Anti-Spionage-Werkzeug Snowden entwickelt Handyhülle fürs iPhone

Edward Snowden hat enthüllt, wie Geheimdienste digitale Kommunikation ausspähen. Nun arbeitet er mit einem bekannten US-Hacker an einer Handyhülle, die Besitzer warnen soll, wenn das Smartphone heimlich Daten funkt.

Edward Snowden bei einer Videoliveschalte (Archivbild)
picture alliance / dpa

Edward Snowden bei einer Videoliveschalte (Archivbild)


Der NSA-Whistleblower Edward Snowden hat sich mit einem bekannten US-Hacker zusammengetan und will eine Smartphone-Hülle entwickeln, die dem Besitzer anzeigt, wenn das Handy heimlich Daten funkt. So könnten zum Beispiel Journalisten prüfen, ob ihr Smartphone von Geheimdiensten gehackt wurde, schwebt es den beiden Entwicklern vor.

Der unter Asyl in Russland lebende Snowden und Andrew Huang entwarfen dafür eine Hülle, die sich über den Anschluss für die Sim-Karte ins Telefon einklinkt. Sie soll anzeigen, wenn die Antennen des Handys wider Erwarten Daten übertragen. Die Handy-Modifizierung soll zuerst nur für das iPhone 6 funktionieren.

Snowden und Hardware-Hacker Huang veröffentlichten am Donnerstag zunächst nur ein Konzept. Sie hofften, im Laufe des kommenden Jahres mit einem Prototypen die Funktionsfähigkeit zu bestätigen, hieß es in dem Papier. "Ziel ist, Journalisten ein Werkzeug zu geben, damit sie wissen, ob ihre Smartphones im Flugzeug-Modus ihren Aufenthaltsort mitschneiden oder preisgeben."

Zugleich schränkten die beiden ein, dass das Tempo des Projekts von der Finanzierung abhänge. Huang ist US-Bürger und hat im Jahr 2002 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) einen Doktortitel in Elektrotechnik erworben.

Snowden hatte im Zuge seiner Enthüllungen ab Juni 2013 unter anderem erklärt, US-Geheimdienste könnten auch iPhones präparieren. Apple legt insbesondere bei neueren Modellen und Versionen seines Betriebssystems Wert auf Daten-Verschlüsselung und wehrte sich in diesem Jahr vor Gericht gegen Forderungen von US-Ermittlern, die Zugangssperre beim iPhone eines toten Attentäters zu knacken.

gru/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Tiananmen 21.07.2016
1.
"Apple ... wehrte sich in diesem Jahr vor Gericht gegen Forderungen von US-Ermittlern, die Zugangssperre beim iPhone eines toten Attentäters zu knacken." Sehr heroisch. Und ethisch nicht ohne Diskussionsspielraum. Schließlich konnte die unüberwindbare Verschlüsselung auch ohne Mithilfe von Apple geknackt werden. Innerhalb von wenigen Tagen. Apfelmus.
Freidenker10 21.07.2016
2.
Handys funken doch permanent Daten ( Updates, GPS, usw. ) wie will man da unterscheiden was ok ist und was nicht?
westerwäller 21.07.2016
3. Handyhülle ?
Reicht da nicht das Umwickeln des Handys mit dreilagiger Plastikfolie? Unterstützt durch eine Wollmütze mit Innenverkleidung aus ebenjener?
Putin-Troll 21.07.2016
4. Lesen bildet
Zitat von Freidenker10Handys funken doch permanent Daten ( Updates, GPS, usw. ) wie will man da unterscheiden was ok ist und was nicht?
Im Flugzeugmodus (und um den geht es laut Artikel), sollten sie das nicht.
felisconcolor 21.07.2016
5. Immer
Zitat von Freidenker10Handys funken doch permanent Daten ( Updates, GPS, usw. ) wie will man da unterscheiden was ok ist und was nicht?
Posts von Leuten zu lesen die zwar meinen alles zu wissen aber dann doch nur Blödsinn von sich geben. Was für updates sollte ein Handy funken. Updates empfängt es. Und GPS Daten empfängt es auch. Und Apps sollten sie normalerweise so einstellen könnend as sie eben nicht auf Daten ihres Handy zugreifen und verschicken. Dazu muss man sich halt mit seinem Handy beschäftigen und nicht meinen out of the box wäre alles ok. Und wenn ich nicht weiss was Apps von meinem Handy saugen sollte man sowas nicht erst installieren. Die zu entwickelnde Hülle soll eben zumindest anzeigen wann ein Handy eventuell kompromittiert ist.
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