DVDs in Zeitschriften: Das sind die besten Gratis-Filmbeilagen im April

Von Johannes Sträter

Poetische Science-Fiction, verzwickte Entführungsthriller und mitreißende Dramen: Einigen Zeitschriften am Kiosk liegen tolle Kino-Highlights auf DVD oder Blu-ray bei. Der Überblick verrät, welche Titel sich in diesen Wochen lohnen.

Computer Bild

"Rabbit Hole", USA 2010. Regie: John Cameron Mitchell. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 87 Min. FSK: 12 Jahre. Heftpreis: 3,90 Euro.

Monate nach dem Unfalltod ihres einzigen Kindes scheinen Becca (Nicole Kidman) und Howie Corbett (Aaron Eckhart) äußerlich wieder im Alltag angekommen zu sein. Doch in Wirklichkeit gärt es unter Oberfläche. Während Becca sich mit dem jungen Unfallverursacher Jason (Miles Teller) anfreundet und Howie in Erinnerungen versinkt, versucht das Ehepaar, einen Weg zurück zu ihrem früheren Leben zu finden. Die engagierte Filmadaption des gleichnamigen Broadwaystücks von David Lindsay-Abaire ("Tintenherz") brachte Nicole Kidman ("Eyes Wide Shut") eine weitere Oscar-Nominierung ein. Sie und der ebenso stark aufspielende Aaron Eckhart ("The Dark Knight") entwickeln ein authentisch wirkendes Bild von einem Paar, das sich in seiner Trauer festgefahren hat. Ein emotional mitreißendes Drama, das nicht in melodramatischer Rührseligkeit schwelgt, sondern durch seine heiteren, humorvollen Momente überrascht.

Bis 5. April im Handel

Me.Movies

"Half Nelson", USA 2006. Regie: Ryan Fleck. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 102 Min. FSK: 12 Jahre. Heftpreis: 6,90 Euro.

Auf der High-School im New Yorker Stadtteil Brooklyn begeistert der Geschichtslehrer Dan Dunne (Ryan Gosling) die oft perspektivlosen Jugendlichen durch Verständnis und Engagement. Sein eigenes Leben hat er jedoch weit weniger im Griff. Als seine Schülerin Drey (Shareeka Epps) herausfindet, dass er heimlich Drogen nimmt, beschließen die beiden, sich gegenseitig zu helfen, denn sie steckt ähnlich tief in der Drogenszene. Doch der Dealer Frank (Anthony Mackie) hat mit dem Mädchen ganz andere Pläne, die für Dan gefährlich werden.

Die erste Ausgabe des neuen Film-Magazins "Me.Movies", einem Ableger des "Musikexpress" aus dem Springer-Verlag, punktet mit einer feinen Independent-Produktion über gescheiterten Idealismus und Drogensucht. Die Mühe, mit der Sucht fertig zu werden, inspirierte Regisseur Ryan Fleck ("Young Rebels") wohl zum Filmtitel "Half Nelson", dem Namen einer Haltetechnik aus dem Ringer-Sport. Weitab von Ghetto-Klischees a la "Dangerous Minds" (1995) präsentiert Fleck seinen Zuschauern lebensnahe Figuren, unter denen besonders die des Lehrers herausragt, für deren mitreißende Darstellung sich Ryan Gosling ("Lars und die Frauen") eine Oscar-Nominierung erspielte. Kein leichter Stoff.

Seit 11. April im Handel

Screen Magazin

"Evil Angel", USA 2009. Regie: Richard Dutcher. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 119 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,99 Euro.

Nachdem dem Tod einer Patientin macht sich nicht nur der Sanitäter Marcus (Kristopher Shepard) schwere Vorwürfe. Auch seine Vorgesetzten wollen wissen, was da passiert ist und untersuchen den Fall. Doch die Ärzte ahnen nicht, dass die Tote von Lilith besessen war, einer Dämonin, die seit Beginn der Schöpfung auf der Erde umherirrt. Sie war die erste Frau im Garten Eden, vor Eva, wurde jedoch verstoßen, als sie rebellierte. Seitdem versucht Lilith, alle Nachkommen Adams und Evas zu töten. Bald schon befällt sie Marcus' Partnerin Carla (Ava Gaudet), um ihr blutiges Werk fortzuführen. Regisseur und Schauspieler Richard Dutcher verdiente sich seine Sporen mit dem Film "God's Army" (2000), einem Drama über das Leben mormonischer Missionare, denen er damals selbst noch angehörte. Bis heute gilt er deshalb als "Vater des mormonischen Kinos", allerdings verließ er 2007 die Glaubensgemeinschaft. Vielleicht hätte er vorher auch Probleme damit bekommen, einen Horrorfilm zu drehen, der sich mit einer Sagen-Figur beschäftigt, die in verschiedenen religiösen Mythologien und Legenden verwurzelt und heute besonders in der jüdisch-feministischen Theologie bekannt ist. Sie liefert einen interessanten Plot, der - angereichert mit Stilelementen des Film noir - sein Publikum unterhält und über kleinere Schwächen in der Umsetzung hinwegtröstet.

