Hobbyflieger Diese Regeln gelten für Drohnenpiloten

Wie hoch darf eine ferngesteuerte Drohne fliegen? Wann brauchen Freizeitpiloten eine Lizenz? Alles Wissenswerte zu Ihrem ersten Drohnen-Rundflug.


Die Preise sinken, die Auswahl wird größer: Ferngesteuerte Drohnen werden immer beliebter und sind längst mehr als nur Spaßgeräte. In der Industrie, der Fotografie oder zur Landvermessung kommen sie mittlerweile zum Einsatz. Künftig werden sie vielleicht sogar Pakete ausliefern.

Doch Hobbypiloten dürfen das Fluggerät nicht überall aufsteigen lassen. Wenn eine Drohne abstürzt und dabei Schäden anrichtet, kann es Probleme mit der Versicherung geben. Deshalb gibt es einige Regeln, die Drohnenflieger kennen sollten. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um ferngesteuerte Drohnen.

Welche Drohnen eignen sich für Freizeitpiloten?

"Es gibt Modelle, die passen auf eine Handfläche", sagt Daniel Bachfeld von der Bastler-Zeitschrift "Make". Ab 30 Euro sind Hobbypiloten dabei, diese Geräte fliegen aber nur in der Wohnung. Ein Top-Fluggerät für Privatanwender mit HD-Kamera und acht Rotoren kann schon mal 3500 Euro kosten, eine Profidrohne noch viel mehr. "Dazwischen findet man Modelle für jeden Anspruch und Preis."

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Die elektronischen Bauteile der Drohne sollten geprüft sein, damit sie keine Störung - etwa im Mobilfunk - verursachen. Bei vielen Billigimporten aus China ist das zweifelhaft. "Im Bereich ab 500 Euro kann man eher sicher sein", sagt Bachfeld. "Dann sind auch Funktionen wie GPS oder eine automatische Landehilfe an Bord." Die sei gerade bei Modellen mit weniger als sechs Rotoren wichtig: "Geht bei einem Quadrocopter ein Rotor kaputt, stürzt der ab wie ein Stein."

Brauchen Hobbypiloten eine Lizenz zum Drohnenfliegen?

Nein, jedenfalls dann nicht, wenn die Drohne privat genutzt wird und nicht mehr als fünf Kilogramm wiegt, erklärt die Deutsche Flugsicherung (DFS). Gewerbliche Nutzer brauchen dagegen eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde. Wiegt die Drohne zwischen 5 und 25 Kilogramm ist eine Einzelerlaubnis nötig.

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"Airdog"-Drohne: Gadget für spektakuläre Filme

Wo ist der Drohnenflug erlaubt?

Grundsätzlich überall, wo durch das Fluggerät niemand gefährdet wird. Manche Städte verbieten allerdings grundsätzlich den Flug über bewohntem Gebiet oder bestimmten Bereichen. Absolute Tabuzonen sind die Kontrollzonen der Flughäfen, sagt Ute Otterbein von der DFS. Sie erstrecken sich in einem Radius von bis zu 1,5 Kilometer um Flughäfen herum. Wer hier fliegen will, muss sich beim Tower anmelden. "Es kann sein, dass an Tagen, an denen viel los ist, der Fluglotse keine Genehmigungen erteilt", erklärt Otterbein.

Wo dürfen keine Drohnen gestartet werden?

Überall, wo die Sicherheit von Menschen gefährdet wird. Das Überfliegen von Menschenansammlungen ist verboten. Ein Fotograf in Mecklenburg-Vorpommern wurde deshalb vergangenes Jahr zu 1500 Euro Strafe verurteilt. Auch über Industrieanlagen oder Unglücksstellen darf keine Drohne aufsteigen. Privatgrundstücke sind ebenso eine Tabuzone. Deren regelmäßiges Überfliegen ist nicht gestattet. Auch das Berliner Regierungsviertel ist für Drohnen gesperrt.

Welche Sicherheitsregeln muss ich befolgen?

