Nach Datenskandal Facebooks smarter Speaker kommt wohl später

Der Datenskandal hat offenbar Auswirkungen auf Facebooks Produktpolitik. In einem Medienbericht heißt es, das Unternehmen wolle einen vernetzten Lautsprecher lieber erst später vorstellen.

Momentaufnahme der Entwicklerkonferenz F8 im Jahr 2017
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Momentaufnahme der Entwicklerkonferenz F8 im Jahr 2017


Einem Medienbericht zufolge hat Facebook die angeblich fürs Frühjahr geplante Vorstellung eines vernetzten Lautsprechers mit digitalem Assistenten verschoben - wegen des aktuellen Datenskandals. Das soziale Netzwerk habe die Geräte, mit denen auch Videokonferenzen möglich seien, Anfang Mai auf seiner Entwicklerkonferenz F8 zeigen wollen, schrieb der Mediendienst Bloomberg am Mittwoch.

Diesen Plan haben man nun aber verworfen. In der aktuellen Situation könnten Verbraucher schwer zu überzeugen sein, sich einen auf Kommando zuhörenden Facebook-Lautsprecher samt Kamera ins Haus zu holen. Vor der öffentlichen Präsentation des Systems wolle Facebook den Umgang der vernetzen Lautsprecher mit den Daten der Nutzer deshalb erst noch ausführlich überprüfen, heißt es in dem Bloomberg-Text.

Das soziale Netzwerk hat sich zu dem Bericht bisher nicht geäußert. Bloomberg beruft sich in seinen Aussagen auf mit den Vorgängen vertraute Personen, die anonym bleiben wollen.

Die Markteinführung sei demnach ohnehin erst für den Herbst geplant gewesen. Für die Entwicklerkonferenz F8 sei lediglich eine Vorschau geplant gewesen. Ein in der IT-Branche übliches Vorgehen, um Entwicklern die Möglichkeit zu geben, ihre Apps an die neue Hard- und Software anzupassen. Es sei aber weiterhin geplant, die Geräte im späteren Verlauf des Jahres auf den Markt zu bringen.

Wegen des Datenskandals um die Firma Cambridge Analytica ist Facebook in den vergangenen Wochen massiv unter Druck geraten. Die Analysefirma, die unter anderem für das Wahlkampfteam von Donald Trump gearbeitet hat, ist auf unerlaubte Weise an Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Nutzern gelangt, die eine Umfrage-App gesammelt hatte.

Facebook erfuhr 2015 von dem Datenmissbrauch, gab sich aber mit der Zusicherung der Firma zufrieden, dass die Daten gelöscht worden seien. Die betroffenen Nutzer wurden nicht informiert - was jetzt nachgeholt werden soll.

Vernetzte Lautsprecher sind ein wachsender Markt, der bisher vor allem von Amazons Echo-Geräten mit der digitalen Assistentin Alexa beherrscht wird. Google versucht, mit der Kombination aus seinen Home-Lautsprechern und dem Google Assistant aufzuholen. Apple hat mit dem HomePod vor Kurzem ein ähnliches Gerät auf den Markt gebracht, in dem die Assistenzsoftware Siri Sprachkommandos verarbeitet.

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Der Siri-Lautsprecher: Apple HomePod im Test

Während bei Amazon und Google der Schwerpunkt der Entwicklung auf den Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz gelegen hat, ist das Apple-Produkt vor allem unter klanglichen Gesichtspunkten entwickelt worden.

mak/dpa

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
knorriger_alter 28.03.2018
1. atme tiefer und sei nicht so traurig
MIthören und Zuhören sind nicht dasselbe, hättest mal weiter studieren sollen. Versuchs erstmal mit Aufhören.
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