sie auch mal auf eine nächtliche Stadttour jenseits der Touristenpfade mitzunehmen - aber eine mit schon passabler Bildqualität und Bedienung. So oder so: bei all den superduper Automatikkameras habe ich den EIndruck, dass da viel mehr zu lernen ist als einst bei der Analogfotografie - damals reichte im Zweifel "Sonne lacht…" oder bestenfalls das kleine Belichtungs-Einmaleins plus Schärfentiefenskala am Objektiv; heute geht nix ohne vorheriges Studium des meist nicht mitgelieferten Handbuchs mit anschließender Menü-Konfigurationsarie. Zurück zu analog möchte ich keineswegs, aber Ansätze wie Fuji sind schon ein Schrott in die richtige Richtung. Eine Kamera hingegen, die sich wie ein Handy bedienen läßt, brauche ich nicht für so viel Geld zu kaufen - da reichen 1.75 € im AppStore für Hipstamatic oder ähnlich… so es mir denn danach ist.
chrome_koran 08.01.2013
5.
Zitat von themistoklesEv. weil der Otto- Normal- Verbraucher (nicht der Profi!) diesen nicht mehr will? Der Konsument sieht lieber das Foto, so wie es später ist, im auf einem Display anstatt durch einen kleinen Sucher in der Kamera. Das zeigt die Erfahrung auf der Fläche. Auch hat sich das Fotografieren an sich geändert: Bedingt durch die Technik (zB Digitalkameras in Smartphones) wird viel mehr als früher fotografiert (da kein Film verwendet wird), das fotografierte anschließend auf dem Display gleich kontrolliert und (notfalls) gleich wieder gelöscht. Oftmals dienen die Kameras bzw. das Display auch gleich als "Bildbetrachter" beim nächsten Famielientreffen...Ergo: Sucher überflüssig. Zudem werden zBviele, viele Bilder "über Kopf" oder als "Schnappschuss" gemacht. Wohlgemerkt: im Amateurbereich. Im Profibereich sieht alles nochmal anders aus. Hier haben aber alle Profi- Kameras aber auch weiterhin einen Sucher.
Jain. Das Vorhandensein eines Suchers schließt doch die des Displays doch nicht aus. Wer im Töffel-Mode an ausgestreckter Hand fotografieren will, kann es doch weiter tun. Beispiele "in der Fläche" gibt es genug - am köstlichsten immer die Leute, die sich fette DSLR, am besten auch noch mit Batteriegriff, angeschafft haben und damit wie mit Handy aufs Display starrend knipsen. Geil. Die fertigen Fotos auf dem Display kann man immer noch sehen. Im Übrigen auch auf einem EVF (Electronic Viewfinder), auf dem sich, genauso wie auf dem rückwärtsgewandten ;) Display, das Bild auch schon vor der Aufnahme betrachten lässt, je nach Wunsch mit Belichtungssimulation und allen Schikanen. Das ist schon eine feine Nummer. Die heutigen EVFs, etwa von Olympus oder Sony, sind schon eine eigene Klasse - wer dagegen wettert, hat's einfach nicht ausprobiert oder er fotografiert im Alltag immer noch mit einer "Presse"-Kamera 9x12 mit Magnesiumblitz :)
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