Grundsätzlich dürfen Drohnen nur in Sichtweite geflogen werden, also im Umkreis von rund hundert Metern um den Piloten und bis zu einer maximalen Flughöhe von hundert Metern. In Deutschland ist es verboten, die Geräte auf Basis von übertragenen Videobildern der Bordkamera oder per GPS fernzusteuern. Von Gebäuden, Straßen, Menschenansammlungen und Hochspannungsleitungen sollte man das Fluggerät dringend fernhalten.

Was tun, wenn es zum Unfall kommt?

Wenn die Drohne beim Absturz Menschen verletzt oder Schäden anrichtet, springt die Privathaftpflicht nicht in jedem Fall ein, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Deckungsfragen sollte man vor dem Erstflug mit seiner Versicherung klären. Greift der Standardschutz nicht, müsse eine Zusatzversicherung her, wie sie etwa Modellflugvereine ihren Mitgliedern anbieten.

Was darf ich mit einer Drohnen-Kamera fotografieren und filmen?

"Eine private Drohne darf im Flug nicht alles und jeden ohne Erlaubnis ablichten", warnen die Verbraucherschützer. Ohne ihr Einverständnis gefilmte oder fotografierte Menschen können eine Veröffentlichung des Materials untersagen. Deswegen sollte man am besten vorher um Erlaubnis fragen. Was gar nicht geht: Nachbarn oder andere Menschen mit der Drohne beobachten oder ausspionieren, etwa indem man durch fremde Gärten oder vor Fenstern fliegt.

Till Simon Nagel (dpa), jbr

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insgesamt 110 Beiträge
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Seite 1
bart2000 05.04.2015
1. Albtraum
Wird höchste Zeit für ein absolutes Verbot!! Das ultimative Gadget für Spionage,illegale Transporte und Töten. Rund um die Uhr, überall. Wer soll das wann wie kontrollieren? Es bedroht die Sicherheit in höchstem Maße- daher knallhartes Verbot-wehret den Anfängen...
bolzenbrecher 05.04.2015
2. Zeit noch ausnutzen!
Ich denke in 10 Jahren wird kein Privatmensch (ausser Millionäre mit Speziallizenz) mehr Drohnen benutzen dürfen. Deshalb sollte man die "gesetzlose" Zeit noch ausnutzen. Wer in Zukunft dann noch eine Drohne besitzt, oder gar in die Luft erhebt, wird zu jahrzehntelangen, mittelalterlichen Haftstrafen verknackt. Die totale Überwachungsgesellschaft hat nur einen Vorteil: ihre Entwicklung ist berechenbar!
thorstenb 05.04.2015
3. versicherung
klingt im artikel so, als wäre eine versicherung nice-to-have... sie ist aber ein must-have, polizei kontrolliert nicht selten als erstes die versicherungskarte des piloten, deshalb sollte man die auch immer dabei haben :-)
schlawiano 05.04.2015
4.
Das ganze wird aufgrund des Preisverfalls für nutzbar, Funksignal und Akku grenzen die Reichweite noch ein. Ich will ja nicht unken, aber ich bin gespannt wann Privatleute die ersten Verbrechen damit begehen. Drogen lassen sicher einfach transportieren. So eine Drohne zu bewaffnen dürfte schwieriger aber nicht unmöglich sein. Die Drohne zu entdecken und jemanden zuzuordnen dürfte derzeitig an die Grenzen der derzeitigen Mittel der Polizei stoßen. Auch die Zahl der ungewollten Unglücke dürfte durch leichtsinnige Deppen steigen. Sie sind derzeit frei verkäuflichen... selbst 12 Jährige dürfen damit spielen. Mit 2,5 Promillie im Blut.... egal. 5 Kg mit hoher Geschwindigkeit können schon Schaden anrichten. Früher oder später wird hier der Staat eingreifen und den Hobbyfliegern den Spaß verderben... leider.
melmag 05.04.2015
5. Absolutes Verbot
für diese Dinger. Wo soll es hinführen, wenn jeder Hans und Franz mit seiner HD Kamera über mein Grundstück schweben darf? Kann ich nicht begreifen, dass der Gesetzgeber diesen Unfug nicht konsequent verbietet.
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