Von Johannes Sträter
"Bad Lieutenant", USA 2009. Regie: Werner Herzog. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 116 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 4,20 Euro.
Nicolas Cage stand mit seinen großen Rollen in "Wild at Heart" (1990) oder "Leaving Las Vegas" (1996) meist als tragischer Held auf der Seite der Guten. In dem Remake des bereits 1992 von Abel Ferrara verfilmten Melodramas "Bad Lieutenant" zeigt er sich von seiner dunklen Seite. Unter Anleitung des vielseitigen, deutschen Regisseurs Werner Herzog ("Fizcarraldo") spielt er den von Drogenkonsum, Spielschulden und Sexsucht zerrütteten Polizisten Terence McDonagh. Als man ihm die Aufklärung eines Massakers an afrikanischen Einwanderern überträgt, ist er sichtlich überfordert und droht endgültig die Kontrolle zu verlieren.
Anders als Abel Ferrara in seinem bedeutungsschweren Original fährt Werner Herzog einen Reigen grotesker Einfälle, absurder Situationen und überzeichneter Figuren auf. Ein humorvoller, exzentrischer Cop-Thriller mit einem Hauptdarsteller, der alles gibt.
Bis 5. September im Handel
"Eiskalte Wut", CDN/USA 1995. Regie: Ted Kotcheff. Format: 1,33:1 (4:3). Länge: 86 Min. FSK: 16 Jahre. Preis: 7 Euro.
Fast die gesamte Familie des Polizisten Paul Fein (Charles Bronson) kämpft an vorderster Front für Gesetz und Gerechtigkeit. Nur Tochter Jackie (Angela Featherstone) schlägt manchmal über die Stränge. Als sie nach einer wilden Party unter Mordverdacht steht, machen sich Vater und Geschwister daran, den wahren Mörder zu finden, doch das ist gar nicht so einfach.
"Rambo"-Regisseur Ted Kotcheff drehte diesen Auftakt zu einer insgesamt drei Teile umfassenden TV-Krimi-Reihe unter dem Motto "Family of Cops". Das Zugpferd darin ist Urgestein Charles Bronson, der mit Filmen wie "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) in der Rolle des kaltblütigen Rächers Filmgeschichte schrieb. Die drei Krimis waren seine letzten Filme vor seinem Tod 2003. Der damals 74 Jahre alte Schauspieler tat sich damit keinen Gefallen: Er ist das einzige, wenn auch altersbedingt gebremste Highlight in einem ansonsten spannungsarmen, routinierten Fernsehkrimi.
Bis 6. September im Handel
"Blauvogel", DDR 1979. Regie: Ulrich Weiß. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 91 Min. FSK: 6 Jahre. Preis: 2,99 Euro.
Während der Kämpfe um die Vorherrschaft in Nordamerika Mitte des 18. Jahrhunderts wird George (Robin Jaeger), der Sohn einer englischen Siedlerfamilie, von Indianern verschleppt. Es sind Irokesen, die Ersatz für einen verstorbenen Jungen aus ihren Reihen suchen, den sie Blauvogel nannten. George braucht lange, um sich einzuleben, doch als er Jahre später in die Welt seiner englischen Eltern zurückkehren soll, ist aus ihm ein anderer Mensch geworden.
DEFA-Regisseur Ulrich Weiß ("Tambari") nutzte für seine Produktion nur wenig Studiotechnik. Unter vollem Einsatz seines Filmteams drehte er in der freien Natur, auf den Flüssen und in den Wäldern Rumäniens und des Harzes. Ein nachdenkliches, um Authentizität bemühtes Drama über eine Zeit, die hierzulande vor allem durch die "Lederstrumpf"-Romane von James Fenimore Cooper geprägt wurde.
Bis 8. August im Handel
"The Loved Ones", AUS 2009. Regie: San Byrne. Länge: 73 Min. Format: 2,35:1 (16:9). FSK: 16 Jahre (gekürzte Fassung). Heftpreis: 3,50 Euro.
Am Tag vor dem High-School-Ball drehen sich Brents (Xavier Samuel) Gedanken nur um seine Freundin Holly (Victoria Thaine), als er der schüchternen Mitschülerin Lola (Robin McLeavy) eine Abfuhr erteilt. Doch er hat das Mädchen unterschätzt, die ihn am Tag des Balls entführen lässt. Während sein Kumpel sich auf das erste Date mit seiner großen Liebe freut, erwartet Brent in Lolas abgelegenem Elternhaus ein Kampf um Leben und Tod.
Mit seiner ideenreichen Mischung aus Folter-Horror und Teenie-Komödie überraschte der Werbefilm-Regisseur Sam Byrne im Jahr 2009 das Publikum etlicher internationaler Filmfestivals. In ungeschnittener Fassung schaffte sein Film in Deutschland 2010 nur knapp die Marktfreigabe ab 18 Jahren. Eineinhalb Jahre später erhielt der Vertrieb Koch Media bei der FSK nun eine Jugendfreigbe für die Massenmarkt-Verwertung, freilich unter erheblichen Zugeständnissena. Fast acht Minuten Gewaltszenen wurden entfernt - für Genrekenner ein Frevel. Für alle, die nur einmal einen vorsichtigen Blick in diese Kinoecke werfen wollen, bleibt dieser ungewöhnlich fesselnde Horrorfilm aber immer noch eine kleine, fiese Herausforderung.
Bis 16. August im Handel
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