E-Reader Schmökern ja, scannen nein

Von

Amazon

6. Teil: Fazit


Als Lesegerät für lineare Texte ist der Kindle ideal, der Hanvon N518 brauchbar. Wer mit einem Reader Texte querlesen, vergleichen, markieren, verschlagworten und exzerpieren will, wird mit keinem der Geräte glücklich. Hanvon versucht hier zwar mit allerlei Extras das Lesegerät aufzupeppen, doch die E-Ink-Display-Technik scheint sich für so etwas wohl einfach nicht zu eignen. Dafür - und für Digital-Magazine - muss man auf ein Lesegerät mit anderer Technik warten.

Wer gern englischsprachige Belletristik im Original liest, wird am Kindle viel Freude haben. Wer deutschsprachige Romane oder Übersetzungen kaufen will, könnte das mit einem Lesegerät wie dem Hanvon versuchen. Angesicht des lückenhaften Libreka-Angebots, der hohen Preise und der miesen Benutzbarkeit dort ist das aber kein Spaß.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
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Osis, 24.11.2009
1. Wers braucht.
Zusammengefasst ergibt sich bei mir das Bild: Überflüssig. Es mag nett sein, aber solange es einen Kopierschutzterror gibt bleibe ich beim gedruckten Buch. Dafür verleihe und tausche ich zu gerne Bücher. Mal abgesehen davon klaut keiner den abegegriffenen Roman im Freibad, das Technikspielzeug schon. Von daher... Mehr Nachteile als Vorteile. Praktisch sieht anders aus.
thomas daum 24.11.2009
2. leider der selbe Fehler wie bei MP3
Ich habe einen Sony E-Bookreader und bin prinzipiell begeistert von dem Gerät. Leider machen die Verlage zumindest in Deutschland den selben Fehler wie die Musikindustrie bei MP3: zu teure E-Books und Gängelung der Leser mit DRM. Das Ergebniss wird das selbe sein, wie es bei MP3 war: E-Books werden sich verbreiten - als Raubkopien! Und die Verlagen werden entsprechen jammern und wehklagen. Es ist einfach Blödsinn, dass z.b. ein Fachbuch, dass ich mir letzte Woche kaufte, 34,90 in der Printausgabe und 29,90 € als E-Book kostet. So kauft das kein Mensch. Hier sollte man sich ein Beispiel an Amerika nehmen, wo die Preisrelation zwischen Prinausgabe und E-Bookausgabe stimmt - und das Medium entsprechend angenommen wird.
Emil Peisker 24.11.2009
3. Preis war nur ein Aufreisser, um die Hardware unters Volk zu bringen
Zitat von sysopEin Monat, fünf Romane, viele Zeitungsausgaben: Amazons Lesegerät Kindle überzeugt im Praxistest als Gerät zum Geradeauslesen. Ein Vergleich mit besser ausgestatter Konkurrenz zeigt: E-Books sind für Romane, Kurzgeschichte und Reportagen wunderbar - fürs Querlesen aber kaum geeignet. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,662748,00.html
Amazon macht zwar zur eine großangelegte Kampagne für den 6" Kindle, bietet im .com-Shop US-Tageszeitungen für 9,99$ an, aber wenn man dann bestellt, werden fast alle 9,99$ Titel zu 24$ oder 27$ angeboten. Möglicherweise zahlen nur Europäer den höheren Preis, aber dann sollte man bei Amazon vorher darauf hinweisen. So ist es auch bei den englischen Büchern, für 9,99$ angeboten, mutiert der Preis im Warenkorb zu 13,99$ bis 17,99$. In den USA hat sich schon eine große Protestgemeinde gebildet, die für kein Buch mehr als 9,99$ zahlen will, bis hin zu mehrheitlichen Boykottaufrufen. Argumente gibt es reichlich und gute ebenfalls. Warum sollte man für einen Download eines Buches mehr bezahlen, als für die Paperback-Ausgabe? Die 9,99$ Aktion für alle Titel ist nach jetzt 8 Wochen schon fast zu Ende, der Preis war nur ein Aufreisser, um die Hardware unters Volk zu bringen. Für Europäer ist ein Teil der Titel nicht erhältlich, dass sind wohl die Auswirkungen der Linzenzpolitik für die gedruckten Ausgaben, die nicht auf den E-Book abgestimmt wurde.
