Edel-Aktivboxen: Kristallklang trifft Stealth-Bässe

Großer Sound braucht große Boxen? Von wegen. Dass sich auch mit wenig Volumen ein mehr als anständiger Klang erzeugen lässt, zeigen Hersteller hochpreisiger Aktivlautsprecher für den Schreibtisch. Matthias Kremp hat gelauscht, wie gut teuer klingt.

Angefasst: Edel-Aktivboxen Fotos
Matthias Kremp

Ein paar einfache Aktivboxen für den PC gibt es schon für einen Zehner. Viel mehr muss man nicht ausgeben, um seinen Ohren etwas zu hören zu geben. Wer aber seinen Ohren etwas gönnen will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen: Ab etwa 80 Euro bekommt man schon Lautsprechergebilde, die "nach etwas klingen", die hörbare Bässe produzieren und mit denen Musikhören auch über Stunden noch Spaß macht. Was aber bekommt, wer ein Vielfaches davon ausgibt, sich PC-Lautsprecher auf den Schreibtisch stellt, die 400, 500 oder gar 800 Euro kosten? Bezahlt man mit dem vielen Geld nur einen teuren Namen und schickes Design? Oder ist der Unterschied wirklich hörbar?

Ja, der Unterschied ist hörbar. Und das nicht nur für Audio-Spezialisten. Auch ganz normale Ohren registrieren, dass es da einen Unterschied zwischen den Lautsprechern von der Palette im Elektro-Supermarkt und den Nobel-Boxen vom Fachhändler gibt. Ob es sich lohnt, den dafür geforderten Aufpreis zu zahlen, ist eine andere Frage.

Denn billig sind sie wirklich nicht, die drei Aktivlautsprecher-Sets, die ich mir zum Hörtest besorgt habe. Bemerkenswert sind sie aber alle:

