DVDs in Zeitschriften: Das sind die besten Gratis-Filmbeilagen im August

Von Johannes Sträter

Rüstige Polizeirentner, durchgeknallte Prediger und einsame Ärzte auf Abwegen: Einigen Zeitschriften kommen mit abendfüllenden Spielfilmen auf DVD an den Kiosk. Hier steht, wo Perlen und Flops beiliegen.

"AudioVideoFoto Bild"

"Ein verhängnisvoller Sommer", USA 2008. Regie: Rawson Marshall Thurber. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 92 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 4,20 Euro.

Auf der Suche nach Abenteuern verliebt sich Art (Jon Foster), der Sohn des Mafiapaten Joe (Nick Nolte), in die Musikerin Jane (Sienna Miller). Die beiden kommen sich schnell näher, obwohl Jane bereits mit dem Draufgänger Cleveland (Peter Sarsgard) liiert ist. Doch der zeigt nicht nur Verständnis, sondern bandelt seinerseits mit Art an. Als sich gerade eine aufregende Dreiecksbeziehung anbahnt, verschwindet Cleveland spurlos. Nicht ohne Grund fürchtet Art, dass sein Vater etwas damit zu tun habe könnte. Gut besetztes, unkonventionelles Charakterstück zwischen Thriller und Coming-of-Age-Drama.

"Schimanski - Schuld und Sühne", D 2011. Regie: Thomas Jauch. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 88 Min. FSK: 12 Jahre.

Eigentlich ist der ehemalige Duisburger Polizeikommissar Horst Schimanski (Götz George) schon im Ruhestand - zumindest so lange, bis Polizist Oliver Hoppe (Jan Pohl), der Sohn einer Freundin, Selbstmord begeht. Bei seinen Nachforschungen entdeckt Schimanski, dass das betroffene Polizeirevier in Korruption und Prostitution verwickelt zu sein scheint. Der Rentner ist schockiert und mischt sich ein, doch seine ehemaligen Kollegen lassen sich nur ungern in die Akten gucken.

Götz George, damals bereits 73 Jahre alt, spielt seine Kultfigur selbstironisch und zupackend, aber immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit, um die menschlichen Dramen hinter den Geschichten spürbar zu machen. Die aktuellste "Schimi"-Episode wirkt wie aus den Anfangstagen dieser Tatort-Reihe: bodenständig, sozialdramatisch und ein bisschen bekloppt. Ein Leckerbissen nicht nur für seine Fans.

Bis 3. September im Handel

"Computer Bild"

"Wer's glaubt, wird selig", USA 2011. Regie: George Ratliff. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 92 Min. FSK: 12 Jahre. Heftpreis: 3,90 Euro.

Eine ganze Kleinstadt liegt dem charismatischen Prediger Dan Day (Pierce Brosnan) zu Füßen. Er hat es geschafft, das Christentum wieder ins Zentrum des Lebens der Bürger zu rücken. Selbst Ex-Hippie Carl Vanderveer (Greg Kinnear) ließ sich davon überzeugen - bis er eines Tages miterlebt, wie der Pastor seinen Konkurrenten Dr. Blaylock (Ed Harris) erschießt. Zuerst schweigt Carl, doch als er selbst unter Mordverdacht gerät, gibt es für ihn kein Halten mehr - und Dan Day zeigt sein wahres Gesicht.

James-Bond-Darsteller Brosnan macht die Rolle als durchgeknallter Pastor sichtlich Spaß, und es gelingt ihm und seinen teils prominenten Kollegen auch, das Publikum daran teilhaben zu lassen. In Ermangelung eines roten Fadens wirkt der Film jedoch oft wie eine Art Sketchparade. Dabei verspielt der Dokumentarfilmer Ratliff ("Hell House") die Chance auf eine gelungene Satire über sektenhaftes, fundamentalistisches Christentum. Stattdessen liefert er eine schrille Komödie ab, die für ein paar Lacher sorgt, aber nicht im Gedächtnis bleibt.

