DVD-Filmbeileger: Psychospielchen im Römertopf

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Opulente Kostümdramen, verzwickte Mystery-Märchen und ein verstörender Psycho-Thriller: Die Vielfalt der Filme, die den Publikumsmagazinen als DVD und Blu-ray beiliegen, reicht von kleinen Perlen bis hin zu weltbekannten Blockbustern.

Computer Bild

"Pakt der Wölfe", F 2001. Regie: Christophe Gans. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 137 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,90 Euro.

Südfrankreich 1767: Der Naturkundler Grégoire de Fransac (Samuel Le Bihan) und sein Freund, der Irokese Mani (Mark Dacascos), versuchen im Auftrag des Königs den grausamen Tod zahlreicher Frauen und Kinder in der Region Gévaudan aufzuklären. Sie alle sollen von einem Wolf zerfleischt worden sein. Doch Grégoire findet nicht nur Spuren eines viel größeren Tieres, sondern wird auch immer tiefer in ein Gestrüpp voller Lügen und Geheimnisse gezogen.

Regisseur Christophe Gans ("Silent Hill") ließ sich von der Legende über die "Bestie vom Gévaudan" inspirieren, die auf einer wahren, nie wirklich aufgeklärten Serie von Todesfällen in den Jahren 1764-1768 beruht. Die historische Überlieferung übernimmt er fast wortgetreu in seinen Film, spinnt sie jedoch zu einem verzwickten Mystery-Märchen weiter. Schillernde Figuren, gespielt von Stars wie Monica Bellucci ("Mörderisches Spiel") oder ihrem Ehemann Vincent Cassel ("Die purpurnen Flüsse"), prächtige Kostüme und erstklassig inszenierte Action-Einlagen erschaffen eine ganz eigene, fast sinnliche Atmosphäre. Ein echter Hingucker, der richtig Spaß macht - solange man seine Handlung nicht allzu ernst nimmt.

Bis 22. März im Handel

Screen Magazin

"Cadavres", CDN 2009. Regie: Erik Canuel. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 111 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,99 Euro.

In der Nacht vor Halloween hilft Raymond Marchildon (Patrick Huard) seiner Mutter, sich umzubringen. Anschließend versenkt er ihre Leiche im Straßengraben. Keine gute Idee, meint seine Schwester Angéle (Julie LeBreton), und überredet ihn, die Tote wieder aus dem Sumpf zu ziehen. Als die beiden - ohne es zu merken - den Körper eines Unbekannten bergen, ahnen sie noch nicht, welch blutiges Chaos sie damit auslösen. Schwarzhumorige Grusel-Groteske, die durch ihre skurrilen, manchmal auch etwas ekligen Einfälle für makabre Überraschungen sorgt.

Bis 17. April im Handel

TV Direkt

"Die letzte Legion", F/GB/USA 2007. Regie: Doug Lefler. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 98 Min. FSK: 12 Jahre.

Im Jahr 476 unserer Zeit erlebt das weströmische Kaisertum sein Ende: Germanische Hilfstruppen rebellieren und überrennen die Hauptstadt, wo soeben das Kind Romulus Augustus (Thomas Sangster), der letzte Nachkomme Julius Cäsars, zum Kaiser gekrönt wurde. Dank seines Lehrers Ambrosius (Ben Kingsley) überlebt der Junge und wird schließlich von den Resten seiner Leibgarde unter Führung des Centurio Aurelius (Colin Firth) befreit. Gemeinsam macht sich der Trupp nach Britannien auf, wo noch eine letzte, kaisertreue Legion die Stellung halten soll.

Dem schön ausgestatteten Sandalenabenteuer gelingt es locker, sein Publikum durch einen verregneten Sonntagnachmittag zu bringen: Schaurige Barbaren, heldenhafte Legionäre und orientalische Schönheiten kämpfen sich durch morbide Kulissen einer untergehenden Welt, immer wieder treffen die Helden auf Ruinenreste der einstigen Großmacht Rom. Da macht es auch nichts, dass der römische Offizier Odoaker hier als Gote beschrieben wird, aber eigentlich ein Skire war und selbst Opfer eines Goten wurde, als ihn König Theoderich 493 eigenhändig ermordete. Ein Abenteuerfilm darf sich solche Geschichtsklitterung natürlich erlauben, zumal wenn er, wie hier, am Ende sogar noch den Anschluss an die Sage von König Artus zurechtfabuliert.

"Love Happens", CDN/USA 2009. Regie: Brandon Camp. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 104 Min. FSK: 6 Jahre. Heftpreis: 2,50 Euro.

Burke Ryan (Aaron Eckhart) ist erfolgreicher Autor von Ratgeberbüchern und hat sich mit seinen therapeutischen Seminaren eine treue Fan-Gemeinde herangezogen. Kaum jemand weiß, dass er mit seiner Arbeit vor allem seine eigene Trauer über den Unfalltod seiner Frau verdrängt. Das gelingt ihm solange, bis er die Floristin Eloise (Jennifer Aniston) kennenlernt. Sie hat mit den Männern scheinbar abgeschlossen und reizt Burkes therapeutischen Ehrgeiz. Doch je mehr er sich engagiert, desto schneller holen ihn die Schatten seiner Vergangenheit ein. Flüssig inszeniertes, gegen Ende jedoch arg sentimentales Hollywood-Selbstfindungsdrama mit romantischer Note und prominenter Besetzung.

Bis 28. März im Handel

TV Movie

"Shutter Island", USA 2010. Regie: Martin Scorsese. Format: 2,35:1 (16:9/1080p). Länge: 132 Min (DVD) /138 Min (Blu-Ray). FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,50 Euro (DVD), 5,99 (Blu-Ray).

Amerika 1954: Aus einer Klinik für forensische Psychiatrie auf der Insel "Shutter Island" verschwindet auf mysteriöse Weise eine Patientin. US-Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und sein Kollege Chuck Aule (Mark Ruffalo) sollen den Fall aufklären. Doch die beiden stoßen nicht nur auf immer neue Fragen, sondern werden auch von ihren eigenen Ängsten eingeholt. Besonders Marshal Daniels quälen Visionen von seinen Erfahrungen im Krieg und von seiner verstorbenen Frau. Als er glaubt, einen SS-Arzt wiederzuerkennen, wächst in ihm ein furchtbarer Verdacht.

Auch der vierte Film, den Martin Scorsese ("Taxi Driver") mit Leonardo DiCaprio ("Departed") in der Hauptrolle besetzt, gerät dem Regisseur zu einem kleinen Meisterwerk. Nach einer Bestseller-Buchvorlage von Dennis Lehane aus dem Jahr 2003 erschafft er eine rätselhafte Geschichte voller Andeutungen und Hinweise, die sich spätestens am Ende jedoch wunderbar klar auflösen lässt. DiCaprio läuft als traumatisierter Weltkriegsveteran zur Höchstform auf, als Scorsese ihn an die Befreiung des KZ Dachau erinnern lässt, als US-Soldaten gefangene SS-Wachen exekutierten. Ein verstörender, großartig inszenierter Psycho-Thriller, dessen anspruchsvollen Dialogen man gerne bis zur letzten Sekunde folgt.

Bis 28. März im Handel

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