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Maker Faire: Billige 3-D-Drucker und computerisierte Kochtöpfe

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Maker Faire in Hannover: 3-D-Drucker und Computerköche Fotos
SPIEGEL ONLINE

Die amerikanische Maker Faire ist eine Mischung aus Familienwochenende, Drohnenflugschau und 3-D-Drucker-Show. Am Samstag fand die legendäre Messe für Erfinder und Bastler zum ersten Mal in Deutschland statt.

Die Maker Faire in Hannover war populärer als erwartet: Die Veranstalter hatten mit weniger als 3000 Besuchern gerechnet, 4300 kamen. Das Sommerwochenende machte es den rund 80 Ausstellern nicht leicht, die Luft war stickig, die Hemden schon kurz nach Eröffnung durchgeschwitzt. Das Publikum: Eine Mischung aus Nerds mit langen Haaren und schwarzen T-Shirts, älteren Heimwerkern, Jugendlichen Bastlern und ganzen Familien, die ihre Erfindungen zeigen, Tipps und Tricks austauschen oder einfach nur staunen wollten.

Die Stände füllten die kleine Halle des Congress Centrums Hannover bis in die letzte Ecke - die Hauptattraktion waren wieder einmal 3-D-Drucker. Zwar war der populäre Replicator 2 von Makerbot nicht vertreten, dafür zahlreiche andere Modelle, die kleiner, größer, günstiger oder besser sind. Die typischen Figürchen (Eulen beispielsweise) und anderer Plastiknippes, die zeigen sollen, was die Maschinen können, füllten die Tische.

Insgesamt ein Dutzend unterschiedlicher 3-D-Drucker, fast ausschließlich aus deutscher Produktion waren ausgestellt. Besonders beeindruckend war der 4000 Euro teure Delta-Tower, der Objekte bis zu einem Durchmesser von 17,5 Zentimetern und einer Höhe von 58 Zentimetern herstellen kann. Auch eine Großversion des deutsch-schweizerischen Gemeinschaftsprojekts, mehr als zwei Meter hoch, gibt es bereits.

3D für 200 Dollar

Am anderen Ende der Größen- und Preisskala steht die Makibox A6: Ein 3-D-Drucker im Kleinformat, der schon für 200 Dollar in Hongkong bestellt werden kann. Seine Auflösung ist weniger fein als bei den teuren Geräten (0,1 Millimeter) und die Produkte, die ausgedruckt werden können sind kleiner, dafür ist die Makibox unschlagbar günstig.

Zwischen dem Delta-Tower und der Makibox wurden eine ganze Reihe von Druckern für den Hausgebrauch gezeigt, die von 1100 Euro für einen Bausatz bis zu 2000 Euro kosten. Sehr überzeugt von ihrer Maschine waren die Leute am Stand von iGo3D. ihr Ultimaker sei das beste Gerät auf dem Markt. Sogar die Uni Oldenburg stellte einen 3-D-Drucker-Bausatz vor, dessen Entwicklung vom Land Niedersachsen gefördert wurde.

Ein holziger 3-D-Drucker

Neben den Kunststoffen ABS und PLE, die bisher von 3-D-Druckern für den Privatgebrauch genutzt werden, gibt es jetzt auch die Möglichkeit, Objekte aus einem holzartigen Material zu drucken. Die Substanz ist eine Mischung aus fein gemahlenem Holz und einem Bindemittel aus Kunststoff. Daraus gedruckte Dinge sollen sich ähnlich wie Holz feilen, schleifen, sägen, bohren oder lackieren lassen.

Viele der Projekte auf der Maker Faire wurden von den Möglichkeiten, die 3-D-Drucker bieten inspiriert oder sogar erst möglich gemacht. Ein von einem Akkuschrauber betriebenes Rennfahrzeug zum Beispiel wurde fast vollständig ausgedruckt. die Bauanleitungen der meisten Projekte setzen voraus, dass man Zugang zu einem 3-D-Drucker hat.

Billig-Bausätze für Elektronik-Bastler

Ebenfalls gut vertreten - und bei den Besuchern besonders beliebt - waren die Drohnenbauer. Die Community von AutoQuad nutzte die Maker Faire in Hannover als internationales Jahrestreffen. Sie veranstaltete Flugvorführungen auf dem Freigelände und gab detaillierte Informationen über den Aufbau ihrer fliegenden Hubschrauber, die von bis zu 16 Rotoren angetrieben werden.

Allerdings stellen kleine Bastelarbeiten mit den beliebten Mini-Computern Arduino und Raspberry Pi die Mehrheit auf den Messeständen. Selbst die aber können noch billiger und einfacher werden: In Hannover werden Arduino-Klon-Bausätze angeboten, die mit weit unter zwanzig Euro noch billiger sind als das Original. Überhaupt waren fertig gepackte Bausätze für Anfänger und Fortgeschrittene einer der großen Trends der Messe.

Elektro-Kochtopf für Enthusiasten

Zwischen den professionelleren Verkaufsständen gab es aber auch Revolutionäres, Originelles und Absurdes. Ein schönes Beispiel ist der EveryCook: ein vollautomatischer, von einem Raspberry-Pi-Computer gesteuerter Kochtopf, der eine Mischung aus Dampfdrucktopf, Reiskocher und Friteuse ist. Ein Computerprogramm führt den User Schritt für Schritt durch das jeweilige Rezept, die Zutaten müssen nur eingefüllt werden. Das Gerät misst die korrekten Mengen selbst ab, schneidet, rührt, und kocht, bis schließlich eine fertige Mahlzeit entsteht.

Zwar zeigte die erste Demonstration unter den Augen des Publikums, dass es noch Optimierungsbedarf gibt (das Risotto war angebrannt), aber die Prototypen werden derzeit (für 800 Euro) sowieso nur an "echte Maker" verkauft, die "an die Zukunft digitalen Kochens glauben" und sich "mit Mechanik, Elektronik und Software auskennen und immer einen Weg finden, den Kochtopf zum Laufen zu kriegen".

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insgesamt 6 Beiträge
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1. optional
xxbigj 06.08.2013
Die Nerds sind halt erfinderisch:) Hoffentlich bekommen die auch genügen dvom Gewinn ab. Nicht das irgendwiene Firma sich die Patente krallt und dann Milliarden damit macht;)
2. eindimensional
carvas 06.08.2013
Schade SPON. Ein leider sehr eindimensionaler Artikel über eine tolle Messe, die weit mehr zu bieten hatte als "nur" Ideen im digitalen Bereich!
3. Es gab mehr als 3D-Drucker
Ricc 06.08.2013
Ich muss Carvas leider recht geben. Die Maker Faire war deutlich vielfältiger als sie in dem Bericht dargestellt wird. Und ich denke, diese Vielfältigkeit war auch der Grund für den Besucherandrang. Ich als DIY-Austeller habe viel interessantes gesehen, habe etwas vorgestellt, was jeder Nichtelektroniker nachbauen kann und hatte reges Interesse. Auch mein Kind (8) war begeistert und das lag bestimmt nicht an 3D-Druckern.
4. optional
hansmaus 06.08.2013
carvas, es ist doch schonmal ein Fortschritt das nicht wieder gejammert wird das man mit 3D druckern Knarren ausdrucken kann
5. Kochtopf
zuvo 07.08.2013
Also der Kochtopf ist doch sehr interessant aber es gibt doch fast ein gleiches Gegenmodel von Vorwerk. Das schneidet, kocht, backt usw. Aber ich offe noch auf eien Maschine die komplett selständig kocht wo ich noch höchstens die paar verschiedenen zutaten am anfagn rein tun muss.
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