bnn 24.11.2009
4. Alternativen
Verstaendlich, dass hier vor allem der Fokus auf Geraete von Amazon, Sony und hexaglot gelegt wird. Diese scheinen zur Zeit diejenigen zu sein, die am meisten verkauft werden. Ich moechte dennoch die Aufmerksamkeit der geneigten Leserschaft auf weitere Produkte lenken. Onyx Boox: 6 Zoll Lesegeraet mit touchschreen (aber tochscreen layer unter dem e-ink display, deshalb genauso gut lesbar wie e-ink), etwa kindle-groesse, kein externes keyboard. W-lan, web-browser, alle Formate (auch pdf), Woerterbuecher, Woertersuchen, Freihandnotizen, alles da. Kostet aber etwa 400 Euro. Zu haben z.B. ueber einen englischen online-Laden (dulinsbooks.com). Hat sehr gute Kritiken auf mobileread bekommen. Pocketbook: hat mit dem 301 ein 6-Zoll geraet und mit dem 360 ein 5-Zoll Geraet am Start. Kein Touchscreen, aber diese Geraete lesen alle Formate und haben eine exzellente Firmware und Software. Woerterbuecher, Suchen nach Woertern, Notiz-Funktion (Markieren von Textstellen), alles moeglich. Ausserdem stellen sie mehr Graustufen dar als das kindle und der der Sony reader. Kann man ueber den englischen online-laden bestellen. In Deutschland gibt es bald einen Vertragshaendler (in ein paar Wochen, aber man kann jetzt schon bestellen). Bookeen cybook opus: Exzellenter 5-Zoll Reader, allerdings ohne Woerterbuch und Suchfunktion. Zu haben ueberall in Deutschland.
Anrather 24.11.2009
5. Zeitung lesen auf Kindle
Auch ich habe den Kindle mit der ersten Welle der deutschen Kunden bestellt und kann mich der Bewertung von Herrn Lischka in grossen Teilen anschliessen. Lediglich die Bewertung der Zeitungsnavigation kann ich nicht nachvollziehen. Bei den abonnierbaren Zeitungen FAZ und International Herald Tribune funktioniert die Navigation über "Section List" hervorragend. Dort kann man leicht die Seiten der Zeitung navigieren und durch Auswahl der Artikel (angezeigt durch die eingeklammerte Anzahl der Artikel) auch eine Übersicht der der Artikel mit überschrift und den ersten zwei Zeilen erhalten. Das funktioniert leicht und schnell und sogar mit der Calibre-Version des "Economist" (wenn man die elektronische Version abonniert hat). Bei der einzigen deutschen Zeitung im ePub-Format, der Taz, kann man wenigstens eine bildliche Darstellung der Zeitungsseite erhalten, durch die man per Mouse-Stick blättern kann. Jede Seite muss man dann allerdings linear durchblättern. Auch ich lese Romane auf dem Kindle, aber die Möglichkeit, Zeitschriften und vor allem Tageszeitungen zu lesen ist für mich als "Vielreisender" die Killer-Application des Kindle. Das Wegfallen der Bilder kann ich verschmerzen, auch wenn ich hoffe, dass bei steigendem Zuspruch diese Einschränkung, wohl den Roaming-Gebühren von AT&T geschuldet, wegfällt. Das einzige, was wirklich noch fehlt, ist eine Kindle-fähige Ausgabe des Spiegel. Das Beispiel der taz zeigt, dass man dies z.B. in einer ePub-Version für ePaper-Abonnenten vernünftig umsetzen kann. Also, wann kann ich den Spiegel auf meinem kaum mehr wegzudenkenden Gerät lesen???
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