Foto-Ratgeber Wie Youngtimer richtig gut aussehen

Mit wenig Aufwand einen Autoklassiker in Szene setzen: Wie das ohne Lichtanlage und Team gelingt, erklärt Christoph Künne vom Fachmagazin "Docma". Der Star das Fotoshootings: ein Passat 32b und viele Heidschnucken.


Wer Themen jenseits des Mainstreams bebildern will, sollte sich auch auf die Inhalte einlassen. Das allerdings ist manchmal leichter gesagt als getan.

"Hat Sicken-Ernst wirklich in der Aufsichtsratssitzung vom 30. Januar 1978 die Chromvariante der Türgriffschalen zugunsten einer Plastikfassung gekippt?" Vor mir in der prallen Sonne saßen drei gestandene Männer am Tisch eines Heidegasthofs mit leuchtenden Augen und diskutierten mit höchst intimer Detailkenntnis über ein Auto. Keinen Wagen, der Designgeschichte geschrieben hat, sondern einen, der heute bestenfalls als Bauschutttransporter bekannt ist: Den Volkswagen Passat 32b, Bauzeit 1980 bis 1988. Ein von der Motorpresse wegen seiner unspektakulären Form als "Heidedesign" verspottetes Mobil. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts war er für Millionen von Pendlern, Vertretern und Familien ein solides und verlässliches Alltagsvehikel bar jeder Emotionalität.

Die Hintergründe

Aber ich ahnte ja nichts von den Geschichten über Entwicklungsvorstand "Sicken-Ernst" und seine Mannen bei VW, von Menschen wie dem "Entwerfer" Luca aus dem Tessin, der sich heute noch am Schwung der Aero-Look-Radblenden berauschen kann, oder dem Blogger Tilmann aus Wolfsburg, für den jede noch so nebensächliche Information zu diesem Autotyp Bedeutung besitzt. Und damit diese Menschen mit ihrem Fachwissen eine Plattform bekommen, gibt es Motorjournalisten wie meinen alten Freund Knut. Seine Spezialität ist es, auch zwanzig oder mehr Jahre nach dem Ende der Produktionszeit eines Models, mit unerschrockener Faktenfahndung Licht in so manches Dunkel der Modellgeschichte zu bringen.

In den achtziger Jahren idealisierten die meisten Autowerbefotos eher den Alltag der Käufer als die Wunschwelten der Werber. Entsprechend kam man mit relativ wenig fotografischem Aufwand aus. Diese Tageslichtaufnahme wurde nur ein wenig mit Pseudo-HDR-Details aufgebrezelt. Das Verfahren mit Photoshop CS5 ist einfach, aber etwas umwegig. Nach der Raw-Entwicklung dupliziert man das Bild, bearbeitet die Kopie mit dem Korrekturdialog "HDR-Tonung" und legt das Ergebnis anschließend als neue Ebene mit merklich verringerter Deckkraft auf das Ausgangsbild. So lässt sich der Grad der visuellen Natürlichkeit leicht abmischen. Ich war hier also auf einer Art Gipfeltreffen gelandet und hatte die Rolle des fotografischen Beobachters übernommen. Nicht aus Interesse für den alten Passat, sondern vielmehr begeistert von der Idee, einen fast schon abgewrackten Vertreter seiner Zunft in einer völlig unpassenden Umgebung so zu fotografieren, dass man sich die Bilder auch ohne Liebe zum Modell anschauen mag.

Wer sich ein wenig mit Autofotografie beschäftigt hat, weiß um die Probleme dieses Genres. Man muss sich im Normalfall entscheiden: Spielt das Auto die Hauptrolle als Motiv, gibt es bei kleinem Aufwand im Grunde nur dokumentarische Bilder.

Für ein eindrucksvolles Ergebnis, das mit den Sehgewohnheiten mithält, die uns die Werbung täglich vermittelt, ist großer Hofstaat angesagt. Hilfspersonal, Location-Scouting, Lichttechnik und anschließend meist noch einmal eben so viel Aufwand in Photoshop. Doch das war nicht immer so.

