Smartphone-App Filmic Pro Videos drehen wie ein Profi

Mit manuell einstellbaren Optionen und anspruchsvollen Messfunktionen erhöht Filmic die Qualität selbst gedrehter Videos.

Filmic (Screenshot)
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Filmic (Screenshot)

Von "c't"-Autor Joachim Sauer


Beim Videodreh mit dem Smartphone scheiden sich die Geister genauso wie beim Fotografieren: Einerseits sind die von den Herstellern bereitgestellten Apps auf die jeweilige Hardware optimiert, andererseits locken spezielle Foto- und Video-Apps mit Funktionen abseits des Mainstreams.

Filmic Pro für iOS und Android ist eine der bekanntesten, fürs Filmen optimierten Kamera-Apps; sie erlaubt unter anderem die manuelle Festlegung der Belichtungsparameter.

Allein die Funktion, die Auflösung zu verändern, ist dabei schon sinnvoll. Denn bei schwachem Licht greifen die Smartphone-Hersteller zu dem Kniff, die Bildrate (fps) zu reduzieren und dabei die Belichtungszeit zu verlängern, um das Bildrauschen zu verringern. Doch mit zunehmender Aktivität verschwimmen die Bilder immer mehr. Zudem kommen nur wenige Schnittprogramme mit solchen Dateien zurecht, die mit variablen Frameraten aufgenommen wurden.

Schon beim Aufnehmen erlaubt Filmic, zu Anlass oder Projekt passende Dateinamen vorzugeben; die einzelnen Takes erscheinen dann durchnummeriert im Inhaltsverzeichnis des Speichermediums. Wo die Dateien abgelegt werden, ob App-intern oder im Video-Systemverzeichnis, legt man in den Grundeinstellungen fest, zusammen mit den Parametern wie Videoauflösung und Audioqualität. Abhängig von den durch die Hardware festgelegten Grenzen stellt Filmic bei reduzierter Auflösung auch höhere Bildraten zur Wahl - teils sogar bis zu 120 Vollbilder, für leichte Zeitlupen.

Mit Anspruch

Filmic bietet auch Funktionen, die sich anspruchsvolle Filmer wünschen: etwa das Peaking - es zeigt, wo die Schärfe liegt - oder das "Zebra", das auf sehr helle Bildbereiche hinweist. Auf Wunsch zeigt Filmic anstelle des Timecodes ein Histogramm oder ein Waveform-Diagramm. Obendrein gibt es wahlweise einen automatischen oder manuellen Weißabgleich, begleitet von den dabei üblichen Presets.

Bei der automatischen Belichtung lässt sich der runde Messbereich auf dem Display auf eine beliebige Position im Bild schieben. Tippt man ein weiteres Mal auf den Messkreis, fixiert dies die Messposition. Ein Fingerwisch von der linken Seite aus ruft die manuellen Bildeinstellungen auf, wo man ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeit verändern kann. Jeweils eines davon lässt sich verriegeln, um nur den anderen Wert zu verändern.

Auf ähnliche Weise legt man mit einem viereckigen, verschiebbaren Messbereich den Schärfenpunkt fest. Per Fingerwisch vom rechten Rand aus erscheint ein virtuelles Schärferad; ein Doppeltipp darauf erlaubt es, zwei Marker zu bestimmen, etwa um eine automatische Schärfenverlagerung hinzubekommen. Nicht ganz so elegant fällt die Audio-Sektion aus: Pegelanzeige und Lautstärkeneinsteller lassen sich eher fummelig bedienen.

Eine Ergänzung für Filmic namens Cinematographer Kit stellt spezielle Filmlook-Funktionen wie Gamma- und Color-Abstimmung sowie Log-Farbprofile bereit. Sie ist via In-App-Verkauf für 11 Euro zu haben.

Fazit

Auch wenn die App bei einem Kaufpreis von bis zu 17 Euro relativ teuer ist: Im Vergleich mit anderen Apps dieser Art stellt Filmic anspruchsvolle Funktionen bereit, die ansonsten eher der Profiklasse zuzurechnen sind. Ob im Automatik- oder im manuellen Modus: Alle Funktionen arbeiten wie erwartet.

Filmic lässt sich schnell und intuitiv bedienen, im Ergebnis liefert die App zuverlässig eine gute Qualität. Nicht zuletzt die manuelle Festlegung von Belichtung und Schärfe und die Art der Bedienung heben diese App von günstigeren Video-Apps ab.

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
murksdoc 03.11.2018
1. Prima
Da werden meine Katzenvideos NOCH schärfer (BTW: Filme von "Profis", die mit Telefonen filmen, will ich sowieso nicht sehen. Ich will auch nicht von Chirurgen aufgeschnitten werde, die mit dem Küchenmesser operieren, mein Auto reparieren lassen, wo mit einem Schweizer Taschenmesser gearbeitet wird, einen Meisterkoch testen, der allles aus Dosenravioli macht oder eine Zeitung lesen, die von einem Textgenerator betrieben wird. Das geht alles. Aber man muss es nicht haben).
roflxd 03.11.2018
2.
Zitat von murksdocDa werden meine Katzenvideos NOCH schärfer (BTW: Filme von "Profis", die mit Telefonen filmen, will ich sowieso nicht sehen. Ich will auch nicht von Chirurgen aufgeschnitten werde, die mit dem Küchenmesser operieren, mein Auto reparieren lassen, wo mit einem Schweizer Taschenmesser gearbeitet wird, einen Meisterkoch testen, der allles aus Dosenravioli macht oder eine Zeitung lesen, die von einem Textgenerator betrieben wird. Das geht alles. Aber man muss es nicht haben).
Wäre mir neu, dass das geht. Wie heißt denn der Dosenravioli-Meisterkoch und die Zeitung, die von einem Textgenerator betrieben wird?
chrisberg 03.11.2018
3. 1) murksdoch
Das ist doch Quatsch! Die Zeiten zentnerschwerer Kameras sind allmählich vorbei. Gerade war ich bei einer Musikfilmproduktion des SWR dabei, 5-6 Kameras an verschiedenen Punkten installiert. Das waren alles ganz normale Nikons, halt mit Filmfunktion. Direkt im Orchester dann noch kleinere Minikameras. „Mezzo-Live“ produziert so schon seit vielen Jahren erfolgreich. Früher standen da noch Riesentrümmer im Weg und man konnte den Dirigenten nicht mehr sehen. Der Schritt, die Nikons dann irgendwann durch Hightec-Handys zu ersetzen wäre nur logisch , weil leichter und noch besser vernetzt, und das wird auch so kommen. Sie dürfen weiter mit riesigem Rollwagen und darauf installierter Drehkurbelkamera filmen. Hat ja auch was für sich, aber dann bitte im Frack!
derBlock 03.11.2018
4. Voll coole App... Und unsere Daten??
Wenigstens ein kurzer Kommentar, ob die App sich korrekt verhält oder all meine Kontakte "benötigt" o.ä., sollte mittlerweile Standard sein!
philosophus 03.11.2018
5. @murksdoc Irren ist menschlich...
Da irren Sie sich gewaltig lieber Freund. Als Filmregiseur, wäre ich froh, wenn ich früher die Bildqualität hätte, welche ein Smartphones von heute liefert. Sie ist nämlich ungleich besser, als das Bild der 16 UND 35mm Kameras mit welchen tausende Spiel und Dokumentarfilme Jahrzehnte lang gedreht wurden. Das einzige was damals besser war, ist die Anzahl und die Qualität der Objektive verschiedener Brennweiten, welche eine Smartphone Kamera (noch) nicht hat !...
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