Fotografie Neue Motive in der meistgeknipsten Stadt der Welt entdecken

Für architekturbegeisterte Fotografen wie Jörg Dickmann ist Manhattan eine riesige Spielwiese. Das Fachmagazin "Photographie" beschreibt, wie Dickmann unverwechselbare Bilder in der meistfotografierten Stadt der Welt machte.

Von Sebastian Arackal


Als Sozialpädagoge weiß Jörg Dickmann wahrscheinlich am besten, wie wichtig Ziele im Leben sind. Er würde auch niemals ohne Plan zu einer Fototour nach New York aufbrechen. Bevor der Düsseldorfer auf der anderen Seite des Atlantiks das erste Mal auf den Auslöser drückte, hat er in Stadtführern geschmökert, Straßenpläne studiert, Bildbände durchblättert, Geokoordinaten in seinem iPhone gespeichert und die nötigen Fotogenehmigungen eingeholt. Sonst wäre ein Bild wie das vom Grand Central Terminal wohl nie zustande gekommen.

Unangemeldete Ausländer mit Rucksack und Stativ - an sensiblen Stellen der US-Metropole stößt das bei den Sicherheitskräften auf wenig Gegenliebe. Obwohl es bei Jörg Dickmann nichts Besonderes zu entdecken gäbe: Vollformat-SLR Canon EOS 5D und vier Objektive (17-40 mm, 24-70 mm, 70-200 mm, 15 mm), Manfrotto-Stativ und Kabelauslöser.

Bis zu diesem Punkt kann man Jörg Dickmann wohl einfach als ökonomisch organisierten Fotografen beschreiben. Viele Kollegen arbeiten mit ähnlicher Ausrüstung, Bilder wie die von Jörg Dickmann gelingen ihnen aber trotzdem selten. Das Geheimnis seiner New-York-Fotografien liegt in der ausgeklügelten Bildbearbeitung.

Viele seiner Fotos sind aus der Kombination von Belichtungsreihen entstanden, die er in der HDR-Software Photomatix zu einem Motiv verschmolzen hat. Darüber hinaus hat er sein Basisinstrument Photoshop CS4 mit Plug-ins getunt. Grob unterteilt lässt sich das folgendermaßen beschreiben: Unter anderem OnOne Phototools und Nik Color Efex Pro für die Farbbearbeitung und Noise Ninja gegen das Rauschen. In der gekonnten Feinabstimmung von Farben, Schärfe, Belichtung und Bildrauschen liegt die Magie seiner Bilder. Von der Wirklichkeit verabschiedet sich Dickmann aber nie, die behält er in der Postproduktion im Auge. Auch wenn manche seiner Aufnahmen wie die vom nächtlichen Times Square schon fast zu schön sind, um wahr zu sein.

Bildausschnitt, Perspektive, Motivwahl - sechs Tipps für außergewöhnliche Bilder von Architekturfotograf Jörg Dickmann.



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.