Druckerpatronen im Vergleich Billigtinte muss nicht schlechter sein

Druckertinte von Drittanbietern ist oft erheblich günstiger als die Originaltinte der Gerätehersteller. Die Ausdrucke sind laut einem Vergleich der Stiftung Warentest manchmal trotzdem gleichwertig.

Druckerpatronen
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Den denkbar unsouveränsten Umgang mit billigen Ersatzpatronen für seine Drucker hatte das Unternehmen HP im Jahr 2016 demonstriert: Der Hersteller hatte an einige seiner Druckermodelle ein Firmware-Update verteilt, das Monate später heimlich eine neue Funktion aktivierte. Die sorgte dafür, dass nur noch Tintenpatronen mit einem HP-Sicherheitschip von den Geräten erkannt wurden. Alle anderen Patronen lösten eine Fehlermeldung aus, auch wenn sie vorher funktioniert hatten. HP bat später für sein Vorgehen um Entschuldigung.

Doch auch die Drucker anderer Hersteller haben in der Vergangenheit immer mal wieder den Dienst versagt, wenn ihre Besitzer auf billigere Tintenpatronen setzten, statt die teuren Originalpatronen zu kaufen. Die Stiftung Warentest hat nun aber festgestellt, dass sich die Situation verbessert hat. Nachzulesen ist das online und in der Ausgabe 8/2018 der Zeitschrift "test", die am Donnerstag erscheint.

In ihrem Vergleichstest mit Druckern von Brother, Canon, Epson und HP sowie Tintenpatronen von 14 Drittanbietern und den vier Originalpatronen hatten sie zumindest keine Kompatibilitätsprobleme. Dass ein Gerät eine Patrone nicht erkannte, kam nicht vor. Teils erhebliche Unterschiede im Preis und der Druckqualität machen es den Testern zufolge aber erforderlich, beim Kauf von Ersatzpatronen vorsichtig zu sein.

Ersparnis geht zum Teil mit Qualitätseinbußen einher

Besitzer von Brother-Druckern etwa können bis zu 80 Prozent sparen, wenn sie statt Originalpatronen die des Drittanbieters Peach wählen. Maßstab ist dabei der Preis für eine bedruckte Seite. Für eine ganze Patrone mit schwarzer Tinte zahlen Peach-Kunden im Mittel 6,50 Euro, während die Originalpatrone beim Anbieter 39 Euro kostet.

Kleinere Qualitätseinbußen müssen Nutzer dabei aber hinnehmen, haben die Tester festgestellt: Ihnen zufolge bleicht die Ersatztinte im Sonnenlicht erkennbar aus. Die Tinte von Agfaphoto liefere hingegen ein ebenso gutes Ergebnis wie die von Brother selbst, bei einer Ersparnis von immerhin noch 50 Prozent.

Für ihren Canon-Drucker hat die "Test"-Redaktion keine Alternative zur Originalpatrone gefunden, die qualitativ überzeugte. Patronen von Tonerdumping und Ink Swiss seien zwar deutlich günstiger, aber dafür sei auch die Druckqualität klar schlechter. Bei Epson hingegen sei das Preis-Leistungs-Verhältnis der Drittanbieter besser.

Bei HP war das Testergebnis besonders durchwachsen: Schon die Originaltinte liefere eine nur befriedigende Druckqualität, urteilten die Tester. Tinte von KMP sei vergleichbar gut, aber deutlich günstiger: Eine Patrone kostet im Schnitt zwölf Euro weniger. Andere Drittanbieter seien wiederum sogar teurer als HP selbst oder aber lieferten für weniger Geld merklich schlechtere Ergebnisse.

pbe

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kritischer-spiegelleser 25.07.2018
1. Billigtinte
Druckqualität ist nur das Eine. Habe verschiedene Billigtinten ausprobiert, bei mir fing mein HP-Drucker meistens nach ca. zwei Fremdpatronen an, wie verrückt die Düsen zu reinigen. Am Schluss hat er dann mehr gereinigt als gedruckt. Zurück auf HP-Patronen und alles war vorbei.
homo pragmaticus 25.07.2018
2.
...Und dass die Fremdtinten die Gefahr erhöhen, dass aufgrund verstärkter Verklebungen der Druckkopf kaputt geht, wird wohl als Marketingmärchen abgetan. Speziell bei größeren Druckern mit großen - und günstigeren - Patronen sollte man das berücksichtigen.
reifenexperte 25.07.2018
3. Billigtinte ist wohl der falsche Begriff!
Die Dritthersteller verdienen immer noch gut an ihrer Tinte. Die Tinte der Druckerhersteller sollte besser als "Wuchertinte" bzeichnet werden. Ab welchen Preisen ist das denn auch strafrechtlich Wucher, was die Druckerhersteller machen? Ermittelt da sie Staatsanwaltschaft?
gucky2009 25.07.2018
4. HP - Hatte ich lange Jahre auch
War auch lange Zeit damit glücklich. Mittlerweile habe ich einen Epson und NoName-Tinte für 15 € den 10er Pack und bin zufrieden damit. Druckkosten (auch zu HP mit Einzeltanks/getrennt Tinte-Druckkopf) sind damit praktisch irrelevant geworden. Also solange man nicht zu hohe Ansprüche (sehr hohes Druckvolumen/Photoqualität) benötigt, reicht ein 50 € Epsondrucker auch.
flaffi 25.07.2018
5. Eigentlich zufrieden
Ich verwende für meinen HP, nach dem Verbrauch der Originalerstausstattung, nur Ersatztinte aus dem Onlinehandel. Diese ist nun wirklich extrem billiger. Der Drucker mault zwar oft, dass er die Füllhöhe nicht exact anzeigen könnte, aber das ist mir egal. Ich verwende nur Patronen mit durchsichtiger Seitenwand. Meinen privaten Ansprüchen genügt die Druckqualität völlig. Nerviger finde ich das sekundenlange Gerödel und Gedröhne vorm Start des Druckvorgangs.
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