Das könnte man ein Trostpflaster nennen: Kunden, die ein iPhone 4 gekauft haben, schenkt Apple bis Ende Januar einen Kunststoffrahmen für das Telefon. Wert des Rahmens: 29 Euro.
Die Schutzhülle kann einen Effekt deutlich abschwächen, der einige Kunden ärgert: Wenn man das Gehäuse des Geräts unten links berührt, gibt es leichte Empfangsprobleme.
Die Abgabe von Gratis-Gummirahmen bewertet die US-Verbraucherschutzorganisation "Consumer Report" als einen guten ersten Schritt, empfehlen könne die Organisation das Mobiltelefon dennoch nicht. Als Begründung hieß es, dass man auf eine langfristige Lösung warte: "Das Angebot gilt nur bis zum 30. September und [Apple] hat dieses nicht eindeutig an Kunden ausgesprochen, die bereits Hüllen von Drittherstellern gekauft haben". Von einer Empfehlung müsse die Organisation absehen, bis Apple eine langfristige Lösung angeboten habe.
Verärgert ist mittlerweile nicht nur Apples Kundschaft, sondern auch die Konkurrenz: So hatte Steve Jobs auf der Pressekonferenz behauptet, Empfangsprobleme bei bestimmten Handhaltungen hätten auch Konkurrenzgeräte. Um das zu illustrieren zeigte Apple Videos von Handys der Hersteller Research in Motion (Blackberry), HTC und Samsung. Die zeigten sich nicht sehr amüsiert über diesen Seitenhieb.
Die Geschäftsführer des Blackberry-Herstellers Research in Motion Mike Lazaridis und Jim Balsillie erklären:
"Apples Versuch, RIM in Apples selbstgemachtes Debakel hineinzuziehen, ist inakzeptabel. […] Eins ist sicher, RIMs Kunden müssen keine Hülle benutzen, um eine angemessene Verbindung zu erhalten. Apple hat ganz klar gewisse Designentscheidungen getroffen und sollte dafür Verantwortung übernehmen, anstatt zu versuchen, RIM und andere in eine Situation hineinzuziehen, die sich spezifisch auf Apple bezieht"
Ob Apple auch weiterhin mit dem Finger auf die anderen zeigen muss, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Laut Jobs arbeiteten "18 promovierte Wissenschaftler und Ingenieure" daran, derartige Probleme zu prüfen. Am 30. September will Apple entscheiden, wie weiter verfahren wird.
jmö
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