Jawbone Up Move und Misfit Flash Fit für 50 Euro

Ganz schön teuer, diese Fitness-Gadgets. Rechtzeitig vor Weihnachten bieten Jawbone und Misfit deshalb sehr günstige Geräte an. Wir haben getestet, was sie können - und wo man Abstriche machen muss.

Matthias Kremp

Von


Fitness-Tracker gehören 2014 zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. So lautet jedenfalls das Resultat einer Auswertung von Suchanfragen durch das Portal Preisvergleich.de. Ist ja auch verständlich, schließlich lässt sich so etwas ja mit dem wärmenden Gedanken verschenken, dem Beschenkten nicht nur eine Freude gemacht, sondern auch etwas Gutes getan zu haben.

Das Problem ist nur, dass die meisten dieser Geräte nicht billig sind. Garmins Vivofit kostet derzeit rund 90 Euro, der Orbit von Runtastic kostet 100 Euro, das Jawbone Up24 etwa 130 Euro, Smartwatches mit Fitness-Funktionen sind noch teurer. Einige Hersteller haben das erkannt und rechtzeitig zur Weihnachtssaison günstige Varianten ihrer Fitness-Tracker ins Programm aufgenommen. Zwei davon habe ich getestet, das Up Move von Jawbone und den Flash von Misfit.

Beide werden im Handel für knapp 50 Euro angeboten, haben ähnliche, aber nicht identische Funktionen. Vor allem aber haben sie gemeinsam, dass man ihnen ihren geringen Preis auf den ersten Blick ansieht: Sie sind ganz aus Plastik und nicht besonders hübsch.

Lieber in die Tasche stecken

Das war auch der Grund, weshalb ich die beiden Geräte während des Tests am liebsten mit den mitgelieferten Clips benutzt habe. So lassen sie sich dezent in der Hosentasche tragen, an einem Gürtel oder am Schuhband befestigen. Als Alternative legen beide Hersteller ihren Geräten Armbänder bei, in die man die Fitness-Tracker einklicken kann.

Leider erwies sich das weiche Gummi-Armband von Jawbone als zwar bequem, dafür aber sehr anfällig für Staub und Fusseln. Das beim Testgerät mitgelieferte Band des Misfit Flash hat damit kein Problem, wirkt aber, zumindest in der türkisfarbenen Ausführung des Testgeräts, sehr billig. Insgesamt machen Armband und Clip bei Jawbone einen robusteren Eindruck.

Ein Grund, Flash und Up Move vielleicht doch am Arm zu tragen, ist eine Zusatzfunktion, die beide Geräte bieten: Eine Reihe in die Geräte eingelassener LEDs zeigt auf Wunsch auch die Uhrzeit an (siehe Fotostrecke). Zwar ist diese Zeitanzeige sehr grob, weil sie nur Fünf-Minuten-Schritte anzeigt, aber für eine ungefähre zeitliche Orientierung reicht sie allemal.

Auch sonst haben Misfit und Jawbone in ihre Einstiegsmodelle sehr ähnliche Funktionen eingebaut. Beide haben Schrittzähler und können auch sportliche Aktivitäten wie Radfahren oder Jogging protokollieren. Die mitgelieferten Apps berechnen daraus weitere Daten, etwa den ungefähren Kalorienverbrauch. Und wer sich gar nicht von ihnen trennen mag, kann sie auch im Bett anbehalten und seinen Schlaf aufzeichnen lassen.

Unterschiede bei den Apps

Sehr unterschiedlich ist allerdings, was die dazugehörigen Apps der beiden Hersteller mit den Messdaten anfangen. Jawbone hat seine Software mit gewaltigen Datenbanken verknüpft, die sogar die Ernährung auswerten, wenn man in der App eingibt, was man am Tag isst und trinkt. Aus der Summe der Daten leitet die Jawbone-App Empfehlungen ab, bietet Fitness-Herausforderungen an und gibt Tipps zu Ernährung und Bewegungsverhalten. Zudem lässt sie sich mit sehr vielen anderen Apps verknüpfen, auch deren Daten nutzen.

Die App von Misfit ist da sehr viel dezenter. Wer sich nicht gern bevormunden lässt, ist bei ihr besser aufgehoben. Sie stellt die täglichen Aktivitäts- und Schlafdaten dar, kann mit ein paar Apps, wie etwa RunKeeper, zusammenarbeiten. Die Interpretation der Messergebnisse überlässt sie weitgehend dem Anwender.

Fazit

Funktionell nehmen sich die beiden Billig-Tracker also nicht viel, die Art, wie sie mit den gesammelten Daten umgehen, unterscheidet sich aber gewaltig. Jawbone setzt auf Big Data, auf große Datenbanken und das Zusammenspiel mit anderen Apps und Geräten. Wer so viel wie nur möglich aus seinen Fitness-Daten herausholen und womöglich mehrere unterschiedliche Geräte miteinander vernetzen will, liegt hier richtig.

