Tipps zur Bildbearbeitung: Wie man Nudeln in Brand setzt

Von Tilo Gockel

Eine Packung extradicke Penne Rigate, ein Holzregal und ein Blitzgerät - mehr braucht der Foto-Profi nicht für ein feurig-spektakuläres Bild, irgendwo zwischen abstrakter Kunst und Edel-Kochbuch. Das Buch "Kreative Blitzpraxis" gibt Tipps für den Umgang mit Licht - ein Auszug.

Setup

Um eine Durchlichtsituation zu erzeugen, kann man mit einer Acrylplatte arbeiten. Das Setup ist damit relativ leicht umzusetzen, aber es geht noch einfacher. Hier habe ich ein Regal verwendet, das keine durchgängigen Böden hat, sondern nur eine Art Lattung, die lichtdurchlässig ist und sich damit perfekt für ein Foto wie die "Burning Noodlez" eignet.

Das Setup für brennende Nudeln: Ein Bretterregal (hier ohne Blitz) Zur Großansicht
Tilo Gockel / Galileo Press

Das Setup für brennende Nudeln: Ein Bretterregal (hier ohne Blitz)

Der Aufbau gelingt damit besonders einfach und schnell: Räumen Sie einen Regalboden frei, legen Sie die Nudeln darauf (hier eine besonders große Penne-Variante), platzieren Sie den Blitz darunter, und lassen Sie ihn nach oben zeigen, fertig!

Dasselbe Bretterregal mit Blitz und mit den Einstellungen wie beim nachfolgenden Bild. Der warme Eindruck entsteht in der anschließenden Bearbeitung im Raw-Konverter. Zur Großansicht
Tilo Gockel / Galileo Press

Dasselbe Bretterregal mit Blitz und mit den Einstellungen wie beim nachfolgenden Bild. Der warme Eindruck entsteht in der anschließenden Bearbeitung im Raw-Konverter.

Einstellungen und Aufnahme

Wieder einmal möchte ich das Umgebungslicht komplett unterdrücken und wähle entsprechend eine relativ kurze Zeit von 1/125 Sekunde. Die restlichen Einstellungen sind: ISO 100 für rauscharme Bilder und Blende f/7,1 für eine ausreichende Schärfentiefe. Da der Blitz ohne Lichtformer und auf sehr kurzem Abstand verwendet wird, reicht eine kleine Blitzleistung aus - ich würde bei 1/16 der Maximalleistung beginnen, einen Testschuss machen und dann nachregeln.

Eine besonders einfache Durchlichtsituation, auch ganz ohne Diffusor oder Ähnlichem, erzeugt in einem einfachen Bretterregal. Canon EOS 500D | EF 50mm f/1,4 @ | M-Modus | 1/125 s | ISO 100 | Raw | WB Auto | entfesselter nicht-TTL-Blitz Zur Großansicht
Tilo Gockel / Galileo Press

Eine besonders einfache Durchlichtsituation, auch ganz ohne Diffusor oder Ähnlichem, erzeugt in einem einfachen Bretterregal. Canon EOS 500D | EF 50mm f/1,4 @ | M-Modus | 1/125 s | ISO 100 | Raw | WB Auto | entfesselter nicht-TTL-Blitz

Bildbearbeitung in Photoshop

Die wenigen Schritte in der Nachbearbeitung zielen darauf ab, den Kontrast zu erhöhen und die Nudeln noch feuriger und knalliger wirken zu lassen. Die notwendigen Einstellungen können Sie direkt im Raw-Konverter vornehmen.

Ich habe hier die Farbtemperatur etwas wärmer eingestellt und den Schwarzwert und den Kontrast angezogen. In Photoshop habe ich dann anschließend aus ein paar geeigneten Ausschnitten das Triptychon erstellt.

Ein paar kleinere Anpassungen in Adobe Camera Raw verstärken den feurigen Look. Zur Großansicht
Tilo Gockel / Galileo Press

Ein paar kleinere Anpassungen in Adobe Camera Raw verstärken den feurigen Look.

Tipps, Tricks und Weiterführendes

Wie kommt man eigentlich auf interessante Licht-Setups? Das Nudelfoto ist aus einer "Motif Surprise"-Runde im Freundeskreis entstanden. Die Regeln sind wie folgt: Jeder bringt zum Treffen ein paar Gegenstände mit, diese werden untereinander verlost und dann als Hausaufgabe möglichst schick fotografiert. Mein "Gewinn" waren zwei Tütenklammern, die Nudeln sowie eine Packung Pralinen. Das macht wirklich Spaß und spornt an, kreativ zu werden - vielleicht probieren Sie das auch einmal im Fotoclub oder Freundeskreis aus.

"Motif Surprise": Zwei Tütenklammern, eine Schachtel Pralinen und eine Packung Nudeln. Die einzige Spielregel besteht darin, die Motive möglichst schick zu fotografieren. Zur Großansicht
Tilo Gockel / Galileo Press

"Motif Surprise": Zwei Tütenklammern, eine Schachtel Pralinen und eine Packung Nudeln. Die einzige Spielregel besteht darin, die Motive möglichst schick zu fotografieren.

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