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13. Dezember 2012, 06:33 Uhr

Mozillas Handy-Betriebssystem

Das ist das Firefox OS

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Mozilla will aufs Handy: Die Firefox-Entwickler haben die erste Vorabversion ihres Smartphone-Betriebssystems veröffentlicht. So wollen sie App-Programmierer gewinnen. Was taugt die Software? Ist sie besser als iOS und Android?

Die Open-Source-Organisation Mozilla macht es leicht, ihr neues Handy-Betriebssystem auszuprobieren. Statt ein kompliziertes Installationspaket anzubieten, mit dem nur Informatiker klarkommen, gibt es den Firefox OS Simulator 1.0 als simples Add-on für den Firefox-Webbrowser. Man muss die Software nur aus Mozillas Add-on-Verzeichnis herunterladen und in Firefox installieren. Das dauert höchstens ein paar Minuten. Der Download selbst kann dagegen etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, da der Simulator bis zu 100 Megabyte groß sein kann.

Ist das erledigt, findet man die Software im Firefox-Browser unter dem Menüpunkt Extras > Web-Entwickler. Startet man den Simulator, indem man auf den Menüpunkt Firefox OS Simulator klickt, öffnet sich erst einmal nur ein neues Browserfenster mit dem Firefox-OS-Simulator-Dashboard. Der Simulator selbst wird durch einen Mausklick auf den Button Simulator eingeschaltet, der seine Anzeige nach dem Start von Stopped in Running wechselt.

Sobald das Firefox OS läuft, sieht man ein Fenster im Smartphone-Format. Die Auflösung des virtuellen Mini-Bildschirms reicht mit 480 x 320 Bildpunkten allerdings keineswegs für die Bildschirme moderner Smartphones aus. Aber das ist hier auch nicht wichtig. Der Simulator soll es vor allem Entwicklern ermöglichen, Apps für Firefox OS zu testen.

Klicke auf das Dreieck

Die sollen mit ihren Programmen dem Web-Standard HTML5 folgen, um den herum das Firefox OS konstruiert wurde. Die Geschwindigkeit solcher Web-Apps soll optimiert werden, indem ihnen, anders als unter iOS oder Android, direkter Zugriff auf die Hardware des Handys ermöglicht wird. Die ersten Smartphones mit dem Firefox-Betriebssystem sollen in der ersten Jahreshälfte 2013 in Südamerika auf den Markt kommen. Einer der ersten Partner ist der spanische Mobilfunkanbieter Telefónica.

Bis dahin wird man sich mit dem Simulator begnügen müssen. Der zeigt nach Programmstart zunächst den typischen Ruhebildschirm eines Smartphones, mit Uhr und Akkuanzeige. Wie ein echtes Handy schaltet der sich nach wenigen Sekunden Untätigkeit ab, als müsste er Akkustrom sparen. Um ihn wieder zu aktivieren, klickt man den Home-Button, unten am Fenster.

Entsperrt wird das virtuelle Mobiltelefon ähnlich einem Android-Handy: Mit dem Mauszeiger nimmt man das kleine Dreieck am unteren Bildschirmrand auf und zieht es nach oben. Dann noch ein Klick auf das Schlosssymbol rechts und man landet im Homescreen, sozusagen dem Desktop von Firefox OS.

Was man dann sieht, welche Apps mit dem Firefox OS mitgeliefert werden und was es noch zu beachten gilt, sehen Sie in unserer Fotostrecke.

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