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Fotopraxis: So zaubern Sie Hochkontrast-Landschaften

Von Thomas Bredenfeld

Die Sonne brennt, und die Digitalkamera versagt. Viele Geräte speichern dunkle Flächen als komplett schwarz und helle als komplett weiß. Doch dieses Manko lässt sich beheben - mit Hilfe der HDR-Technik. Das Fachmagazin "Docma" erklärt, wie das funktoiniert.

HDR-Panorama: Natürlich, knakisch, malerisch Fotos

Anders als ein Kamera-Objektiv erkennt das menschliche Auge selbst im tiefsten Schatten noch Details, denn es stellt unter solchen Umständen durch Veränderung der Pupille die "Blende" nach (Adaption). Das HDR-Verfahren imitiert dieses Verhalten durch Serienaufnahmen, bei denen unterschiedliche Blenden verwendet werden.

Bei Panoramen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Tonwertumfang sehr groß wird, weil beispielsweise die Sonne ebenso im Bild ist wie tiefe Schattenpartien oder bei Innenräumen Fenster mit einer sehr hellen Außenumgebung. Daher liegt es nahe, das HDR-Verfahren mit der Panoramafotografie zu verknüpfen. Zudem sind HDR-Aufnahmen technisch eng mit Panoramaaufnahmen verwandt, weil hier ebenso mit Bilderserien gearbeitet wird, und auch die genaue Montage dieser Bilder eine wesentliche Rolle spielt.

Als Dateien erweitern HDR-Bilder den Tonwertumfang, den gewöhnliche TIFFs oder JPEGs mit 8 oder 16 Bit Farbtiefe darstellen können, indem sie mit 32 Bit Farbtiefe arbeiten, die eine astronomisch hohe Anzahl an Tonwert- und Helligkeitsstufen enthalten können.

Belichtungsreihen aufnehmen, Panorama-Aufnahmen weben, HDR-Bilddaten berechnen - Fotoprofi Thomas Bredenfeld erklärt Schritt für Schritt den Weg zum Hochkontrast-Panorama.

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DOCMA 4/2010
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HDR
HRD-Bilder (High Dynamic Range) haben einen wesentlich höheren Tonwertumfang als gewöhnliche Bilddateien mit 8 oder 16 Bit Farbtiefe. Die meist 32 Bit große Farbtiefe lässt sich weder drucken noch am Bildschirm darstellen.

Erst Stitching, dann HDR
Diese Abfolge im Workflow wird hier absichtlich nicht diskutiert, obwohl sie immer wieder in der Literatur und im Web vorgestellt wird. Sie ist sehr kompliziert und fehleranfällig. Es müssen dabei drei volle Stitching-Prozesse statt einem durchlaufen werden. Zudem muss man sich darauf verlassen, dass das Stitching-Programm die drei Panoramen für die drei Belichtungsstufen gleich gut zusammensetzt. Meist wird mit der mittleren Stufe begonnen und dann für die anderen beiden der Bildersatz ausgetauscht. Das Ganze ist ein Blindflug, weil hier nie überprüft wird, ob sich die anderen Bilder dieser Triplets überhaupt decken. Wenn man zuerst HDR-Bilder oder TIFFs mittels Fusing erstellt, liefert man dem Stitching-Programm für den einen Montagevorgang wesentlich besseres Material.
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HDR versus Fusing
Im Umgang mit HDR-Bildern wird zuerst aus den verschiedenen Belichtungsstufen (Exposures) ein High Dynamic Range-Bild erstellt, das 32 Bit Farbtiefe umfasst, aber auf keinem Gerät dargestellt werden kann. Für die Betrachtung muss dieser immense Tonwertumfang auf eine Skala reduziert werden, die z.B. am Bildschirm darstellbar ist. In der Regel sind das 8 Bit. Solch eine Verteilung eines großen Tonwertumfangs auf einen kleineren nennt man Tonemapping. Dieser Vorgang ist beeinflussbar und für die diversen Looks verantwortlich, die man dabei erzeugen kann. Die Oberflächen für das Tonemapping sind bei den Programmen, die es beherrschen, so unterschiedlich wie die Features, die dabei geboten werden. Infrage kommen Photoshop, Photomatix, PTGui, FDR-Tools und eine ganze Reihe andere Werkzeuge.

Exposure Fusing - meist Fusing genannt - erzeugt aus mehreren Belichtungen mit einem Spezialwerkzeug eine auf die Tonwerte optimierte Bildversion. Das Verfahren kommt ohne Einstellungsparameter aus. Oft sieht man Bildern, die durch Fusing entstanden sind, diese Tatsache kaum an. Beim Fusing werden automatisch die Bereiche im Tonwertumfang der Originalbilder benutzt, die optimal sind, und direkt über Masken zusammengesetzt. Der Weg über ein 32-Bit-Bild wie bei dem HDR-Verfahren findet hier gar nicht statt. Das Fusing wird meist mit dem kostenlosen Open-Source-Programm "Enfuse" erledigt. Es hat keine Benutzeroberfläche, sondern ist nur über die Kommandozeile bedienbar. Es gibt allerdings ein paar Benutzeroberflächen dafür. Manchmal ist Enfuse auch in andere Programme eingebaut. Infos zu Enfuse und dem Überblendungswerkzeug "Enblend" erhalten Sie unter enblend.sourceforge.net.
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