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Google-Projekt Ara: Bausatz-Handy soll im Januar auf den Markt kommen

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Google-Projekt Ara: Modular aufgebautes Handy

Das Smartphone-Projekt Ara wird in der Tech-Szene mit großer Spannung erwartet. Nun hat Google bekanntgegeben, sein erstes Bausatz-Handy Anfang des nächsten Jahres auf den Markt zu bringen.

Mountain View - Ein modular aufgebautes Handy, das sein Besitzer je nach Bedarf mit standardisierten Bauteilen ergänzen oder verändern kann? Lange Zeit galt so eine Vorstellung als kaum umsetzbar, vor allem angesichts der Kompaktheit moderner Smartphones. Entsprechend positiv reagierten Fans der Bausatz-Idee, als Google im Februar bekanntgab, sich der Sache anzunehmen.

In diesen Tagen nun wird das unter dem Stichwort Projekt Ara bekannte Vorhaben konkret. Auf der ersten von zunächst drei Ara-Entwicklerkonferenzen sagte Projektchef Paul Eremenko am Dienstag, dass im Januar 2015 ein marktreifes Gerät vorgestellt werden soll, zu einem Stückpreis von rund 50 Dollar, umgerechnet rund 36 Euro.

Das Gray Phone, die Grundversion, soll dabei in ziemlich langweiligem Grau gehalten sein, berichtet "Cnet". Doch glaubt man Eremenko, ist diese trostlose Farbgebung Absicht: "Es heißt Gray Phone, weil das eintönige Grau die Leute dazu bringen soll, es nach ihren Wünschen einzurichten."

Android als Betriebssystem

Beim Betriebssystem sollen die Projekt-Ara-Geräte auf Android setzen. Kurz vor der Veröffentlichung soll Googles Handy-Betriebssystem aber noch einmal aktualisiert und so an die einzelnen Module des Smartphones angepasst werden. Das Grundgerüst des Bausatz-Handys, das mit den diversen Teilen ausgerüstet und erweitert werden kann, soll fünf bis sechs Jahren halten. Angekoppelt werden die einzelnen Module durch elektropermanente Magnete, eine Kombination aus normalen und Elektromagneten.

Unabhängige Entwickler konnten sich bereits vergangene Woche über das erste Kit für Modulentwickler freuen. Diese sehr frühe Kit-Version - Google spricht selbst von "Version 0.10" - soll den Entwicklern Gelegenheit für Rückmeldungen und weitere Ideen bieten. Die endgültige Version des Kits soll dann im Dezember vorliegen.

Die Tech-Szene scheint überwiegend angetan vom Projekt Ara: "Cnet" beispielsweise verleitet das Projekt dazu, über die Zukunft des Smartphone-Kaufs zu spekulieren. Womöglich müsse man künftig kein neues Smartphone kaufen, um die neueste Hardware zu bekommen, schreibt die Website. Vielleicht reiche es dann ja schon, eine neue Version der Komponente zu besorgen, die man ersetzen will. Interessant werden könnte bei den Bausatz-Handys auch die Einbindung von 3D-Druckern, mit denen sich theoretisch neue Module herstellen lassen.

meu

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Sehr toll!
googlefanboy 16.04.2014
Freu mich schon sehr drauf. Google ist eine der wenigen Firmen die dieses Projekt qualitativ hochwertig in Gang bringen können und da natürlich Android mit an Bord ist alles super! Bin gespannt.
2. Google
Flying Rain 16.04.2014
..mal Freund ( dieses Mobiltelefon ) mal Feind ( Glass) der Techis :)
3. optional
Qual 16.04.2014
Echt jetzt? Genau dieses Foto(eventuell einen anderen Ausschnitt, womöglich mehr) habe ich schon vor Monaten auf einer Firmenwebseite entdeckt, dort war es allerdings ein Produkt einer eher unbekannten Firma. Schon damals hielt ich die Idee für unrealistisch wegen der, wie auch hier zusehen, zu dicken Teile.
4. Wer es glaubt
FerrisBueller 16.04.2014
Zitat: "Das Grundgerüst des Bausatz-Handys, das mit den diversen Teilen ausgerüstet und erweitert werden kann, soll fünf bis sechs Jahren halten." Wer soll das glauben? Selbst aktuelle Google-Geräte wie das Galaxy Nexus werden nach 18 Monaten nicht mehr von Google unterstützt so dass man danach die Geräte beim ersten Sicherheitsloch in die Tonne treten kann (oder selber hacken muss). Da klingt eine Aussage wie oben wie blanker Hohn.
5. Janus Google
willi2007 16.04.2014
Da ist es wieder, das andere Gesicht der Datenkrake Google. Resourcenschonend, preiswert und visionär. Dabei orientiert sich Google an den jahrzehntelangen Erfolg der PC, deren Bauteile und Komponenten ebenfalls erweitert, ausgetauscht oder entfernt werden können. Bei Smartphones macht ein Baukastensystem genauso Sinn. Als zaudender Nichtbesitzer eines Smartphones schlägt ja vielleicht in 2015 die Stunde für ein Smartphone. Obwohl mein Herz schlägt für Linux und da warte ich vielleicht doch noch länger...
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