Technologievision Akku aufladen durch Touchscreen-Reiben

Forscher entwickeln ein neues Konzept, um Handy-Akkus aufzuladen. Dabei spielt der Touchscreen eine wesentliche Rolle: Die Bewegungen des Fingers auf dem Schirm sollen statische Elektrizität erzeugen, die dann den Akku auflädt.

Touchscreen: Durch Wischen den Akku wieder aufladen
AP

Touchscreen: Durch Wischen den Akku wieder aufladen


Statische Elektrizität ist sehr praktisch, wenn man Luftballons vorübergehend an der Wand befestigen will. Sie kann aber auch genutzt werden, um Akkuzellen in Smartphones wieder aufzuladen. Die kleinen elektrischen Entladungen entstehen jedes Mal, wenn der Nutzer mit den Fingern über die Bildschirmoberfläche streicht. Wie stark sich der der menschliche Körper mit statischer Elektrizität aufladen kann, weiß jeder, der schon einmal in bestimmten Büros die Tür geöffnet hat. Der knifflige Teil besteht darin, diese Energie in den Akku zu bekommen.

Wie "The Register" berichtet, ist ein Forscherteam an der Universität von Peking dabei, diese Aufgabe zu lösen. Dabei fungiert der menschliche Körper als Elektrode und trägt so zur Ladung bei. Die Forscher um Teamleiter Bo Meng schreiben in einem Artikel im Fachmagazin "Applied Physics Letters", die Haut am Finger habe die Tendenz, bei Kontakt Elektronen abzugeben. Bei wiederholten Zyklen des Antippens bewege sich die Ladung zwischen der Induktionselektrode und geladener Fingerhaut.

Schemazeichnung: Finger als Energielieferant?
Applied Physics Letters

Schemazeichnung: Finger als Energielieferant?

Die Forscher berichten, dass sie bei ihren Experimenten durchaus ansehentliche Energiemengen hätten erzeugen können. Die reichten zwar nicht aus, um etwa ein Laptop-Akku zu ersetzen. Dennoch stelle diese Art des Stromgenerators eine potentielle Energiequelle für Schwachstrom-Elektronik dar, vor allem für tragbare Geräte.

meu



insgesamt 14 Beiträge
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innkeeper3 28.03.2014
1. Oder Mondlicht?
Das wird wahrscheinlich etwa genauso effektiv sein, wie die Gewinnung von Strom mittels einer Glaskugel durch Mondlicht, worüber hier vor 1 Woche berichtet wurde.
pekasch 28.03.2014
2. Unsinn
hätten die "Forscher" auch einen Physiker oder Ingenieur ins Team aufgenommen, wäre schnell klar gewesen, dass dies völliger Quatsch ist. Solch ein Unsinn sollte nicht gedruckt werden. Die verfügbaren Energiemengen über diesen Weg sind völlig unzureichend für diesen Zweck.
les2005 28.03.2014
3. Eins ist sicher
Wenn ich als unbekannter Wissenschaftler mal so richtig groß rauskommen will, muß ich nur behaupten, ich hätte eine geniale Methode gefunden, Handy-Akkus aufzuladen. Ok, an Perpetuum Mobile glaubt keiner mehr, aber alles, auch noch so absurde andere, ist wohl für eine Schlagzeile gut.
yournamehere 28.03.2014
4. optional
Sicher ersetzt das nicht einen herkömmlichen Akku, nichtsdestotrotz kann (auch wenn der 1. April in greifbare Nähe rückt) an der Technik durchaus was dran sein. Stichwort "energy harvesting" - einfach mal danach Googeln, z.B. http://en.wikipedia.org/wiki/Energy_harvesting. Prinzipiell geht es darum geringste alltäglich anfallende und bisher unbeachtete Energiemengen zu sammeln und sinnvoll zu nutzen.
dr.frend 28.03.2014
5. Warum
Gibt es in den Riesenhandys nicht schon den gleichen Mechanismus der auch Automatikuhren auflädt. Eben durch die Bewegung. Man trägt die Dinger doch ohnehin den ganzen Tag durch die Gegend. Oder geht sogar joggen.... Und das kann man dann gleich als Vibrationsalarm verwenden...
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