Als unser Passat das Licht der Welt erblickte, kamen Prospekte und Anzeigen von Alltagsautos mit vergleichsweise einfachen Bildern aus. Bildern, die ein klein wenig das Umfeld idealisierten, in dem das Fahrzeug später seinen Platz finden sollte. Bilder, die ein einzelner Fotograf nur mit einer Kamera bewaffnet und ganz ohne Zaubertricks erschaffen konnte.



insgesamt 8 Beiträge
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teletubbi 01.01.2011
1. ....
Erstaunlich, dieser in 8 Teile gesplittete völlig überflüssige Beitrag besticht nicht nur durch seine Banalität, sondern darüber hinaus auch durch auffällig schlechte Fotos. Es verwundert mich immer wieder, womit so mancher sein Geld verdienen kann ...
michaelXXLF 01.01.2011
2. Den Fehler
wird VW garantiert nicht nochmal machen: Autos bauen, die nach 30 Jahren immer noch in größeren Mengen unterwegs sind (wenn auch nicht mehr unbedingt in D). Ansonsten muß ich meinem Vorredner zustimmen: was soll an diesen Bildern toll sein? m
atorator 02.01.2011
3. Wtf
Der Experte ist verliebt in seine Objektiv-Sammlung. Mehr höre ich aus diesem Artikel nicht heraus. Die Fotos sind bescheiden und missachten alle Erkenntnisse der Automobil-Fotografie. So z.B. sollte man das Gras, oder hier das Heidekrat, zwischen Kamera und Reifen entfernen. Und das ist noch das kleinste Übel. Na ja, ein Drittel der Flickr-Member hätten das als Amateure besser gemacht, davon mit ich überzeugt.
BentleyBoy 02.01.2011
4. Toller Artikel - Vielen Dank
Klasse Artikel für Menschen, die wie ich Oldtimer & Youngtimer lieben und gerne mal ein paar schöne Photos schiessen wollen, ohne dass man ein großes Wissen über Fotografie haben muss. Auf jeden Fall werde ich versuchen, die Tipps mit meinen Autos nach zu stellen. Beruhigend war für mich auch, dass es noch größere "Auto-Verrückte" als mich gibt. Die Meinung anderer Forumsteilnehmer respektiere ich gerne, jedoch halte ich einen höflicheren Umgangston für passender. Man sollte sich generell nur mit seinem Vor- und Zunamen in der neuen Form des Leserbriefes äußern dürfen. Die meisten negativen Forumsbeiträge würde sich keiner trauen, in einem persönlichem Gespräch seinem Gegenüber zuzumuten. Da es mittlerweile schöne Analysen von Facebook & Co. Nutzern gibt, würde ich mich über eine Analyse von Forumsmitgliedern gerne auch mal freuen ...
chrome_koran 03.01.2011
5. Schnuckelig schnucken
Pardon, Herr Kollege, aber das Foto #3 ist einfach nur für den Mülleimer. Denn das Bild ist schlicht und einfach nur verwackelt. Da hilft kein Gerede drumherum und auch kein Photoshop: das Hauptmotiv ist unscharf und das ruiniert den ganzen Bildeindruck, Punkt. Die Kunst des (professionellen) Fotografierens besteht auch darin, sich vom Misslungenen trennen und eigene Fehler eingestehen zu können. Vielleicht liegt es an der kargen Bildauswahl, aber nach Ihrer Fotoserie kann ich mir allenfalls ein Bild übe Ihre (Anfänger-)Qualitäten als Fotografen machen, nicht aber über den Passat - zu diesem sagen die Bilder nur genau eines aus: dass er ein Automatikgetriebe hat. Dass ein Auto Staubwolken auf Feldstraßen aufwirbelt und als Kombi auch mal eine Plastikkiste fasst, dürfte hinreichend bekannt sein. Banales Motiv bedeutet nicht zwingend, banale Aussagen darüber treffen zu müssen. Nur meine kluchschieterische Meinung ;)
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