Android-Handy Fairphone soll zu Weihnachten kommen

Hergestellt in China - aber zu fairen Bedingungen: Die Macher des Fairphone setzen auf sozial verträgliche und möglichst umweltfreundliche Herstellung. Die ersten Androiden sollen im Dezember ausgeliefert werden.

Kirsten Rulf

Dortmund - Das erste sozial gerechte und möglichst umweltfreundlich hergestellte Smartphone soll im Dezember ausgeliefert werden. Im Moment liefen die letzten Vorbereitungen für den Start der Produktion des Fairphone, teilte die hinter dem Telefon stehende Initiative mit. Am Freitag sollte das Fairphone im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung auf einer Fairtrade-Messe in Dortmund vorgestellt werden.

Die in den Niederlanden ansässige Initiative Fairphone verspricht, dass das Smartphone unter möglichst fairen Bedingungen hergestellt wird. Dazu war ein mehrjähriger Vorlauf notwendig, um soziale und Umweltaspekte der Smartphone-Herstellung zu untersuchen und Alternativen zu entwickeln. Jetzt wird laut Fairphone der Prototyp des Android-Telefons zertifiziert. Für Oktober und November ist die Herstellung in China unter fairen Arbeitsbedingungen geplant. Im Dezember soll dann die Auslieferung starten.

"Konsumieren ist ein politischer Akt", erklärte der Gründer der Initiative, Bas van Abel. Deshalb könne jeder nachlesen, woher die Rohstoffe kommen und wer sie verarbeitet. Zinn und Coltan etwa kommen aus Minen in der Demokratischen Republik Kongo, in denen "Menschen menschlich behandelt werden" und die Erlöse nicht dazu dienen, kriegerische Konflikte zu finanzieren. Die Arbeiter in China, die das Handy zusammenbauen, werden den Angaben zufolge über einen Fonds "angemessen" entlohnt. Ziel ist, dass die Arbeiter Gewerkschaften gründen und selbst mit der Geschäftsführung verhandeln können. Das werde aber "noch Zeit brauchen".

Das Fairphone soll außerdem lange haltbar sein - und gut wiederzuverwerten. So ist etwa der Akku herausnehmbar und ersetzbar. Die Initiative verspricht zudem genaue Auskunft über die Zusammensetzung der Bestandteile und der Kosten. Ziel ist, das Telefon eines Tages komplett aus Recyclingmaterial zu bauen - was jetzt immerhin bei der Smartphone-Hülle der Fall ist.

Produziert werden in einem ersten Schritt 25.000 Telefone. Mehr als 14.000 sind bereits verkauft, für 325 Euro kann vorbestellt werden. Das Fairphone ist damit im Vergleich zu zahlreichen konventionellen Konkurrenzprodukten sogar vergleichsweise günstig.

Für die ersten 5000 Telefone hatte Fairphone auf Crowdfunding gesetzt: Interessierte Käufer konnten dort ihr Interesse anmelden. Nur bei Erreichen der Zahl 5000 sollte das Telefon produziert werden, andernfalls hätten die potentiellen Käufer ihr Geld zurückerhalten. Die Nachfrage war allerdings groß, die Mindeststückzahl binnen kurzer Zeit erreicht.

ore/AFP



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leo_nogismus 06.09.2013
1. Aller Anfang ist schwer
Es wäre wünschenswert, wenn dies nur der Anfang ist und sich das Angebot sukzessive auch auf andere Elektrogeräte - Fernseher wären eine gute Fortsetzung - erweitern würde. Ich sehe der Sache in höchster Auflösung entgegen.
derhinrichs 09.09.2013
2.
technische Daten?
gultimore 09.09.2013
3.
Wenn das nun noch von einer Community unterstütz wird und z.b. Cyanogenmod ist es eigentlich das ideale Smartphone.
vertigo 10.09.2013
4. Technische Daten
@derhinrichs: Du weisst wie man surft, ne Suchmaschine benutzt, oder ganze Sätze bildet nehm ich an? :P Aber bitte sehr: http://buy-a-phone-start-a-movement.fairphone.com/de/specs/
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