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Experten-Warnung: Fritzbox-Sicherheitslücke gefährlicher als gedacht

Gekaperte Fritzboxen: Geheimnisvolle Telefonate Fotos

Wer es noch nicht getan hat, sollte spätestens jetzt seine Fritzbox aktualisieren. Die Sicherheitslücke in den beliebten Routern ist gefährlicher als bisher angenommen. Das bisher empfohlene Abschalten des Fernzugriffs genügt keineswegs, um Angriffe abzuwehren.

Das vor einer Woche von der Berliner Firma AVM veröffentlichte Update für die populären Fritzbox-Router ist noch wichtiger als bisher angenommen. Die Geräte werden in Millionen deutschen Haushalten für den Internetzugang genutzt, viele Internet-Provider liefern die Boxen als Standard-Hardware. Tests des Fachmagazins "heise security" haben ergeben, dass die Geräte leichter als bisher angenommen von Fremden gekapert werden.

Anfang Februar häuften sich Meldungen über Angriffe auf Fritzbox-Router. Unbekannte hatten sich Zugriff auf die Geräte verschafft und sie automatisiert Telefonanrufe zu teuren Mehrwertnummern durchführen lassen. Zum Teil sollen dabei binnen 30 Minuten vierstellige Rechnungsbeträge zusammengekommen sein. Wie viele Anwender von solchen Angriffen betroffen sind, ist unklar. Ursprünglich hatte AVM von "einigen Dutzend Fällen" gesprochen. Ein Sprecher des Providers Kabel Deutschland erklärte einem Radiosender später, man gehe "derzeit von einer mittleren dreistelligen Zahl betroffener Kunden aus" - und das allein bei Kabel Deutschland.

Laut AVM war der kriminelle Fernzugriff nur dann möglich, wenn in der Box der Fernzugriff über eine https-Verbindung und den Port 443 aktiviert war. Ein Update am 10. Februar hat diese Schwachstelle geschlossen. Als Zwischenlösung, auch für jene Anwender, deren Boxen von einem Internetanbieter administriert werden, wurde dazu geraten, die Fernsteuerungsfunktion abzuschalten, um Eindringlinge fernzuhalten.

"Beliebige Befehle mit Root-Rechten ausführen"

Eine Analyse des Fritzbox-Updates von "heise security" und dem Reverse-Engineering-Spezialisten Hanno Heinrichs hat nun zutage gefördert, dass das Sicherheitsproblem "nichts mit der Fernsteuerung zu tun" hat. Laut "heise security" erhält ein Angreifer "durch diese Lücke die vollständige Kontrolle über den Router und kann beliebige Befehle mit Root-Rechten ausführen".

Zur Infektion mit Schadsoftware reicht es demnach schon aus, mit einem beliebigen Rechner, der mit der Fritzbox verbunden ist, eine manipulierte Webseite aufzurufen. Die Malware würde sich dann automatisch auf den Router herunterladen und könne aktiv werden. Um die Theorie zu testen, haben die "Heise"-Redakteure selbst eine solche Webseite samt Schadcode gebaut und über eine Fritzbox angesteuert.

Danach konnte die Schadsoftware die komplette Konfigurationsdatei des Routers auf einen fremden Server kopieren - samt Einstellungen, Benutzernamen und Passwörtern. Das Szenario könnte erklären, wie sich Unbekannte Zugang zu den Fritzboxen und vor allem zu den Passwörtern von deren Nutzern verschafft haben.

Das Update ist ganz einfach

Die Experten von "heise security" raten Fritzbox-Besitzern, unbedingt das von AVM bereitgestellte Update einzuspielen. Schließlich würde "etwa die Hälfte aller in Deutschland betriebenen Router von AVM" stammen, aber es hätten längst nicht alle Anwender bereits die neue Software installiert. Somit stellten die Geräte für Kriminelle immer noch ein verlockendes Ziel dar.

Große Computerkenntnisse sind zur Installation des Updates nicht nötig, da es von einer Assistenzfunktion innerhalb der Fritzbox-Steuersoftware weitgehend automatisch durchgeführt wird.

mak

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insgesamt 71 Beiträge
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1. Kein Update / volles Risiko für Fritzbox 7020 v1 von AVM
charliebraune 17.02.2014
Zitat von sysopWer es noch nicht getan hat, sollte spätestens jetzt seine Fritzbox aktualisieren. Die Sicherheitslücke in den beliebten Routern ist gefährlicher als bisher angenommen. Das bisher empfohlene Abschalten des Fernzugriffs genügt keineswegs, um Angriffe abzuwehren. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/router-fritzbox-sicherheitsluecke-gefaehrlicher-als-gedacht-a-954036.html
Die durchaus beliebten Router 7270 v1 haben bis heute überhaupt gar kein Sicherheitsupdate erhalten, was ich skandalös finde. Hier werden User den Produktmängeln unnötig ausgeliefert.
2. Tausende von Altgeräten!
bssh 17.02.2014
Es gibt noch sehr viele Geräte wie z.B. die weit verbreitete und beliebte 7050, und für die gibt es bisher kein Update. Was sollen die Betroffenen da machen? Leider gibt es keine Liste, welche Modelle überhaupt gefährdet sind.
3. Was ist mit Providern?
MisterO 17.02.2014
Wenn die Fritz Box zB von O2 bezogen wurde muss das Update von O2 kommen. Die haben aber das AVM Update noch nicht angepasst, so dass alle O2 Kunden durch das Versagen von O2 ungeschützt sind.
4. Gau
zappa99 17.02.2014
Das ist der Router-GAU und der Kommunikations-GAU gleich dazu. Man hätte klipp und klar sagen müssen, dass alle Fritzboxen in praktisch allen Einsatzszenarien betroffen sind. Es empfiehlt sich, das Update möglichst sofort einzuspielen und dann alle der Fritzbox bekannten Passwörter zu ändern.
5. Kabelanbieter
Benko 17.02.2014
Wesentlich schlimmer sind die tausenden Geräte der Kabelanbieter, die bis heute kein Update für ihre Modelle erhalten haben. Ein Scheissgefühl, hier völlig dem Anbieter ausgeliefert zu sein. Wird allerhöchste Zeit das der "Routerzwang" gesetzlich gekippt wird.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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