Drohende Abschaltung Indien verlängert Frist im Blackberry-Streit

Indien verlangt Zugriff auf die Datenkommunikation von Blackberry-Handys. Die Regierung hat dem kanadischen Hersteller Research in Motion nun eine  neue Frist gesetzt, um den Zugang zu ermöglichen - hält er die nicht ein, droht die Abschaltung der Dienste.

Blackberry-Werbung in Mumbai: Indien droht dem Hersteller mit einem Verbot
AFP

Blackberry-Werbung in Mumbai: Indien droht dem Hersteller mit einem Verbot


Mumbai - Im Streit um den Zugriff auf Messenger-Dienste des Smartphones Blackberry hat Indien dem kanadischen Hersteller Research in Motion (RIM) eine neue Frist eingeräumt. Dies berichtete die indische Zeitung "Economic Times". Demnach habe das Unternehmen nun noch bis zum 31. Januar 2011 Zeit, eine Lösung im Streit zu präsentieren.

Indien droht damit, die Blackberry-Dienste zu verbieten, sollten die Geheimdienste des Landes nicht bis zum Ablauf der Frist Zugang zu sämtlichen Diensten der RIM-Geräte bekommen. Die indische Regierung hatte bereits vor Monaten zum Stichtag 31. August Zugriff auf Kurznachrichten und E-Mail-Dienste gefordert. Sie fürchtet, Extremisten könnten die Technik zur Vorbereitung von Anschlägen nutzen.

Auch andere Länder wie Saudi-Arabien, Libanon und Algerien haben Sicherheitsbedenken gegen den Datenverkehr über Blackberry-Smartphones geäußert. Die Vereinigten Arabischen Emirate teilten am Freitag vergangener Woche mit, sie würden eine zuvor angedrohte Sperrung der Blackberry-Datenübertragung doch nicht umsetzen.

Die Verschlüsselungstechnik bei RIM-Diensten gilt als besonders sicher. Das Unternehmen hat wiederholt betont, dass der Nutzer seinen eigenen Code erstellt. RIM besitzt demnach keinen übergeordneten Schlüssel oder eine andere Art Hintertür als Zugriffsmöglichkeit. Dies sei so eingerichtet worden, um gerade die vertraulichen Daten der Geschäftskunden zu schützen.

ank/reuters



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