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Hochtonüberhöhung, Hochbassanheben
wakaba 10.11.2010
Zitat von sysopGroßer Sound braucht große Boxen? Von wegen. Dass sich auch mit wenig Volumen ein mehr als anständiger Klang erzeugen lässt, zeigen Hersteller hochpreisiger Aktivlautsprecher für den Schreibtisch. Matthias Kremp hat gelauscht, wie gut teuer klingt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,728142,00.html
17 Volt maximale Stromversorgung. sind gerade mal 5w maximale Lautstärke (sehr optimistisch gerechnet). Der unterdimensionierte Verstärker wird bei diesem Pegel schon heftig klirren. 5cm Lautsprecherchassis liefern gerade mal 82db passiv, 83db aktiv entzerrt. Das ist leise. Wer drüber geht wird mit nochmehr Klirr bestraft. Verzerrungen liegen bei 10-20%. Doppelt soviel wie bei Standboxen der besseren Machart. Von Bass kann keine Rede sein. Höchstens eine Bassüberhöhung bei 200-300hz. Hochbass soll drüber wegtäuschen das unten nichts geht. Mogelpackung? Allen Dreien gemeinsam sind die Billigstreiber mit Stückpreisen von 1-3 Euro. Was übrigbleibt ist ein sehr synthetisches, gesoundetes Musikgefühl mit Pseudoräumlichkeit. Schade das der künstlerische Ausdruck der Musiker und die Fertigkeiten der Toningenieure so völlig in den Hintergrund treten. Aber so ist in der vordergründigen Welt der "Audiophilen"...
2. Spielkram
noli 10.11.2010
Zitat von sysopGroßer Sound braucht große Boxen? Von wegen. Dass sich auch mit wenig Volumen ein mehr als anständiger Klang erzeugen lässt, zeigen Hersteller hochpreisiger Aktivlautsprecher für den Schreibtisch. Matthias Kremp hat gelauscht, wie gut teuer klingt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,728142,00.html
Die Physik lässt sich nicht überlisten. Falls aus den Bose-Kistchen ein nennenswerter Bass rauskommt, können sie keine nennenswerte Lautstärke liefern. Es scheint allerdings, dass der Autor falsche Vorstellungen von "Basswiedergabe" hat, wie sich bei seiner Schilderung der Harman-Kardon zeigt. Es ist nicht magelnde Stabilität seiner Schreibtischplatte, sondern mangelnde Fläche und deren Lage im Hörraum, weshalb der Bass quasi kugelförmig abgestrahlt wird und somit relativ leise erscheint. Bei den anderen Boxen hat man das wahrscheinlich kompensiert, indem man sie im Mittel-und Hochton-Bereich entsprechend zurückgenommen hat. Diese werden auf den Boden gestellt einen mulmigen Klang mit überbetontem Oberbass produzieren. Aber richtigen Bass in keinem Fall. 5 Liter Volumen dürfen es schon sein, um einen akzeptablen Klang bei akzeptabler Lautstärke zu erreichen. Ich benutze hier zwei 30 Jahre alte Aktivboxen von Philips (120 € bei ihbäh) Diese haben eine Front, die fast genau DIN A4 groß ist und passen mit ihrem Schwarz mit silbergrauen Akzenten ganz gut zum heutigen PC-Design. Gegen die dürften die vorgestellten Döschen aber sowas von abstinken (Bass geht runter bis unter 40 Hz!)
3. Der Abhörraum ist entscheidend !
fucus-wakame 10.11.2010
Für tiefe Frequenzen im Bereich 20 Hertz benötigt man einen dafür geeigneten Abhörraum, und entsprechend großvolumige Membranflächen. Sogenannte Bandpassgehäuse sind nicht präzise genug, desweiteren lässt sich mit diesen kein Residualtonhören ermöglichen. Auch der Verstärker ist wichtig. Am besten ist ein Vollröhren-Verstärker.
4. Ach die Technik-Freaks
joschitura 10.11.2010
So ist das mit den Technik-Freaks: zerbrechen sich den Kopf über physikalische Gegebenheiten, anstatt einfach nur den eigenen Ohren zu trauen. Das ganze ist ein netter Versuch, auch den teuersten Unsinn noch an den Mann zu bringen, Bose und Konsorten werden sich schon erkenntlich zeigen für den PR-Artikel... Was dem Autor allerdings völlig abzugehen scheint, ist ästhetisches Empfinden. Diese Teile sind so unglaublich häßlich, das fällt ja schon unter "visuelle Umweltverschmutzung": Der Bose eine Plastikkiste im häßlichsten Grau, das andere Dings mit einem Stoffüberzug, der in der Großaufnahme aussieht wie ein Paar Bundeswehrsocken, und die (mexikanischen?)Kristallschädel würde ich mir nicht auf den Schreibtisch stellen, selbst wenn die Firma mich dafür bezahlen würde...
5. Membranflaeche
volky 10.11.2010
Was mir auffaellt: All die neuen Systeme mit Subwoofer und ein paar kleinen Boexchen moegen wohl einen netten Disco/Techno/Reggae-Sound produzieren, aber bei Gitarrenrock versagen die Dinger. Die haben einfach nicht genuegend Mitten. Wie man beim Motorradfahren sagt: Es geht nichts ueber Hubraum als noch mehr Hubraum, so ists auch in der Musik. Nichts geht ueber Membranflaeche. Wenn ich meine Gitarre mit nem Vollroehrenverstaerker ueber 4x12"-Boxen spiele, klingt das einfach satt. Und diesen Sound kann physikalisch gesehen einfach keine 2"-Box abbilden, so einfach ist das. Das Ideal waere 15" fuer den Bass (18" ist zu langsam), 12" oder 10" fuer die tiefen Mitten, 8" oder 6" fuer die hoeheren Mitten, dazu noch ein Horn und ein Vollroehren-Amp. Meine bescheidene Meinung. Gruss Volkart
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