Wer es dagegen lieber etwas schlichter mag und einfach nur wissen will, ob er sich genug bewegt, kann zum Misfit Flash greifen. Für Schwimmer gilt das sowieso. Während das Up Move nur gegen Spritzwasser geschützt ist, kann man den Flash auch im Wasser benutzen. Bis zu 30 Metern Tiefe soll er dichthalten.

Vorteile und Nachteile
Jawbone Up Move

Günstiger Preis

Sechs Monate Batterielaufzeit

Sehr umfangreiche App

Sehr klobig

Misfit Flash

Günstiger Preis

Sechs Monate Batterielaufzeit

Wasserdicht

Billig wirkender Kunststoff

Jawbone Up Move und Misfit Flash im Test

Jawbone Up Move (l.) und Misfit Flash: Die neuen Fitness-Tracker sind mit knapp 50 Euro deutlich günstiger als die Standardmodelle der beiden Hersteller.

Jawbone Up Move: Das Einstiegsmodell von Jawbone unterscheidet sich funktionell kaum von dessen Fitness-Armbändern. Es zeichnet die körperlichen Aktivitäten und den Schlaf seines Trägers auf, eine App wertet die Daten aus und gibt Ratschläge.

Einfach öffnen: Die eingebaute Knopfbatterie soll bis zu sechs Monate durchhalten, danach muss sie ersetzt werden. Die Abdeckung auf der Rückseite lässt sich mit einem Geldstück aufschrauben.

Aktivitätsanzeige: Ein Fingerdruck auf die Vorderseite des Up Move lässt das Gerät anzeigen, wie nah man seinem Tagesziel gekommen ist.

Doppelfunktion: Drückt man zweimal auf die Vorderseite des Jawbone, wird die Uhrzeit angezeigt, in diesem Beispiel ist es ungefähr 13:30 Uhr.

Dickes Ding: Ist der Up Move in den Clip eingesteckt, mit dem man es an seiner Kleidung befestigen kann, offenbart sich seine recht klobige Statur.

Gewöhnungsbedürftig: Der Schließmechanismus des Armbands erfordert beim Jawbone Up Move einige Fummelei.

Misfit Flash: Mit dem Shine, dem bisher einzigen Fitness-Tracker des Unternehmens, hat das neue Modell optisch nur wenig gemein. Während der Shine aus Metall und sehr schlank ist, …

Energiequelle: Genau wie der Up Move wird auch der Flash von einer Knopfzelle mit Strom versorgt. Auf Misfit verspricht bis zu sechs Monate Laufzeit.

Unterschiedliche Preisklassen: Die Grundform haben Flash und Up Move vom Misfit Shine (l.) übernommen. leider geht der Preisunterschied mit einem sehr deutlichen Plastik-Look und erheblich klobigeren Gehäusen einher.



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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
Flying Rain 18.12.2014
1. Hmm
Wie die Leute vor 10, 20 oder gar 30 Jahren fitt geblieben sind ohne sowas...aber ein nettes Stück Technik
fatherted98 18.12.2014
2. Gadgets...
...das ist genau der richtige Begriff. Letzlich benötigt man diese Geräte nicht...sie sind total überflüssig.
bruno09 18.12.2014
3. also insgesamt eher etwas, was man verschenkt
und was dann nach einem halben Jahr in einer Schublade verstaubt, als etwas was man sich selber kauft.
Tom Joad 18.12.2014
4. Fit für 50 Euro?
Ich verstehe nicht ganz, wieso diese Geräte mit dem Wort Fitness beworben werden. Sie zeichnen ja lediglich auf, ob der Benutzer sich bewegt. Als "Bewegungstracker" würde ich mir so etwas ja noch andrehen lassen, aber von einem Fitnessgerät erwarte ich Herzfrequenzmessung. Für Sportler, auch für Freizeitsportler, sind diese Gadgets nicht geeignet. Schlecht finde ich auch die Überschrift des Artikels: Man zahlt 50 Euro, und schon ist man fit, oder wie? Werbung darf so arbeiten, Journalismus nicht.
jh1cb 18.12.2014
5. Samsung gear fit
Man bekommt auch für gute 100 Euro eine wasserdichte smartwatch von samsung mit pulsmesser und schrittzähler außerdem hat mein ein schönes scharfes Display und die uhr sieht auch schick aus kann sie nur weiter empfehlen . Außerdem steigt die Motivation mit so einem Gerät sein tagesziehl an Schritten zu erreichen . treibe selber intensiv sport und dafür ist das Gerät sehr praktisch .
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