G Flex LG Electronics kündigt Handy mit gebogenem Display an

Es ist gebogen, aber nicht biegsam: Mit dem G Flex hat der koreanische Elektronikkonzern LG ein Smartphone vorgestellt, dessen Bildschirm einen Kurvenausschnitt beschreibt. Der Hersteller verspricht, das XL-Handy lasse sich dadurch besser tragen und bedienen.

AFP PHOTO / LG ELECTRONICS

Zwar hat Erzkonkurrent Samsung bereits vor gut zwei Wochen ein Mobiltelefon mit gebogenem Bildschirm vorgestellt, doch mit dem zweiten Platz will sich LG offenbar nicht zufriedengeben. So heißt es in der Pressemitteilung zum G Flex vollmundig, man habe gerade das erste "echte" gebogene Smartphone der Welt vorgestellt. Egal wie, Hauptsache Erster.

Und tatsächlich gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen dem Galaxy Round von Samsung und dem G Flex von LG: Während das Samsung-Handy entlang der Längsachse gebogen ist, wurde das LG-Modell entlang der Querachse verbogen. Durch diesen Trick soll es eine Eigenschaft mit Klapphandys teilen: Das Mikrofon ist näher am Mund des Nutzers. Außerdem passe es dank der Beugung besser in die Gesäßtasche, lobt LG die gebogene Eigenkreation.

Eine gute Idee dürfte es dennoch nicht sein, das Smartphone in der hinteren Hosentasche zu verstauen, denn unzerbrechlich ist sein sechs Zoll großer XL-Bildschirm nicht. Dafür bietet er mit 1280 mal 720 Bildpunkten nur eine für die Größenklasse mäßige Auflösung. Auf der Rückseite ist als Steuerungselement derselbe Rear-Key eingebaut wie im aktuellen LG G2.

Technisch bietet das G Flex auf den ersten Blick keine Besonderheiten, es ähnelt in mancherlei Hinsicht dem G2. Es basiert auf einem 2,26 GHz schnellen Quadcore-Prozessor von Qualcomm, hat zwei GB Arbeitsspeicher und 32 GB Massenspeicher. Auf der Rückseite ist eine 13-Megapixel-Kamera und zum Nutzer gerichtet eine 2,1-Megapixel-Kamera eingebaut.

Als Betriebssystem nennt LG die nicht mehr ganz taufrische Android-Version 4.2.2. Für die Netzanbindung stehen unter anderem LTE-A, HSPA+, W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 und NFC bereit.

Zwei Besonderheiten sind die überdurchschnittlich hohe Audioauflösung von 24 Bit bei 192 kHz Abtastrate sowie die Sebstheilungsfunktion des Kunststoffrückens. Kleinere Schrammen und Kratzer soll das Material selbst auffüllen.

In Südkorea will LG das G Flex im November einführen. Wann das gebogene Handy in weiteren Ländern angeboten werden soll, ist bislang ebenso unklar wie der Preis, den das Unternehmen dafür verlangen wird.

mak

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
mane1543 28.10.2013
1. Telefonieren?
Seit wann ist Telefonieren eine besonders hervorzuhebende Fähigkeit von Smartphones? Bei mir ist der Anteil echten Telefonierens höchstens bei 3%.
schinkennatter 28.10.2013
2. Transportmöglichkeit
...als Slipeinlage wurde noch nicht bedacht. LG ist schon ganz weit vorne.
Gluehweintrinker 28.10.2013
3. Oder in der Gesäßtasche?
Zitat von schinkennatter...als Slipeinlage wurde noch nicht bedacht. LG ist schon ganz weit vorne.
Da dürfte es sich auch gut anschmiegen, außer bei den Trägern eines Hängehintern. Aber auch dafür wird sich bestimmt noch die passende Telefonform finden. Man hätte das Display auch noch weiter krümmen können, bis zur Form eines Zylinders, mit dem Display innen - gut geschützt quasi. Dann könnte man es als Armreif tragen - Bedienung äußerst umständlich, aber wen kümmert's, wenn man mit einer Scheininnovation punktet?
PaulMeister 28.10.2013
4. Wirklich ziemlich sinnlos
Zitat von GluehweintrinkerDa dürfte es sich auch gut anschmiegen, außer bei den Trägern eines Hängehintern. Aber auch dafür wird sich bestimmt noch die passende Telefonform finden. Man hätte das Display auch noch weiter krümmen können, bis zur Form eines Zylinders, mit dem Display innen - gut geschützt quasi. Dann könnte man es als Armreif tragen - Bedienung äußerst umständlich, aber wen kümmert's, wenn man mit einer Scheininnovation punktet?
Da gebe ich Ihnen zu 100% recht. Und auf dem Schreibtisch wippt es dann die ganze Zeit rum oder was? So ein Käse. LG hat hier tatsächlich auf Krampf versucht innovativ zu wirken. Zu einem echten biegsamen Display reicht es offenbar noch nicht. Dann doch einfach weiterentwickeln und sich melden, wenn man was wirklich Innovatives vorzuzeigen hat.
markus_wienken 28.10.2013
5. .
Zitat von PaulMeisterDa gebe ich Ihnen zu 100% recht. Und auf dem Schreibtisch wippt es dann die ganze Zeit rum oder was? So ein Käse. LG hat hier tatsächlich auf Krampf versucht innovativ zu wirken. Zu einem echten biegsamen Display reicht es offenbar noch nicht. Dann doch einfach weiterentwickeln und sich melden, wenn man was wirklich Innovatives vorzuzeigen hat.
In der Tat ist das für diejenigen User die das Smartphone auf den Tisch legen um damit zu spielen oder arbeiten wohl ein Nachteil...oder es gibt eine spezielle Halterung...? Kann durchaus sein, dass es sich in der Hand besser bedienen läßt als ein Smartphone mit geradem Display. Müßte man einfach mal ausprobieren. Mit einem biegsamen Display stelle ich es mir schwierig vor es einhändig oder auch zweihändig ohne Unterlage zu arbeiten...
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