DVD-Filmbeileger Scharfe Schwerter, windige Weihnachtsmänner

Phantastische Märchen, rasante Taxifahrten und gepflegte Gaunerstücke. Im Ferienmonat August bieten die DVD-Filmbeileger der Publikumsmagazine unterhaltsame Lückenfüller für das Sommerloch. SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick.


Computer Bild

"Verlockende Falle" , USA 1999. Regie: Jon Amiel. Darsteller: Sean Connery, Catherine Zeta-Jones. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 108 Min. FSK: 12 Jahre. Preis: 3,70 Euro.

Seit langer Zeit ist die Versicherungsagentin Virginia Baker (Catherine Zeta-Jones) hinter dem Meisterdieb Robert MacDougal (Sean Connery) her. Als wieder ein wertvolles Gemälde geklaut wird, überzeugt sie ihren Chef davon, dem genialen Gauner eine Falle zu stellen. Undercover ködert sie ihn für einen spektakulären Raub - doch hinter ihrer Tarnung steckt weit mehr, als ihr Chef ahnt.

Ende der neunziger Jahre war der altehrwürdige Sir Sean Connery ("James Bond") zwar noch knackig genug, um sich in hautenge, schwarze Trikots zu zwängen. Seiner Filmpartnerin Mrs. Zeta-Jones ("Die Maske des Zorro") standen sie aber eindeutig noch besser. Gemeinsam machten sie dem Genre des Gaunerstücks alle Ehre, zeigten verzwickte Einbrecherkunststückchen und gurrten gepflegt umeinander herum. Damit produzierten sie genau das, was man von ihnen erwartete: solides und charmantes Feierabendkino.

Bis 13. August im Handel

PC Go

"Jet Li - The Swordmaster", HK 1993. Regie: Wong Jing. Darsteller: Jet Li, Chingmy Yau. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 102 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 6,99 Euro.

Der kleine Chang Mo Kei muss erleben, wie seine Eltern vor seinen Augen ermordet werden. Jahre später ist er zu einem genialen Kämpfer (Jet Li) gereift und erhält den Auftrag, ein magisches Schwert vor dem Zugriff der feindlichen Ming-Sekte zu retten. Erst nach viel Gekloppe und ebenso vielen Toten stellt sich heraus, wer hinter der Verschwörung steckt.

Luftige Kampfakrobatik, abgefahrene Spezial-Effekte und allerlei ansehnliche Mittelalterkulissen geben dem Fan des Hongkong-Films alles, wonach er sucht. Hinter der Story steckt eine komplexe Wuxia-Vorlage des Schriftstellers Louis Cha, die man aufgrund ihrer verworrenen Vielschichtigkeit kaum in einen einzigen Film pressen kann. Trotzdem versuchte man es seit 1978 immer wieder, hier bereits zum siebten Mal - und schuf dabei einen schicken Genre-Klassiker.

Bis 2. September im Handel

Super Illu

"Die schöne Warwara", SU 1970. Regie: Alexander Rou. Darsteller: Tatyana Klyuyeva, Georgi Milljar. Format: 2,35 (16:9). Länge: 80 Min. FSK: 6 Jahre. Heftpreis: 2,99 Euro.

Der Wassergeist Chudo-Judo (Georgi Milljar) hat ein Problem: Seine schöne Tochter Warwara (Tatyana Klyuyeva) muss verheiratet werden. Da trifft es sich gut, dass der Zar dem Wassergeist bei einer Wette einst versprach, ihm alles zu geben, was er noch nicht kennt - und damit auch seinen damals ungeborenen Sohn. Als Chudo-Judo nun die Schuld einfordert, hat seine Tochter sich bereits in den smarten Fischersohn verliebt. Was niemand weiß: Der Zar hat sein Kind vor 18 Jahren mit dem einer Fischerfamilie vertauscht.

Mit der "Schönen Warwara" läuft die Märchenfilm-Edition der "Super Illu" aus. Sie wird abgelöst von einer neuen, ebenfalls zwölfteiligen Edition, die ab September einmal im Monat DDR-Filmstars mit einer kleinen Werkauswahl vorstellt. Hier sieht man aber noch einmal eines der letzten und schönsten Werke des 1973 gestorbenen Star-Regisseurs Alexander Rou ("Väterchen Frost"), der bereits seit Mitte der dreißiger Jahre Kinderfilme drehte. Das ist phantasievoll und vergnüglich, auch wenn sich das digital verwöhnte Auge erst wieder mit der eigenwilligen analogen Optik vertraut machen muss.

Nur noch bis 11. August im Handel

TV Movie

"Taxi 3", F 2003. Regie: Gérard Krawczyk. Darsteller: Samy Naceri, Fréderic Diefenthal. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 83 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,50 Euro.

Die Pariser Polizei wird seit Monaten von einer Bande Weihnachtsmänner an der Nase herumgeführt. Kommissar Èmilien (Fréderic Diefenthal) träumt jede Nacht von ihnen und ist nur noch ein Nervenbündel. Als er auf eigene Faust ermittelt, wird er prompt selbst von den Ganoven geschnappt - ein Glück, dass sein Kumpel Daniel (Samy Naceri) in der Nähe ist, um ihm mit seinem Renntaxi aus der Patsche zu helfen.

Fast schon zu routiniert drehten Regisseur Gérard Krawczyk ("Wasabi") und Produzent Luc Besson ("Léon - Der Profi") als bewährtes Duo mit ihrem ebenso erprobten Hauptdarsteller-Paar Naceri/Diefenthal den dritten Teil der "Taxi"-Reihe. In Frankreich brachten sie damit erneut die Kinosäle zum Platzen, hierzulande gab es aber diesmal nur eine DVD-Premiere. Furiose Verfolgungsjagden wechseln sich mit absurden Dialogen und etwas deplatziert wirkenden Beziehungsdramen ab. In einer Nebenrolle bringt die schillernde Chinesin Bai Ling ("Shanghai Baby") Farbe in die Geschichte und Sylvester Stallone ("Rocky") überrascht mit einem netten Auftritt gleich zu Beginn. Eine seichte, aber kurzweilige Actionkomödie, leider ohne den anarchischen Charme des ersten Teils.

Bis 19. August im Handel

"Dallas 362", USA 2003. Regie: Scott Caan. Darsteller: Scott Caan, Shawn Hatosy. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 83 Min. FSK: 12 Jahre. Heftpreis: 6,50 Euro.

Rusty (Shawn Hatosy) und Dallas (Scott Caan) sind die besten Kumpels, treiben aber orientierungslos durch ihr Leben und werden immer wieder in dumme Prügeleien verwickelt. Während Dallas hofft, sich mit einem großen Raub zu sanieren, träumt Rusty davon, gegen den Willen seiner Mutter in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, der vor Jahren als Rodeoreiter starb. Als Dallas Pläne akut werden, weiß Rusty nicht, ob er seinem Freund diesmal helfen kann.

Wenn Drehbuch, Regie und eine der Hauptrollen in den Händen derselben Person ruhen sollte doch eigentlich etwas Rundes herauskommen. Der Sprössling von Hollywood-Star James Caan ("Der Pate") hat sich jedoch zu viel vorgenommen, als er versuchte, eine tiefgründige Charakterstudie mit einem bitterbösen Ganovendrama zu kreuzen. Zum Glück standen ihm dabei tolle Schauspieler und die ein oder andere hübsche technische Spielerei zur Verfügung. Dadurch wurde aus Caans Regiedebüt am Ende ein unterhaltsamer, aber wenig überraschender Film ohne allzu große Patzer.

Bis 31. August im Handel



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