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Dünner als das iPad 2: Samsung zeigt seine Twiggy-Tablets

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Dünner, leichter, größer und kleiner: Samsung greift Apples iPad 2 mit zwei neuen Tablet-Rechnern an. Die übertrumpfen den Marktführer in mancherlei Hinsicht, bieten Funktionen, die man bei Apple vermisst - und können sogar in der wichtigsten Disziplin mit Apple mithalten.

Samsung Tablets: Dünner als das iPad 2 Fotos

Diesen Ruhm konnte Apple nicht lange auskosten: Drei Wochen nachdem das US-Unternehmen stolz sein iPad 2 als superdünn angekündigt hat, wird ihm die Krone des Schlankheitskönigs schon wieder abgenommen. Auf der CTIA-Wireless-Konferenz im amerikanischen Orlando hat Konkurrent Samsung gleich zwei Tablets vorgestellt, die mindestens ebenso leistungsfähig wie das neue iPad, dabei aber dünner als Apples Tablet sind - wenn auch nur einen Hauch.

Denn tatsächlich unterbieten die Koreaner Apple um nur 0,2 Millimeter. Wo es das iPad 2 vom Bildschirm bis zum Rücken auf 8,8 Millimeter bringt, sind die beiden neuen Samsungs auf 8,6 Millimeter abgespeckt. Spürbar dürfte dieser Unterschied kaum sein, vermarktbar ist er schon. Schließlich kann Samsung nun damit werben, die wahren Twiggy-Tablets anzubieten, die dünnsten Touchscreen-Rechner des Planeten.

Und mit denen erweitert der asiatische Konzern sein Tablet-Portfolio nach oben. Zum sieben Zoll großen Galaxy Tab, das auf der Ifa 2010 vorgestellt wurde, gesellen sich nun das Galaxy Tab 8.9 und das Galaxy Tab 10.1. Die Ziffern im Namen stehen dabei für die jeweiligen Bildschirmdiagonalen, die neuen Samsung-Tablets sind also entweder ein wenig kleiner oder ein wenig größer als Apples iPad.

Nicht nur dünner, auch leichter

Abgesehen von den unterschiedlichen Maßen einen die beiden Geräte aber weitgehend identische technische Grundlagen. Beide werden von einem 1 Gigahertz schnelle Dualcore-Prozessor angetrieben, auf beiden läuft Googles Android-Betriebssystem in der aktuellen Version 3.0 "Honeycomb", und die Bildschirme zeigen trotz unterschiedlicher Größen 1280 x 800 Bildpunkte an. Zudem sind sie leichter als das Apple-Modell.

Während das 10,1-Zoll-Samsung mit 595 Gramm nur wenig leichter als ein iPad 2 ist (601 bis 613 Gramm), liegt das Galaxy Tab 8.9 mit 470 Gramm deutlich leichter in der Hand. Dass beide über W-Lan verfügen, ist selbstverständlich, optional kann man auch Versionen mit schnellem Datenfunk nach dem HSPA+-Standard bekommen, der Speicher soll mit 16, 32 oder 64 Gigabyte bestückt sein. Alls Akku-Laufzeit gibt Samsung zehn Stunden an.

Eine eigene Oberfläche

Wem das nicht reicht, dem steht ein SD-Karten-Steckplatz zur Verfügung, der SDHC-Karten mit bis zu 32 GB akzeptiert. Auf eine solche Möglichkeit warten iPad-Anwender ebenso vergeblich wie auf die Flash-Unterstützung, die Samsung integriert. Die beiden Kameras - drei Megapixel nach vorn, zwei Megapixel zum Anwender - unterscheiden sich dagegen nicht deutlich von denen im iPad 2. Ob ihre Bildqualität die des Apple-Produkts übertrifft, muss sich erst zeigen.

Worin sich die Samsung-Tablets von Android-Konkurrenzmodellen wie Motorolas Xoom unterscheiden, ist die Software. Wie schon bei den Smartphones stülpt Samsung Googles Android sein eigenes Touchwiz-Interface über. Ob das Vorteile gegenüber Googles Benutzeroberfläche bringt, wird erst ein Test klären können. Ganz neu sind auch der sogenannte Music Hub und der Reader Hub, vorinstallierte Apps, mit denen Anwender sich Musik und E-Books aus Samsungs Online-Shops besorgen können. Unklar ist allerdings, ob diese Angebote auch in Deutschland nutzbar sein werden, wenn die neuen Galaxy Tabs hierzulande in die Läden kommen.

Keine Kampfpreise, aber konkurrenzfähig

Einen Zeitplan dafür gibt es offenbar noch nicht. In den USA sollen die W-Lan-Modell am 8. Juni eingeführt werden, die Mobilfunkversionen "im Frühsommer" folgen. Interessant ist aber vor allem Samsungs neue Preispolitik.

Nachdem das erste Galaxy Tab, auch wegen seines enormen Anfangspreises von 799 Euro, zum Ladenhüter verkümmerte, werden die neuen Modelle deutlich billiger vermarktet. So soll die 10,1-Zoll-Variante mit 16 GB 499 Dollar kosten, exakt so viel wie das entsprechende iPad 2. Das Galaxy Tab 8.9 wird jeweils 30 Dollar billiger angeboten. Euro-Preise für Deutschland hat Samsung ebensowenig bekanntgegeben wie die Preise für die Mobilfunk-Varianten.

Aber das wenige reicht schon, um zu erkennen, dass dem iPad 2 bald starke Konkurrenz entgegenstehen wird, die es preislich mit dem Marktführer aufnehmen kann, ihn technisch sogar in mancher Hinsicht übertrumpft.

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