Bis 24. August im Handel

"Screen Magazin"

"20 Years After", USA 2008. Regie: Jim Torres. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 91 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,99 Euro.

Zwanzig Jahre nach einem Atomkrieg ist die Menschheit durch Seuchen und Terror vom Aussterben bedroht. Da grenzt es an ein Wunder, dass die junge Sarah (Azura Skye) schwanger wird. Doch statt die mögliche Rettung ihrer Spezies zu feiern, streiten die Überlebenden um den ersten Nachwuchs seit 15 Jahren. Mit Hilfe des Bauchredners Samuel (Reg E. Cathey) flieht Sarah zu einer Gemeinschaft in ein Höhlensystem. Doch ihre Jäger lassen nicht locker.

In seinem Erstlingswerk orientiert Jim Torres sich an großen Vorbildern postapokalyptischer Dramen wie "The Day After" oder "Children of Men". Seiner Mini-Budget-Produktion fehlen jedoch jegliche Qualitäten: Platte Dialoge, unmotivierte Darsteller, billige Heimvideo-Optik und der Mangel an eigenen Ideen lassen schnell Langeweile aufkommen. Ein Film, der selbst Trash-Freunden nichts zu bieten hat.

Bis 18. September im Handel

"TV Movie"

"The Good Doctor", USA 2011. Regie: Lance Daly. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 87 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,50 Euro.

Der frisch gebackene Krankenhausarzt Dr. Martin Blake (Orlando Bloom) leidet unter seinem Berufsalltag. Als ihm die schöne Diane (Riley Keough) zugewiesen wird, schöpft er wieder neuen Lebensmut, doch schon bald wird seine Patientin wieder gesund entlassen. In seiner Verzweiflung manipuliert er Medikamente, um ihre Krankheit künstlich zu verlängern, verliert dabei jedoch zunehmend die Kontrolle.

Orlando Bloom, bekannt als smarter Held aus "Fluch der Karibik" und "Herr der Ringe", zeigt in diesem kammerspielartigen Psychothriller eine ganz andere Facette seines Könnens. Ein gut gemachter, subtiler Krankenhaushorror, der hoffentlich keine Nachwirkungen beim nächsten Arztbesuch hat.

Bis 29. August im Handel

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. 10 Cent
EckhardSchönknecht 20.08.2013
Was soll man zu so einem Beitrag denn diskutieren? Ich finde das gut und informativ und im Gegensatz zu vielem anderen - ich sag mal - persönlich eingefärbtes Geschwalle ohne viel Inhalt richtig nützlich. Insofern wäre ich vielleicht bereit irgendwann mal für so einen Artikel die im Betreff genannten maximalen 10 Cent zu bezahlen. Und wenn wir schon dabei sind. Das ist aktuell ein grosser Fehler der Taz, dass man sich entscheiden muss zwischen 30 Cent (und mehr) oder halt eben nix ("später"). Klar ist das unter einer bewissen Schwelle vermutlich mehr Aufwand als Nutzen, aber best. Artikel sind halt nun mal keine 30 Cent wert. Jm2C.
2. Merkwürdig...
firenafirena 20.08.2013
Zitat aus der Einleitung des Artikels: "Wir haben die Filmperlen darunter für Sie herausgepickt." Zitat zum Film "20 Years After": "Seiner Mini-Budget-Produktion fehlen jedoch jegliche Qualitäten: Platte Dialoge, unmotivierte Darsteller, billige Heimvideo-Optik und der Mangel an eigenen Ideen lassen schnell Langeweile aufkommen. Ein Film, der selbst Trash-Freunden nichts zu bieten hat." Wo liegt der Fehler? :-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gadgets
RSS
alles zum Thema Silberscheiben
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare
  • Zur Startseite


E-Book-Tipp
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher
    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    Kindle Edition: 1,99 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon bestellen.