Vom 18. April bis 22. Mai im Handel

TV Movie

"Gone Baby Gone", USA 2007. Regie: Ben Affleck. Format: 1,85:1 (16:9/1080p). Länge: 109 Min (DVD) /113 Min (Blu-ray). FSK: 16 Jahre.

In einem armen Viertel Bostons wird die vierjährige Amanda aus der Wohnung ihrer drogensüchtigen Mutter Angela (Amy Ryan) entführt. Da keine Forderungen bekannt sind und die Polizei im Dunkeln stochert, engagieren Angehörige den Privatermittler Patrick (Casey Affleck) und seine Partnerin Angela (Michelle Monaghan), die sich im Stadtteil gut auskennen. Der zuständige Detektive Remy Bressant (Ed Harris) und dessen Chef Jack Doyle (Morgan Freeman) sind davon wenig begeistert. Doch bald stoßen sie gemeinsam auf eine Spur, die tief in einen Sumpf aus Verbrechen und Intrigen hineinführt.

Als Schauspieler hat Ben Affleck ("Pearl Harbor") alle Höhen und Tiefen des Filmgeschäfts erlebt, seit seinem Debüt mit diesem Film im Jahr 2007 zeigen sich seine Qualitäten als Regisseur. Anfangs wiegt er sein Publikum mit einer klar strukturierten Entführungsgeschichte in Sicherheit, entzieht ihm jedoch zunehmend den Boden. Das Ende überrascht mit einem moralischen Dilemma und wirkt in seiner Konsequenz noch lange nach. Ein untypischer, einfallsreicher und klasse besetztes Thriller-Drama zudem mit Bens Bruder Casey Affleck ("The Killer Inside me") und dem Urgestein Ed Harris ("Abyss").

Bis 23. April im Handel

"Monsters", GB 2010. Regie: Gareth Edwards. Format: 2,35:1 (16:9/1080p). Länge: 90 Min (DVD) /93 Min (Blu-ray).

Nach Absturz einer Forschungssonde der NASA über Zentralamerika haben mitgeführte Proben außerirdischen Lebens riesige, krakenähnliche Mutanten hervorgebracht. Die zerstören alles, was sich in Ihren Weg stellt. Ein Schutzwall soll das Gebiet abschotten, damit das Militär die Wesen isolieren und bekämpfen kann. Bevor diese Grenze endgültig schließt, wird der Fotoreporter Andrew (Scoot McNairy) von seinem Sponsor beauftragt, dessen Tochter Samantha (Whiney Able) in die USA zu geleiten. Doch sie verpassen die letzte Fähre und müssen nun zu Fuß durch die von den Mutanten bewohnte Sperrzone.

Aus einem Budget von nur 800.000 Dollar zauberte Gareth Edwards ein rundum spannendes Road-Movie, das allerdings kaum etwas von einem actionreichen Monsterthriller hat. Die sparsam inszenierten Tricksequenzen erscheinen trotzdem nie billig, sondern verstärken effektiv die fast poetische Atmosphäre einer Reise durch eine chaotische Landschaft voller Geheimnisse. Trotz punktuellem Horror stehen dabei zunehmend die vorsichtigen Annäherungen der beiden Flüchtenden im Zentrum, deren zarte Liebesgeschichte sich im Finale zusammen mit einer prächtigen Erscheinung der Krakenwesen auflöst. Man darf gespannt sein, was Edwards wohl mit dem weit größeren Budget anstellt, das ihm für die Neuverfilmung von "Godzilla" zur Verfügung steht, der 2014 in die Kinos kommt.

Bis 25. April im Handel

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